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28.01.2014

200000 Euro mehr für den Bahnhof

Der Dießener Bahnhof - hier auf einer Aufnahme aus der Zeit um 1940 - wurde dem Stil der damaligen Zeit entsprechend mit viel Holz errichtet. Ob sich darin Schadstoffe befinden, soll im Zuge der Sanierung untersucht werden.
Bild: Bahnpark Augsburg

Die Sanierung des Dießener Stationsgebäudes wird jetzt mit 1,1 Millionen Euro kalkuliert – zur Sicherheit, falls Giftstoffe gefunden werden. Insgesamt rund neun Millionen Euro für Investitionen

Im Wahljahr hat der Finanzausschuss des Dießener Gemeinderates ein richtig dickes Investitionspaket geschnürt. Über neun Millionen Euro sind im Vermögenshaushalt für Baumaßnahmen und Anschaffungen vorgesehen.

Ein nicht unerheblicher Teil der Vorhaben ist dabei aus dem Etat des Vorjahres bekannt, wurde jedoch nicht verwirklicht. Ein Beispiel dafür ist die Sanierung des Bahnhofs, bei der es nun heuer in die Vollen gehen soll: Mehr als 1,1 Millionen Euro stehen hierfür bereit. Das sind rund 200000 Euro mehr als die Summe, von der noch in den im vergangenen Jahr gemachten Kostenschätzungen ausgegangen worden war. Auf LT-Nachfrage erklärte Bürgermeister Herbert Kirsch, wie es zu diesem 25-prozentigen Zuschlag kam: Das gemeindliche Bauamt habe auf zusätzliche Haushaltsmittel gepocht. Denn im Dezember waren Berichte aufgetaucht, dass ein Bahngebäude in Lindau mit Schadstoffen kontaminiert sei, die aus früher verwendeten Holzschutzmitteln stammen sollen. Deshalb solle auch die Holzkonstruktion am Dießener Stationsgebäude untersucht und Geld für eine eventuelle Erneuerung vorgesehen werden.

Überhaupt ließ Kirsch offen, ob alle Ansätze ausgeschöpft werden. In der Vergangenheit blieben viele Positionen unangetastet und die Projekte wurden auf die Folgejahre verschoben. 2013 handelte es sich laut Jahresbericht der Gemeinde um Vorhaben, die mit mehr als zwei Millionen Euro veranschlagt wurden – bei geplanten Investitionen von rund 5,5 Millionen Euro.

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Der Schwerpunkt der geplanten Bautätigkeiten liegt heuer bei Straßen, Brücken und Gewässern. Die größte Baustelle wird sich bekanntlich in der Mühlstraße auftun. Rund drei Millionen Euro stehen für den unteren Straßenbereich, Neubau des Gerinnes zwischen Bahnbrücke und Wasserfall und zahlreicher Brücken und Stege zwischen Maibaum und Bahnbrücke am See sowie Neubau von Wasserleitungen und -anschlüssen im Etat. 2015 ist mit weiteren Kosten in annähernd ähnlicher Höhe zu rechnen. Zur Mühlstraße berichtete Bürgermeister Kirsch in der Sitzung, dass die Regierung von Oberbayern auf Basis der Kostenschätzung bereits 1,8 Millionen Euro Zuschuss zugesagt habe.

Straßenbaustellen wird es auch in zwei Ortsteilen geben. In Dettenschwang wird ein Geh- und Radweg zum Sportplatz gebaut (215000 Euro) und in Riederau wird – nachdem der alte Sportplatz mit Häusern bebaut wird – der Malerweg ausgebaut. Dafür sind 475000 Euro veranschlagt, aufgrund der für die Anliegergrundstücke fällig werdenden Erschließungsbeiträge ist das jedoch eine zu 90 Prozent kostenneutrale Maßnahme. Zwei weitere Straßenbaustellen kündigen sich in Form von Planungskosten für die Folgejahre an: Dann sollen Bannzeile und Wolfsgasse an die Reihe kommen. Verbunden mit Straßenbaumaßnahmen sind in der Regel auch Erneuerungen an den Wasserleitungen.

Insgesamt war der Vermögenshaushalt im Finanzausschuss nach weniger als einer Stunde durchgewunken. Lediglich ein Punkt hatte den Vortrag von Kämmerer Max Steigenberger kurz unterbrechen können: der Ansatz für ein mobiles Wasserspielgerät für die gemeindlichen Kindergärten. Es gebe in Dießen genügend Bäche zum Spielen, wandte Michael Behrendt (UBV) gegen diese Anschaffung ein. Doch an solchen Gewässern zu spielen, sei den Kindertagesstätten nicht erlaubt, entgegnete Antoinette Bagusat (Dießener Bürger). Mit 6:3 Stimmen blieben die 5000 Euro für ein Wasserspielzeug im Etat drin.

Finanziert werden die anstehenden Projekte im Wesentlichen aus der Rücklage, die sich von derzeit 4,7 Millionen auf 400000 Euro reduzieren wird – aber nur dann, wenn tatsächlich alle Haushaltspositionen beansprucht werden. Außerdem kann dafür der Überschuss aus dem Verwaltungshaushalt in Höhe von 1,9 Millionen Euro verwandt werden. Daneben werden Zuschüsse – unter anderem aus der Städtebauförderung – erwartet.

Sollte dann aber am Ende des Jahres die Rücklage ziemlich geräumt sein, könnte es 2015 erstmals seit zwölf Jahren notwendig werden, einen Kredit aufzunehmen. Der Finanzplan geht im nächsten Jahr von einem Fehlbetrag im Vermögenshaushalt aus. In den beiden folgenden Jahren jedoch wieder von Überschüssen, die der Rücklage zugeführt werden können. Apropos Schulden: Diese Verbindlichkeiten (aus der Wasserversorgung) sollen sich im Laufe des Jahres von 3,81 auf 3,47 Millionen Euro verringern.

Endgültig beschlossen wird der Haushalt vom Gemeinderat.

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