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Vernissage

24.02.2018

30 Jahre und kein bisschen müde

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Mit gleich zwei Ausstellungen startet der Regionalverband Bildender Künstler in sein Jubiläumsjahr. Er überzeugt mit vielfältiger und sorgfältig ausgewählter Kunst

Ein Jubiläum feiern die Mitglieder des RBK, Regionalverband Bildender Künstler Oberbayern West, in diesem Jahr. Und zu diesem Anlass gibt es Geschenke – nicht für, sondern von den Künstlern: Drei Ausstellungen im öffentlichen Raum werden unter dem Titel „Kunststück!“ anlässlich 30 Jahre RBK zu sehen sein.

Teil I und II, im Altstadtsaal der VR-Bank und in der Rathausgalerie im Foyer des Historischen Rathauses, beide mit einer sehr persönlich orientierten Werkauswahl, wurden am Donnerstagabend mit jeweils eigener Vernissage eröffnet. Im Juni soll in der Stadtverwaltung der dritte und abschließende Teil folgen, in dem es vornehmlich darum gehen wird, Rückschau zu halten auf drei Dekaden gemeinsamen Kunstschaffens, deren impulsgebende Momente und prägende Entwicklungen.

Insgesamt 45 der knapp 60 Mitglieder zählenden Künstlervereinigung werden ihre Werke in diesem Rahmen dann präsentiert haben – zusätzlich zu deren Beteiligung an der heuer ebenfalls stattfindenden Jahresausstellung und dem laufenden Programm in der Zederpassage. Ein beachtliches Pensum, das zu stemmen allein schon Anerkennung verdient. Die gab es am Donnerstagabend auch von Kulturbürgermeister Axel Flörke. Trotz angeschlagener Gesundheit überbrachte er die Grüße von Oberbürgermeister Mathias Neuner an die Jubilare und ging mit oft sehr persönlichen Worten auf beinahe jedes der ausgestellten Kunstwerke zumindest kurz ein.

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Lieblingsstücke, oder wie Vorstandsvorsitzende Silvia Großkopf es beschreibt, „Wegmarken“, die einen wichtigen Arbeitsschritt im Kunstschaffen einzelner Mitglieder repräsentieren, reihen sich an den beiden Ausstellungsorten in durchweg hoher Qualität aneinander: individuelle Werke einerseits, die andererseits durch eine – abermals gelungene – sinnstiftende Hängung in Beziehung zueinander gesetzt werden. Trotz aller Unterschiedlichkeit in Bearbeitung und Umsetzung lassen sich so gemeinsame Themen herauslesen: allen voran die jeglicher Kreativität zugrunde liegende Auseinandersetzung mit den künstlerischen Mitteln, die Bewusstmachung eigenen Selbstverständnisses sowie das Ringen um klar definierte Standpunkte und treffende „Formulierungen“.

„Ich gestalte, also bin ich“, scheint etwa Otto Scherers mit kalligrafischen Zeichen dicht überschriebene keramische Plastik „Kugelbrief“ den Denkkosmos des Künstlers zum Ausdruck zu bringen, und kaum anders ist die in ihrer leuchtenden Farbkraft und enormen Dynamik beeindruckende Arbeit des ältesten RBK-Mitglieds, der Ummendorfer Malerin Rose Brouwers, zu verstehen. Auch „Francesco“ stellt im Werk Helmuth Hagers eine Wegmarke dar: Er, der eigentlich von der Grafik und „dem Bleistift her kommt“, wie er sagt, hat mit dieser auf Eisenstangen aufgesetzten Bronze-„Plastik“ erstmals versucht, „einen Schritt von der Dreidimensionalität weg zu unternehmen“ und die Vogelpredigt des heiligen Franziskus „wie eine Zeichnung“ in den freien Raum gestellt.

„Grenzen“ sind ein weiteres, viele Künstlerarbeiten durchziehendes Thema. Das drückt sich explizit schon im Titel „Über Grenzen“ etwa bei Grazyna Mercado aus, in dem zwei im Sprung einander entgegenfliegende Figuren die Distanz zwischen sich zu überwinden suchen. Um Aus-Grenzung geht es in Gislinde Schröters Assemblage „Dunkler Bruder“. Und die Grenzen festumschriebener Kunstgattungen durchbricht Wolfgang Bauer mit seiner in Kameramalerei zu „Landschaft III“ verfremdeten Ansammlung einfacher, farbiger Plastiktüten. 20 ausstellende Künstler mit je einem Werk im Altstadtsaal und weitere 17 im Rathausfoyer – allein sie alle namentlich zu erwähnen, sprengte den Rahmen, zeigt aber: Auch nach 30 Jahren – in die Jahre gekommen ist der RBK noch lange nicht. Im Gegenteil, die Mitgliederzahlen steigen beständig, an neuen Bewerbern fehlt es nicht. Und, darauf legt der Verband größten Wert, die künstlerische Auseinandersetzung findet im kollegialen Miteinander und auf gleichbleibend hohem Niveau statt.

der Kunstausstellungen, Teil I in der VR-Bank bis 15. April, Montag bis Freitag zu den Schalterzeiten der Bank und jeden Tag Zugang durch das Lokal; Teil II im Rathausfoyer bis 20. April, täglich von 9 bis 17 Uhr.

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