Handymast

16.08.2013

36 Meter sind genug

Nicht höher als 36 Meter darf der neue Handymast an der Hüttenleiten werden, welcher den bisherigen (im Bild) ersetzen soll. Dies will die Gemeinde Apfeldorf in einem Bebauungsplan festlegen.
Bild: am

Gemeinde Apfeldorf will Bebauungsplan für das Umfeld aufstellen

Apfeldorf Den 36 Meter hohen Handymast, der an der Hüttenleiten gebaut werden soll, kann die Gemeinde Apfeldorf wohl nicht verhindern. Stattdessen ist der Gemeinderat jetzt bestrebt, zukünftige Mobilfunk-Vorhaben an dieser Stelle einzuschränken.

Anlass dazu gibt das aktuelle Projekt der „Deutsche Funkturm GmbH“, die einen Bauantrag auf Errichtung eines neues Mastes gestellt hat, welcher den alten, 30 Meter hohen Mast ersetzen soll (LT berichtete). Begründung: Ein höherer Mast sei nötig, da mehr Antennen errichtet werden müssten, und der alte Mast dafür nicht mehr ausreiche. Die angestrebten 36 Meter sollen aber in Zukunft genügen, meint die Gemeinde Apfeldorf und stellt daher jetzt einen Bebauungsplan für das Gebiet Hüttenleiten auf. Dieser Bebauungsplan, den ein Architekt erarbeiten wird, soll die Masthöhe auf 36 Meter beschränken.

Höhengrenze für zukünftige Vorhaben

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Auch gegen die Höhe von 36 Metern hatte es erhebliche Proteste und auch eine Unterschriftenaktion in Apfeldorf gegeben. Allerdings ist der Gemeinderat der Auffassung, dass man dagegen wenig Handhabe habe, da man der Gemeinde sonst eine „Verhinderungsplanung“ vorwerfen könnte. Daher wird nun versucht, wenigstens für zukünftige Vorhaben vorzubauen.

Im Rahmen des Bebauungsplanes müsste die Gemeinde rein städtebauliche Argumente finden, die gegen einen höheren Mast sprechen, erklärte Wolfgang Hentschke, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Reichling, in der Gemeinderatssitzung. Es würde also nichts bringen, mit der erhöhten Strahlenbelastung zu argumentieren, da es hierfür ja Grenzwerte gebe. Um den 36-Meter-Mast per Bebauungsplan zu verhindern, hätte die Gemeinde erst einmal schlagkräftige Argumente finden müssen, warum der höhere Mast aus städtebaulicher Sicht mehr stören würde als der bisherige mit 30 Metern.

Vor der Diskussion um den Bebauungsplan informierten Erwin Walch (Telekom) und Diplomingenieur Thomas Bauer (Deutsche Funkturm GmbH) aufseiten der Mobilfunkbetreiber über den geplanten neuen Handymast. Was die Strahlenbelastung angeht, wiesen die beiden in der Sitzung darauf hin, dass die meisten Leute ja auch ihren WLAN-Router daheim nicht ausschalten würden und zudem noch DECT-Telefone (mobile Festnetztelefone) zuhause hätten – was beides ebenso schädlich sei.

Außerdem führten sie an, dass viele Chemikalien, die eingesetzt würden, heutzutage weitaus weniger erforscht seien als die Strahlenbelastung durch den Mobilfunk. Dass die Belastung in Apfeldorf momentan eh nur im Bereich von zwei bis drei Prozent des Grenzwertes liege, überzeugte jedoch nicht alle Gemeinderäte, da die geltenden Grenzwerte ja sowieso immer eingehalten würden.

Gemeinderat Richard Ehlich, Initiator der Unterschriftenaktion gegen den höheren Mast, fürchtete vor allem, dass der Mast in Zukunft immer noch mehr erweitert würde.

Die Mobilfunkvertreter warben mit dem Argument, dass der höhere Mast eine verbesserte Sendeleistung bringe, wodurch die Menschen während der Handynutzung einer geringeren Strahlung ausgesetzt wären. Dies sahen einige Räte durchaus als Vorteil an. Dagegen sprach allerdings das Argument, dass der höhere Mast dauerhaft für alle Apfeldorfer eine höhere Belastung darstellen würde – auch dann, wenn gar kein Handy genutzt wird – und auch für alle, die gar kein Handy besitzen.

Heinrich Keller wies darauf hin, dass die Bürger selbst steuern könnten, ob sie ein Handy nutzen – aber dass sie sich der dauerhaften Strahlung, die vom Mast selbst ausgehe, nicht entziehen könnten. Peter Rohe äußerte die Befürchtung, dass der Mast in Apfeldorf hauptsächlich deswegen höher werden solle, damit er dann für Richtfunk genutzt werden könne – sprich, dass es in erster Linie gar nicht um die Handynutzer gehe. (am)

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