24.09.2011

70. Geburtstag

Anton Posset feiert am Sonntag seinen 70. Geburtstag. Die Errichtung der Europäischen Holocaustgedenkstätte war ihm ein großes Anliegen.
Bild: Foto: Sibylle Seidl-Cesare

Nein, Anton Posset hat es sich nicht leicht gemacht im Leben. Und er hat sich nicht von seinem Weg abbringen lassen, den er vor 40 Jahren in Gunzenhausen einschlug. Damals engagierte er sich für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden und spürte teils heftigen Gegenwind. Am Sonntag wird Anton Posset 70. In Landsberg hat er sich beinahe 30 Jahre dafür eingesetzt, den Schrecken des Holocausts, der auch vor der Kleinstadt nicht Halt machte, sichtbar zu machen.

Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre betreute Anton Posset als Gymnasiallehrer Landsberger Schüler bei Geschichtswettbewerben. Eines der Themen war die Vergangenheit der Stadt während der Nazidiktatur. Doch seine Nachforschungen waren in der Lechstadt nicht erwünscht, was er auch zu spüren bekam. Anton Posset spricht von „Mobbing“ an der Schule und „Diffamierungen“ im Alltag.

Mit einigen Gleichgesinnten gründete er im November 1983 die Bürgervereinigung Landsberg im 20. Jahrhundert. In den folgenden Jahren war er maßgeblich an deren Entwicklung beteiligt. Die Vereinigung erwarb die Flächen des ehemaligen Konzentrationslagers Kaufering VII zwischen Landsberg und Erpfting, errichtete darauf die Europäische Holocaustgedenkstätte mit Gedenksteinen aus elf europäischen Staaten und gestaltete den „Weg der Menschenrechte und der Menschenwürde“. Dabei war Anton Posset nicht nur mit Worten und Ideen beteiligt, er legte auch selbst Hand an, wenn harte körperliche Arbeit gefragt war.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Für seine langjährige Arbeit wurde der Jubilar unter anderem im September 1990 mit dem sechsarmigen Yad-Vashem-Leuchter geehrt, der höchsten Auszeichnung, die die Gedenkstätte an einen Nachgeborenen verleihen kann. Anton Posset setzt sich nach wie vor gegen Totalitarismus, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus ein und wehrt sich gegen die Verharmlosung der Ereignisse während des „Dritten Reichs“.

Anton Posset gilt als unbequem und geradeheraus. Das hat viele seiner Weggefährten vor den Kopf gestoßen. Mittlerweile zählt die Bürgervereinigung nur noch wenige Mitglieder. Andere, die ihn über viele Jahre begleitet haben, schätzen ihn als mutigen Demokraten, der sich nicht davor scheut, Zivilcourage zu zeigen. (wu)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20jor001.tif
AuszeichnungLandsberger Tagblatt

Die guten Seelen des Alltags

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen