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Landkreis Landsberg

05.01.2018

Ab heute werden in den Gärten wieder Vögel gezählt

Erwin Keller aus Issing stellt sein Vogelfutter selbst her. Am Wochenende sind Gartenbesitzer wieder aufgerufen, bei der „Stunde der Wintervögel“ die Tiere zu zählen.
Bild: Thorsten Jordan

Wie steht es um Amsel, Fink und Star? Die „Stunde der Wintervögel“ soll Zahlen liefern. So läuft die Aktion ab.

Erwin Keller aus Issing hat dieses Jahr sein Vogelfutter selbst hergestellt. Ein Gemisch aus reinem Palmfett und verschiedenen Samen und Nüssen wie Erdnusskernen und Sultaninen wird in alte Tassen abgefüllt und mit einem Spieß als Sitzstange zum besonderen Leckerbissen für Vögel. Bis zu zehn verschiedene Arten, unter anderem Kohlmeisen, Buchfinken und Buntspechte, kommen täglich an den reich gedeckten Tisch. Der große Ansturm ist bis jetzt aber ausgeblieben. Damit scheint sich das fortzusetzen, was vor einem Jahr rund 27.000 Vogelfreunde feststellten, die Anfang 2017 bei der Stunde der Wintervögel knapp 650.000 Vögel in fast 20.000 Gärten in Bayern zählten – weniger als in früheren Jahren. Vom heutigen Freitag, 5. Januar, bis Sonntag, 7. Januar, findet die Aktion wieder statt.

Auch wenn die Beteiligung an dieser Mitmachaktion des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) im vergangenen Jahr für einen neuen Teilnehmerrekord reichte, ging 2017 die Zahl der dabei beobachteten Vögel im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent zurück. Bei der „Stunde der Wintervögel“ sind Vogelfreunde aufgerufen, von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus eine Stunde lang zu notieren, welche Arten in den Garten kommen und die höchste Anzahl, die sich gleichzeitig am Futterplatz befindet, festzuhalten. Auf der Internetseite www.stunde-der-wintervögel.de gibt es eine Zählhilfe mit Bildern der 25 am häufigsten vorkommenden Vogelarten zum Ausdrucken.

Schon im Frühherbst sollen die Vögel angefüttert werden

Diese Langzeitstudie liefert Naturschützern viele wertvolle Informationen über die Entwicklung heimischer Vogelarten, heißt es in einer Mitteilung des LBV. Dieses Jahr wird ein besonderes Augenmerk auf den Vogel des Jahres 2018, den Star, gelegt. So soll untersucht werden, welche Auswirkungen der Klimawandel auf sein Zugverhalten hat.

Denn der Star ist eigentlich ein Vogel, der den Winter im Mittelmeerraum verbringt. Wenn der Winter bei uns freilich mild ist, spart er sich die beschwerliche Reise dorthin. Die Naturschützer sind ebenfalls gespannt, ob nach dem erwiesenen Vogelsterben in der Agrarlandschaft die Zahl der Singvögel auch in den Gärten zurückgeht, denn diese werden vor diesem Hintergrund als Lebensräume wichtiger. Der Grünfink war einmal eine der am häufigsten vorkommenden Vogelarten in Bayern. „Wurden im Vorjahr durchschnittlich nur noch ein Grünfink pro Garten beobachtet, waren es vor sechs Jahren noch vier“, so Martina Gehret, LBV Beauftragte für Citizen Science.

Die Schüßlers füttern ganzjährig

Erwin Keller beobachtet diesen Rückgang seit dem Jahr 2013, wie er erzählt. Als Ursache hierfür vermutet er vor allem Monokulturen in der Landwirtschaft. Diese führen zu einem Rückgang des Bestands von Insekten, der Hauptnahrungsquelle vieler Vögel. Deswegen werde es immer wichtiger, zu füttern. Hierbei sei darauf zu achten, die Vögel bereits ab Mitte Oktober „anzufüttern“, betonen verschiedene Vogelfreunde aus dem Landkreis. Die Familie Schüßler aus Scheuring verbraucht ganzjährig um die 100 Kilogramm Vogelfutter, erzählen Karin und Siegfried Schüßler.

Wichtig ist laut Keller ebenfalls, Futter für die Zugvögel, die im März und April zurückkehren, vorrätig zu haben. Denn nicht nur bei Eis und Schnee gestaltet sich die Futtersuche schwierig, sondern auch im Frühling, wenn das Vogelfutter längst aus den Supermarktregalen verschwunden ist, aber noch fast keine Insekten unterwegs sind.

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