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Landsberg

30.06.2020

Abschied aus Landsberg: Amtsrichter Alexander Kessler geht

Alexander Kessler wechselt vom Amtsgericht in Landsberg nach Neu-Ulm.
Bild: Amtsgericht Landsberg

Plus Nach zwölf Jahren in Landsberg wechselt Amtsrichter Alexander Kessler nach Neu-Ulm. Was ihn dort erwartet.

Seinen Arbeitsplatz in der Landsberger Altstadt und seine Kollegen wird er vermissen, doch auf Alexander Kessler wartet eine neue, spannende Aufgabe. Der 53-Jährige wird Amtsgerichtsdirektor in Neu-Ulm. Am Mittwoch ist sein erster Arbeitstag als Direktor, am Tag zuvor wird er ein letztes Mal am Amtsgericht in Landsberg sein. Seine letzte Verhandlung hat er vergangene Woche geführt. Und dabei hat sich für den Amtsrichter ein Kreis geschlossen.

Seit Juli 2008 ist Alexander Kessler ständiger Vertreter des Direktors am Amtsgericht Landsberg, wo er im Bereich des Strafrechts als Jugendrichter sowie als Vorsitzender des Schöffengerichts und des Jugendschöffengerichts tätig war. In dieser Funktion hat er in den vergangenen zwölf Jahren einige Straftäter aus dem Landkreis Landsberg begleitet. Einen von ihnen, sah er in seiner letzten Verhandlung wieder. Das Urteil lautete: drei Jahre Freiheitsstrafe. „Ich habe ihm gesagt, dass ich mich freuen würde, wenn er danach die Kurve kriegt“, sagt Kessler. Eine persönliche Genugtuung sei es für ihn nie gewesen, wenn er einen Straftäter verurteilen musste. Zudem sei es ihm wichtig gewesen, dass der Angeklagte den Eindruck hat, er werde ernst genommen und als Mensch respektiert.

Das Amtsgericht in Landsberg.
Bild: Thorsten Jordan

Alexander Kessler hat in Augsburg Jura studiert und ist dort im Juni 1995 als Staatsanwalt in den Justizdienst eingetreten. Nach einer dreijährigen Tätigkeit als Ermittlungsrichter und Familienrichter am Amtsgericht Landsberg kehrte er im Mai 2003 als Staatsanwalt als Gruppenleiter zur Staatsanwaltschaft Augsburg zurück, wo er in der Folgezeit unter anderem für Korruptionsdelikte, politische Straftaten und Tötungsdelikte zuständig war. Im Juli 2008 wechselte Alexander Kessler wieder nach Landsberg.

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Die Stadt am Lech hat es ihm angetan. „Hier ist es wunderschön. Da kann man sich schon wohlfühlen“, sagt der 53-Jährige. Dennoch blieb er die zwölf Jahre über im südlichen Landkreis Augsburg wohnen und pendelte mit dem Zug ans Amtsgericht. „Wir sind dort einfach verwurzelt“, sagt Kessler über sich, seine Frau und die vier teilweise bereits erwachsenen Kinder. Die Fahrt mit dem Zug wird nun etwas länger dauern. Doch die Zeit könne mit Aktenstudium genutzt werden. Die Stelle des Amtsgerichtsdirektors in Neu-Ulm hat Kessler gereizt. Er sei in einem Alter, in dem man noch einmal eine berufliche Herausforderung suchen könne. In Neu-Ulm sind derzeit rund 100 Richter, Beamte und Angestellte beschäftigt – in Landsberg sind es etwas über 60. Um eine Verwechslung mit Ulm zu vermeiden, darf es als einziges Gericht in Bayern als „bayerisches Amtsgericht“ firmieren.

Gewalt gegen Polizisten ist eine traurige Entwicklung

Als Strafrichter hat Alexander Kessler vom Einbruch über Körperverletzung bis hin zum Drogendelikt praktisch alles verhandelt. Belastet haben ihn Fälle, in denen Kinder Opfer von Gewalt wurden, vor allem, wenn sie sexuell misshandelt wurden. Dass der Respekt gegenüber Polizeibeamten zurückgegangen ist, sei eine der traurigen Entwicklungen der vergangenen Jahre. „Wenn Polizisten beleidigt, bespuckt oder attackiert werden, ist es auch keine Entschuldigung, wenn der Täter betrunken war.“

Wenn er sich nicht mit Straftätern beschäftigt, dann ist Alexander Kessler Familienvater, Fan des FC Bayern München und neuerdings auch „Herrchen“. Denn die Familie hat sich einen Hund zugelegt. „Das war eine gute Idee“, sagt der 53-Jährige. Das Tier sei eine Bereicherung. „Ich komme jetzt öfter an die frische Luft und kann dort beruflich abschalten.“

Wer die Nachfolge von Alexander Kessler in Landsberg übernimmt, ist noch offen. Die Stelle sei ausgeschrieben. Feststeht allerdings schon, wer seine Aufgabe als Pressesprecher des Amtsgerichts übernimmt: Richterin Sabine Grub wird sich vorerst darum kümmern.

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