Newsticker

Drosten warnt: Corona-Lage könnte sich auch in Deutschland zuspitzen

27.06.2009

Abschied mit Goethe

Landsberg (löbh) - Seit gestern haben es 70 Absolventen des Ignaz-Kögler-Gymnasiums Schwarz auf Weiß: Mit der Zeugnisübergabe haben sie das "Projekt Abi" erfolgreich beendet. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche blickte bei der Entlassfeier in der Aula des IKG zunächst Abiturientin Cristina Zumkeller zurück auf die nun abgeschlossene Schulzeit. Sie analysierte die letzten beiden Jahre, hatte viel Lob für die Lehrer. "Es gab nur wenige", sagte die Abiturientin, "mit der Einstellung 'Es ist mir egal, ob ihr das kapiert oder nicht'." Der Abiturjahrgang verabschiedete denn auch seine Leistungskursleiter mit einem Präsent, hatte für jeden ein paar lobende Worte. Besondere Anerkennung zollte Zumkeller der Schulleiterin für ihr Talent, Kompromisse zu finden. Ebenfalls gewürdigt wurde die stets "schnelle und unkomplizierte Hilfe" der Damen im Sekretariat.

Kollegstufenbetreuer Axel Flörke schwärmte von "zwei Superjahren" und dankte allen Schülern, die sich besonders engagiert haben. "Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden", gab Flörke den Abiturienten mit auf den Weg, und: "Aus jeder Tiefe kommt ein neuer Anfang."

"Wir müssen nichts sein, sondern alles werden wollen." Mit ihrer Ansprache, bei der sich Goethe und vor allem Faust wie ein roter Faden durchzogen, ging Schulleiterin Ursula Triller auf Bildungsziele und -ideale ein, beleuchtete die diesbezügliche Meinung der Öffentlichkeit. Das Verständnis von universaler Bildung, das Goethe mit seinem Bildungsroman "Wilhelm Meister" prägte und dem er Zeit seines Lebens verpflichtet blieb, schwinge auch heute, 200 Jahre danach, noch in den Erwartungen der Öffentlichkeit an Gymnasium und Hochschule mit. Für den Lateiner Manfred Fuhrmann sei Bildung ein durch Erziehung unterstützter Entwicklungsprozess, der junge Menschen zu selbstverantwortlichen und anpassungsfähigen, aber nicht angepassten, Mitgliedern der Gesellschaft macht.

Das Reifezeugnis prädestiniere zur Übernahme von verantwortlichen Posten, zur Mitgestaltung in der Welt, sagte Triller. Allerdings, wer in Dialog treten wolle, müsse einen Standpunkt vertreten. Wer Fremdes anerkennen wolle, müsse es am eigenen Maßstab messen. "Bleiben Sie Strebende, stecken Sie sich Ziele, stecken Sie sie hoch", gab Ursula Triller den Abiturienten mit auf den Weg, "haben Sie den Mut, auf die eigene Stimme zu hören".

Benedikt Urbanek, Georg Guba und Tobias Drexl umrahmten die Entlassfeier mit ihrer Band, Annette Germscheid und Larissa Deindl lockerten sie mit der Arie der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte auf, in einer Bearbeitung für Klavier zu vier Händen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren