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12.02.2018

Absurde Schwindeleien

Die Commedia Dießen spielt wieder Theater.
Bild: Uschi Nagl

Die Commedia Dießen spielt wieder Theater. Diesmal geht es um die Politik und die Vertuschung eines Skandals.

Nach dreieinhalb Jahren ohne geeignete Spielstätte hat das Laien-Ensemble Commedia Dießen im Blauen Haus mit der Premiere von Ray Cooneys Komödie „Außer Kontrolle“ nahtlos an den legendären Erfolg aus dem Jahr 2014, „Othello darf nicht platzen“ (Ken Ludwig), angeknüpft. Die Zuschauer dankten den Darstellern mit Szenenapplaus, Bravorufen und einem langen Schlussapplaus.

Schäferstündchen mit der Sekretärin

„Noch ein Skandal und wir rutschen bei der nächsten Wahl hinter die Liberalen“, konstatiert Staatsminister Richard Willey. Und schon sind wir mitten im Leben und mitten in Ray Cooneys Boulevardkomödie „Außer Kontrolle“, die 1990 in London uraufgeführt wurde. Eigentlich wollte der smarte, erfolgreiche Konservative – souverän gespielt von Josef Steinle – nur ein gemütliches Schäferstündchen mit Jane (Kathrin Stork), der attraktiven Sekretärin seines politischen Gegners, im Westminster Hotel verbringen, wo nun plötzlich ein lebloser Körper im Hotelfenster hängt. Doch Willey ist wild entschlossen, sich nicht in einen Skandal verstricken zu lassen, sondern seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen, koste es, was es wolle. Und als Sündenbock soll sein aufrichtiger, sympathischer Sekretär George Pigden (M. Ludwig Kramer) herhalten.

Wie ein wilder Stier

Am Premierenabend begleitete das Publikum die beiden Darsteller begeistert bei deren halsbrecherischen Versuchen, dem Ungemach zu entkommen, das von verschiedenen Seiten drohte. Zunächst galt es natürlich dafür zu sorgen, dass Willeys Ehefrau nichts von der missglückten Romanze erfährt. Dabei machten der gemütliche alte Hoteldiener Harold (Andreas Bernhard), der es allerdings faustdick hinter den Ohren hat, der strenge, prüde Hotelmanager (Konrad Linke), Janes eifersüchtiger Ehemann Ronnie (Thomas Bernhard), der wie ein wilder Stier durchs Hotel tobte, und die langsam wieder auferstehende Leiche von Privatdetektiv Jack (Max Koch) den beiden das Leben schwer.

Noch weiter zog sich die Schlinge zu, als nach der Pause schließlich neben der attraktiven Krankenschwester Gladys (Juline Anderesen) auch noch die Ministergattin Pamela – elegant verkörpert von Margot Netter – höchstpersönlich in Suite 650 erschien, die von Bühnenbildnerin Carin Meiler-Hemsing wunderbar konsequent im Design der 70er-Jahre passend zu den Kostümen gestaltet war.

Slapstick und Wortwitz

In der Suite hatten sich Richard und George längst in einem ausweglos scheinenden Netz von Widersprüchen und absurden Schwindeleien verstrickt. Ein Mechanismus, der in dem von Regisseur Alois Kramer höchst präzise inszenierten Stück ein mitreißendes Eigenleben entwickelte, und dank der großartigen Darsteller die Lachmuskeln der Zuschauer heftig beanspruchte. Das Premierenpublikum erfreute sich am rasanten, gut choreografierten Slapstick der Inszenierung ebenso wie am Wortwitz des Stückes. 

Weitere Vorstellungen am Freitag/Samstag, 16./17. Februar und am Freitag/Samstag, 23./24. Februar, jeweils um 19.30 Uhr. Einlass ab 18.30 Uhr. Kartenvorverkauf ab sofort beim Ammersee Kurier, Telefon 08807/237.

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