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Kommunalwahl

27.02.2014

Ähnliche Ziele, unterschiedliche Stile

Finning (das Bild zeigt das neueste Wohngebiet Leitenberg III) soll sich auch weiterhin entwickeln, diese Linie eint die beiden Bürgermeisterkandidaten Roland Brenner und Siegfried Weißenbach.
Bild: Thorsten Jordan

In Finning wollen Roland Brenner und Siegfried Weißenbach Bürgermeister werden

Finning Sechs Jahre nach dem Aufeinandertreffen von Fritz Haaf und Fritz Ostner dürfte es auch am 16. März wieder eine spannende Bürgermeisterwahl in Finning geben. Dieses Mal kandidieren der bisherige Zweite Bürgermeister Siegfried Weißenbach, der in Unter- und in Oberfinning nominiert wurde, und Roland Brenner, der in Entraching aufgestellt wurde.

Das 2:1 bei den Nominierungsversammlungen könnte auf einen Vorteil für Weißenbach hindeuten. Allerdings: In der Summe der drei Versammlungen lag Brenner mit 90 Stimmen gegen Weißenbach mit 66 Stimmen vorn. Aber auch das hat nur bedingt Aussagekraft: Der Stimmenvorsprung Brenners kam wesentlich dadurch zustande, dass in seinem Heimatort Entraching deutlich mehr Bürger an der Nominierungsversammlung teilnahmen als in den beiden anderen einwohnerstärkeren Ortsteilen. Auch insgesamt war dieses Mal die Beteiligung an den Aufstellungsversammlungen niedriger als vor sechs Jahren. Damit ist erst recht unsicher, ob die „Vorwahlen“ wie 2008 das Ergebnis am 16. März vorwegnehmen können. Damals kam Fritz Haaf bei der Wahl auf 52 Prozent der Stimmen (nach 57 Prozent bei den Nominierungsversammlungen), Ostner auf 48 beziehungsweise 43 Prozent.

Der geringere Versammlungsbesuch hatte auch Folgen für die Gemeinderatslisten: Es war nicht so leicht, Kandidaten zu finden. Die beiden Finninger Ortschaften bieten jeweils elf Bewerber, die Entrachinger zwölf Kandidaten für den zwölfköpfigen Gemeinderat auf. Derzeit stellt Unterfinning fünf, Oberfinning vier und Entraching drei Mandatsträger. Dass es in Finning überhaupt noch Ortsteillisten gibt, ist bemerkenswert, da die drei Ortschaften baulich weitgehend zusammengewachsen sind. Die verwinkelten Flurgrenzen zwischen Ober- und Unterfinning sind beiderseits mit Wohngebieten überbaut, und das Gewerbegebiet am Lerchenberg, das man eigentlich am Oberfinninger Dorfrand verortet, steht überwiegend auf Entrachinger Flur.

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Die Entwicklung soll weitergehen

Finning hat in den vergangenen 20, 30 Jahren eine lebhafte Entwicklung genommen. Neue Wohngebiete entstanden und werden weiter erschlossen. Außerdem konnten etliche Unternehmen angesiedelt werden. Für eine Fortsetzung dieser Politik stehen im Prinzip sowohl Weißenbach wie Brenner. Durch ein kontinuierliches Wachstum erhofft man sich im Rathaus, junge Ortsansässige in der Gemeinde zu halten sowie Grundschule und Kindertagesstätte zu erhalten. Bis auf den jetzigen Erstklassjahrgang reichte es bislang noch jedes Jahr, eine Klasse einschulen zu können. Die Gewerbeansiedlungspolitik hat auch wesentlich dazu beigetragen, dass die Gemeinde sich finanziell recht gut entwickelt hat. Daneben versprechen beide Kandidaten mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung.

Die Unterschiede zwischen Brenner und Weißenbach werden eher in Charakter und Wahlkampfstil deutlich. Da versteht es Brenner, sich in Szene zu setzen: Am Wochenende stellte der 42-jährige Gärtnermeister ein Storchennest auf. Seine politischen Ziele formuliert er auf einem Film, von dem zahlreiche Sequenzen, die Finning von oben zeigen, mit einer Drohne gedreht wurden. „Frischer, engagierter und motivierter“, beschreibt Brenner sich selbst. Er pflegt auch eine bisweilen unkonventionelle Art: Seine langen Haare hat er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, und in seinem Wahlspot kündigt er an, seine Frau, mit der er seit 23 Jahren zusammen ist, erst mit 65 heiraten zu wollen.

Die Kampagne von Siegfried Weißenbach setzt mehr auf seine bisherige Arbeit. Der 50-jährige Medizintechniker und Industriemeister mit Vollbart und Ohrring, verweist darauf, dass er den Finningern durch seine zwölfjährige Tätigkeit im Gemeinderat, als Zweiter Kommandant der Feuerwehr und Jugendreferent der Gemeinde ein Begriff ist.

Maßgeblich habe er auch am DSL-Anschluss der Gemeinde und dem Bau des Feuerwehr- und Schützenhauses mitgewirkt. Als Bürgermeister wolle er das realisieren, was er schon als Zweiter Bürgermeister gerne gemacht hätte. Dabei geht es ihm nicht nur um Inhalte, sondern auch um den Arbeitsstil. Er wolle mit den Gemeinderäten offen und objektiv zusammenwirken und sie gut informieren.

Beide wollen ihrem Hauptberuf im Falle einer Wahl nachgehen

Weil das Finninger Bürgermeisteramt ein Ehrenamt ist, werden beide Bewerber auch nach dem 16. März ihrem bisherigen Brotberuf nachgehen. Brenner sagt, als Selbstständiger könne er flexibel auf gemeindliche Baustellen und Termine reagieren und samstags seinen Amtsgeschäften nachgehen. Weißenbach will im Falle einer Wahl nur noch zwei Tage in der Woche seine bisherige berufliche Tätigkeit ausüben, die übrigen Tage wolle er Bürgermeister sein.

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