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Kaufering

05.07.2017

Ältere fühlen Kandidaten auf den Zahn

Auf Einladung der Seniorenbeiräte und -beauftragten aus dem Landkreis diskutierten (von links) Dr. Harald von Herget (Freie Wähler), Michael Kießling (CSU), Kerstin Täubner-Benicke (Grüne), Heinz Thannheiser (Bayernpartei) und Christian Winklmeier (SPD) über seniorenpolitische Fragen.
Bild: Thorsten Jordan

Fünf von bislang sieben Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Landsberg-Starnberg-Germering diskutieren über Politik für Senioren - von der Rente bis zur Pflege.

In 80 Tagen ist Bundestagswahl und der Wahlkampf nimmt auch im Landkreis Fahrt auf. Fünf von bislang sieben Direktkandidaten im neuen Wahlkreis Starnberg-Landsberg-Germering waren am Dienstag in der Aula der Kauferinger Realschule zu erleben: Dr. Harald von Herget (Freie Wähler), Michael Kießling (CSU), Kerstin Täubner-Benicke (Grüne), Heinz Thannheiser (Bayernpartei) und Christian Winklmeier (SPD) stellten sich vor rund 60 Besuchern den Fragen der Seniorenbeiräte und -beauftragten im Landkreis.

Die Debatte kam bei zunächst eher sperrigen Themen mühsam in Gang: Da ging es etwa darum, ob die Altenhilfe – vergleichbar mit der Kinderbetreuung – künftig als kommunale Pflichtaufgabe verankert werden soll und wie die Teilhabe von Senioren in Politik und Gesellschaft erleichtert werden könnte.

Etwas munterer wurde es bei der Frage, wie pflegende Angehörige angesichts des Mangels an Pflegekräften und Kurzzeitpflegeplätzen entlastet werden können. Die fehlenden Fachkräfte benannte Christian Winklmeier dabei als Hauptproblem: Mehr Geld, bessere Ausbildung und Qualifizierung und ein besseres Image waren dabei nicht nur für ihn die Stellschrauben. Ebenso wie Michael Kießling regte er auch eine verpflichtendes Soziales Jahr für alle jungen Leute an. Damit, so ihr Kalkül, könnten mehr Menschen für soziale Berufe begeistert werden.

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Kontroverser wurde diskutiert, wie pflegende Angehörige finanziell (auch im Hinblick auf die eigene Altersversorgung) bessergestellt werden können. Kerstin Täubner-Benicke forderte Lohnersatzleistungen für Arbeitnehmer, die Angehörige pflegen. In dieselbe Richtung wies Christian Winklmeiers Hinweis auf die von der früheren Familienministerin Manuela Schwesig angeregte Familienarbeitszeit. Michael Kießling mahnte derweil, die „Generationengerechtigkeit“ nicht aus dem Blick zu verlieren, neue Leistungen müssten auch finanziert werden.

Lebhaft wurde auch diskutiert, was gegen Altersarmut zu tun sei: Winklmeier verwies auf die „doppelten Haltelinien“ im SPD-Rentenkonzept: Nicht weniger als 48 Prozent Rentenniveau gegenüber dem Erwerbseinkommen und nicht mehr als 22 Prozent Beitragssatz, versicherungsfremde Leistungen wie das Müttergeld müssten aus Steuermitteln finanziert werden. Die Altersversorgung müsse auf eine neue finanzielle Grundlage gestellt werden, in Form einer Bürgerversicherung für alle, forderte Kerstin Täubner-Benicke. Harald von Herget ergänzte, nicht nur die Wertschöpfung aus Arbeit müsse die Renten finanzieren, sondern beispielsweise auch Zins- und Mieteinnahmen. Michael Kießling warnte davor, vorschnell Änderungen vorzunehmen, bis 2030 sei das jetzige System sicher. Heinz Thannheiser stellte dem Gedanken einer Grundsicherung im Alter eine allgemeine ordnungspolitische Überlegung entgegen: Soziale Wohltaten bürgten auch die Gefahr, Freiheitsrechte einzuschränken, meinte er.

Unterschiede taten sich beim Thema Wohnen auf: Christian Winklmeier brachte dabei auch Zwangsmittel wie eine Bodenpreisbremse und eine eigene Grundsteuer für bebaubare Grundstücke ins Spiel. Michael Kießling plädierte dagegen eher Anreize (etwa steuerlicher Art) zu geben, als Zwang auszuüben.

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