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Landsberg

06.07.2020

Ärger über Kot und Unrat neben der Landsberger A96-Rastanlage

Die schmale Türe ist mittlerweile versperrt. In mehreren Sprachen ist dort zu lesen, warum der Durchgang verboten ist.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Der Parkplatz der Raststätte Lechwiesen Süd ist ein beliebter Treffpunkt von Lastwagen- und Sprinterfahrern. Als Toilette nutzen sie oft ein Wäldchen außerhalb der Anlage.

Anton Zahn und seine Familie leben seit 30 Jahren im Landsberger Westen und gehen fast täglich mit ihrem Hund am Parkplatz der Autobahnraststätte Landsberg Lechwiesen Süd vorbei. Und das ist nicht immer angenehm, wie der 59-Jährige unserer Zeitung schildert. Denn ein kleines Wäldchen unweit der Wertstoffsammelstelle wird von Lastwagenfahrern regelmäßig als Toilette genutzt. Deswegen hat sich Anton Zahn jetzt an die Autobahndirektion gewandt, die auf die Missstände reagiert hat.

Durch eine schmale Gittertüre kann der Rastplatz in Richtung der städtischen Wertstoffsammelstelle unweit der Iglinger Straße verlassen werden. Dort grenzt das Wäldchen an. „Es ist ekelerregend und einfach unerträglich, dass neben der Zufahrtsstraße zur Rastanlage und zum Wertstoffhof jede Menge Kot, WC-Papier und anderer Unrat herumliegen“, sagt Anton Zahn. Wie er beobachtet hat, nutzen Lastwagen- und Sprinterfahrer regelmäßig das Wäldchen, um sich zu erleichtern und als Müllhalde. Dabei befinde sich in etwa 100 Metern Entfernung die Toilettenanlage der Raststätte.

Ein beliebter Treffpunkt für Fahrer

Der Bereich des Parkplatzes, wo sich die schmale Gittertüre befindet, ist ein beliebter Treffpunkt der Fahrer. Täglich finden dort auch Fahrerwechsel statt, wie Anton Zahn festgestellt hat. „Für die Fahrer ist es anscheinend nicht zumutbar, die kostenpflichtigen WC-Anlagen der Raststätte aufzusuchen“, sagt er. Einzelne Fahrer würden ihr Geschäft auch erledigen, obwohl Spaziergänger am Zaun vorbeigehen. „Wir als Hundebesitzer sind verpflichtet, die Hinterlassenschaften unseres Vierbeiners in den zur Verfügung stehenden Behältnissen zu entsorgen“, sagt Anton Zahn.

Die Missstände hat der 59-Jährige zunächst dem städtischen Ordnungsamt mitgeteilt, das jedoch nichts tun kann, weil das Wäldchen Eigentum des Freistaats ist und die Autobahnmeisterei zuständig ist. Und so wandte sich Anton Zahn an Roland Immerz von der Autobahndirektion Südbayern, Dienststelle Kempten. Der hat die Türe im Wildschutzzaun verschließen lassen. So sollten Verschmutzungen im Bereich der angrenzenden Grundstücke durch Nutzer des Parkplatzes der Tank-und Rastanlage künftig nicht mehr auftreten.

Den Zaun mit einer Kombizange durchtrennt

Doch dem war nicht so. Wenige Tage später wurde die durch einen Maschendraht verschlossene Tür mit einer Kombizange durchgetrennt. Wie Anton Zahn auf Fotos festgehalten hat, versuchten die vor Ort parkenden Fahrer zuvor über den Zaun zu steigen. Als er sie darauf ansprach, sei ihm gesagt worden, dass die Fahrer nicht für die Benutzung der Toiletten der Rastanlage bezahlen wollen.

Daraufhin organisierte Roland Immerz einen Ortstermin mit der Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben sei die Verrichtung der „menschlichen Geschäfte“ auch im Bereich der Autobahnen nur an den ausgewiesenen Standorten erlaubt. Leider gebe es aber immer noch einige „hemmungslose Verkehrsteilnehmer“, die sich insbesondere aus Kosten- und Bequemlichkeitsgründen nicht an die Vorgaben halten und stattdessen Grünflächen der bewirtschafteten und unbewirtschafteten Rastanlagen benutzen.

An dieser Stelle der Rastanlage Lechwiesen Süd befindet sich die Türe.
Bild: Julian Leitenstorfer

Mittlerweile ist die Türe im Wildschutzzaun wieder verschlossen und mit einer Kette gesichert. Zudem wurden in diesem Bereich des Parkplatzes Hinweisschilder auf die WC-Anlagen der Tank- und Rastanlage angebracht. An der Türe selbst wurde in mehreren Sprachen ein Hinweis angebracht, dass die WC-Anlagen der Tank- und Rastanlage, die ganztägig geöffnet haben, zu benutzen seien. „Wir hoffen mit vorgenannten Informationsmaßnahmen, dass auch künftiges kriminelles Verhalten einiger Verkehrsteilnehmer verhindert werden kann“, schreibt Immerz an Zahn.

Aufgrund einer Kooperation zwischen dem Bundesverband Güterverkehr Logistik und Entsorgung und der Tank & Rast GmbH haben Lastwagenfahrer mit der Brummi-Card bis Mitte September eigentlich kostenfreien Zugang zu Toiletten- und Duschen der Tank & Rastanlagen in Deutschland. Zudem gibt es laut Immerz entsprechende Kooperationen auch mit ausländischen Transportverbänden. Doch Zahn und Immerz gehen davon aus, dass viele der Fahrer, die sich an der Landsberger Rastanlage treffen, nicht in Verbänden organisiert sind.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Ärger auf Rastanlage: Fahrer sind zu bequem und zu geizig

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