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Langerringen

01.07.2010

Ärger um Stall für 39.500 Masthähnchen

Ein Hühnerstall.

Der Widerstand der Anlieger gegen das Projekt ist groß, aber wohl vergeblich: Iim südlichen Landkreis Augsburg wird ein Hähnchenmaststall für rund 39.500 Tiere entstehen. Probleme bereitet der stinkende Mist. Von Monika Schmich

Der Widerstand der Anlieger gegen das Projekt ist groß, aber wohl vergeblich: In Langerringen wird aller Voraussicht nach ein Hähnchenmaststall für rund 39.500 Tiere entstehen. Der Gemeinderat hat dem Bauantrag des Landwirts Matthias Mayr zugestimmt - aber "nicht aus Überzeugung", wie einige im Gremium betonten.

Leicht hatte man sich die Entscheidung nicht gemacht. "Ich habe Verständnis für die Landwirtschaft", sagte Bürgermeister Konrad Dobler. "Sie wird sich künftig in diese Richtung orientieren müssen." Doch der Bürgermeister glaubt, dass von dem geplanten Betrieb, der an der Straße nach Hiltenfingen 350 Meter von einem Gewerbegebiet entfernt entsteht, eine "hohe Belastung für die Allgemeinheit" ausgehe. Neben Lärm und Geruch werden zusätzlicher Schwerlastverkehr und der Transport des Mists zu einer örtlichen Biogasanlage durch den Ort rollen, so die Bedenken des Bürgermeisters.

Der Antragsteller aus Langerringen sieht das anders: "Ich habe reichlich Geld in Gutachten investiert, die zeigen, dass alle Vorgaben eingehalten werden", sagte Mayr gegenüber unserer Zeitung. Das Landratsamt, das das Projekt geprüft hat, gibt ihm recht. Die vorgeschriebenen Abstände zur Bebauung würden eingehalten. Eine Genehmigung an dem geplanten Standort sei ohne Weiteres möglich.

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Der Gemeinderat war damit fast schon gezwungen, dem Projekt zuzustimmen. "Alles andere wäre Rechtsbeugung", betonte der Zweite Bürgermeister Markus Knoll. Denn eine Verweigerung des gemeindlichen Einvernehmens wäre nur aus baurechtlichen Gründen möglich gewesen. Und die waren, da war sich das Gremium einig, nicht gegeben.

Hätte die Gemeinde den Antrag dennoch abgelehnt, hätte das Landratsamt das Projekt vermutlich dennoch genehmigt. Und der Landwirt hätte die Gemeinde wegen der Verzögerung sogar auf Schadenersatz verklagen können. "Wir sind in der Haftung", warnte Bürgermeister Konrad Dobler seine Ratskollegen in der Sitzung. Er stimmte dennoch - genau wie vier weitere Gemeinderäte - gegen das Vorhaben. Elf Räte votierten dafür.

Nachdem das gemeindliche Einvernehmen vorliegt, ist das o. k. des Landratsamtes damit nur noch Formsache, sagte Matthias Mayr. Im September will er mit dem Bau der Halle - 25 Meter breit und 90 Meter lang - beginnen. Im nächsten Frühjahr soll der Mastbetrieb starten. Mayr wirbt um Verständnis: "Ich muss mir doch auch ein sicheres Standbein schaffen."

Die Beeinträchtigung der Bevölkerung will er vermeiden. Der Mist, das verspricht der Landwirt, werde um das Dorf herum gefahren. Und auch der Lkw-Verkehr halte sich in Grenzen, sagt Mayr: Alle sieben bis acht Wochen liefere ein Laster die Tiere, während der 33-tägigen Mastzeit wird nur das Futter per Lkw angefahren. Etwa fünf Lkw werden die Tiere dann zum Schlachten fahren. Von Monika Schmich

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