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Maschinenring

16.04.2015

Aha-Erlebnis mit dem Regenwurmpapst

Sorgte für den Höhepunkt der Versammlung: Johann Busser (Mitte) mit Ottmar Keller (links) und Christian Leis.
Bild: Ludwig Herold

Ultraflacher Ackerbau und optimistische Bilanz. Haushalt genehmigt

„Wir haben ein ertragreiches Jahr hinter uns. Das heißt, wir haben alles richtig gemacht.“ Christian Leis, der als Vorsitzender des Maschinenrings (MR) Landsberg in Schwifting die 52. Jahreshauptversammlung eröffnete, hatte allen Grund, optimistisch auf das Geschäftsjahr zu blicken.

Weniger erfreut zeigte sich Leis jedoch über die 1984 eingeführte Milchquotenregelung. „Das war die teuerste Einzelmaßnahme, die der Staat jemals für die Bauern auf den Weg gebracht hat.“ Denn allein für den Kauf und das Leasing der Milchquote seien in den zurückliegenden 30 Jahren bei einem Umsatz von rund 17,5 Milliarden Euro mit einer Gewinnrate von 20 Prozent 3,5 Milliarden Euro ausgegeben worden. „Und das nur für die Erlaubnis, Milch zu liefern.“ Trotz der mündlichen Zusage des damals amtierenden Landwirtschaftsministers Ignaz Kiechle („Es kann Bauer bleiben, wer Bauer bleiben will“) hätten seither „80 Prozent der Betriebe mit der Milchviehhaltung aufgehört“.

Mit angenehmeren Meldungen wartete Geschäftsführer Ottmar Keller auf. Er berichtete von 872 Betriebshilfemaßnahmen und 128 sozialen Einsätzen. Unter den 908 MR-Mitgliedern, so Geschäftsführer Keller, „arbeiten 605 Mitglieder als Auftragnehmer aktiv mit“. Positiv bewertete das Ergebnis der Kassenprüfung auch Stefan Mayr. Er schlug deshalb der Versammlung die Entlastung des Vorstandes vor, die dann einvernehmlich erfolgte. Auch der Haushalt 2015 fand einhellige Zustimmung.

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Ein „Aha-Erlebnis“ hatten die Mitglieder und Gäste dann durch den Vortrag „Erfolgreicher Ackerbau mit ultraflacher Bodenbearbeitung“ des Gastreferenten Johann Busser aus Brachstadt (Kreis Donau-Ries). Als aktiver Landwirt und Ackerbauer ließ Busser die Zuhörer im „Jahr des Bodens“ schon deswegen aufhorchen, weil er seit gut 25 Jahren seine Philosophie mit großem Erfolg auch praktiziert.

Seither gilt er in Kollegenkreisen zwar als „‚Humusprediger“ und „Regenwurmpapst“. Er selbst bezeichnet sich jedoch „als Freund des Bodens“. Es sei nicht notwendig, mit aller Gewalt den Boden zu bearbeiten, weil man meint, je mehr man investiert, umso mehr Ertrag kommt raus. „Das ist ein Trugschluss.“ Und das könne er aufgrund eigener Erfahrung auch beweisen. „Seit zehn Jahren bearbeite ich meinen Boden nur auf einer Tiefe von sechs, sieben Zentimetern. Intakter Boden braucht keine Lockerung.“

Die Kunst sei vielmehr, die Bodenfruchtbarkeit zu steigern, aber gleichzeitig mithilfe des Regenwurms und der Bodenorganismen den Humus zu mehren. Ganz wichtig: Nach jeder Ernte wird als „grüne Brücke“ eine Zwischenfrucht angebaut. „Es muss immer etwas auf dem Boden wachsen, weil sich die Wurzeln daraus ihre benötigten Mineralien holen und so die Böden kostenlos düngen.“

Die „Löwenarbeit“ im Boden verrichteten ohnedies die Regenwürmer und Bodenorganismen, sagte Busser.

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