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Landkreis Landsberg

31.10.2020

Allerheiligen: Wie werden die Gräber in Zeiten von Corona gesegnet?

An Allerheiligen ist es Brauch, die Gräber zu segnen. Doch wie geht das in Corona-Zeiten? Das Landsberger Tagblatt hat nachgefragt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Wo Gräber eng beieinanderliegen, sollen sich an Allerheiligen nicht zu viele Angehörige auf einmal versammeln. Die Pfarreien im Landkreis Landsberg gehen unterschiedliche Wege.

An Allerheiligen und Allerseelen gedenken die Menschen ihrer Toten. In den Kirchen findet eine Totenandacht statt, danach gehen die Gläubigen auf den Friedhof, und der Pfarrer segnet die Gräber. Doch wie wird der 1. November im Zeichen von Corona begangen? Das Landsberger Tagblatt hat nachgefragt. Und erfahren, dass man in den Pfarreien und Pfarreigemeinschaften sehr unterschiedlich reagiert – je nachdem, wie die räumlichen Verhältnisse aussehen.

Die Problematik an Allerheiligen: Nach den Gottesdiensten gehen die Gläubigen gemeinsam auf den Friedhof, und dort kann es schwierig werden, wenn die Gräber eng nebeneinanderliegen. Bei Gottesdiensten im Freien gilt als einzige Vorgabe, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist, es sei denn, man lebt im gleichen Haushalt.

In Landsberg bleibt trotz Corona eine Tradition erhalten

In Landsberg wird die Gräbersegnung gemeinsam begangen. Stadtpfarrer Michael Zeitler bittet darum, dass die Besucher an Allerheiligen den Friedhof nur mit Maske besuchen. Landsberg muss sich heuer von keiner Tradition verabschieden: Da die Kirchen von den Friedhöfen weiter entfernt sind, „hatten wir an Allerheiligen keinen Gottesdienst vor der Gräbersegnung“. Das Gedächtnis für Verstorbene finde an Allerseelen, dem 2. November, statt.

Zur Gräbersegnung kämen immer so um die 200 Personen auf den Waldfriedhof, dort zerstreue sich die Menge. Derzeit ist laut Zeitler angedacht, vor der Gräbersegnung auf dem Alten Friedhof und auf dem Waldfriedhof eine kleine Andacht abzuhalten. Von den in Pitzling und in Reisch üblichen Gottesdiensten vor der Segnung der Gräber sehe man ab.

Landsbergs Stadtpfarrer Michael Zeitler bei der Segnung der Gräber.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Die Pfarreiengemeinschaft Penzing-Weil hat mitgeteilt, dass das Totengedenken mit dem Gebet für die Verstorbenen am Nachmittag des Allerheiligentages nur auf den Friedhöfen stattfinden wird. Der sonst an diesem Tag übliche Rosenkranz und die Totenandacht in der Kirche entfielen. Die Teilnehmer seien verpflichtet, während der Feier auf dem Friedhof einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Abstand zu halten. Ausgeschlossen seien an Covid-19 Erkrankte, deren Kontaktpersonen und Menschen mit Symptomen.

In Dießen geht der Pfarrer alleine auf den Friedhof

In der Pfarreiengemeinschaft Dießen wird die Gräbersegnung praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Das hat Pfarrer Josef Kirchensteiner angekündigt. Er will zu unbestimmter Zeit alle Friedhöfe der Pfarreiengemeinschaft besuchen, dort ein Gebet sprechen und die Gräber segnen. Jeder Gläubige könne zu jeder Zeit die Gräber seiner Angehörigen besuchen und für sich auf dem Friedhof beten. Dazu liegen in den Kirchen und Friedhöfen Gebetsvorlagen aus, in den Vorräumen der Kirchen und bei den Aussegnungshallen in Obermühlhausen und Riederau steht Weihwasser zur persönlichen Gräbersegnung bereit.

Kirchensteiner gibt zu bedenken, dass die Situation auf den Friedhöfen in der Pfarreiengemeinschaft sehr unterschiedlich sei. Einerseits gebe es Gottesäcker, die großzügig angelegt sind, andererseits auch den sehr engen Friedhof in St. Georgen, „und ich kann es nicht auf dem einen Friedhof so machen und auf dem anderen anders“, sagt Kirchensteiner.

Damit agiert man in Dießen etwas vorsichtiger, als es ein Schreiben des Bischöflichen Ordinariats vom 29. September nahelegt. Darin heißt es zwar, auf den nachmittäglichen Gottesdienst im Kirchenraum solle an Allerheiligen verzichtet werden, „es wäre allerdings gerade auch vor dem Hintergrund der Pandemie ein falsches Signal, wenn Totengedächtnis/Segnung der Gräber einfach ausfallen würden“.

Die Segnungen der Gräber an Allerheiligen laufen dieses Jahr anders ab. Pfarrer Johannes Huber und die Ministrantinnen Elisa, Veronika und Ingrid in Igling werden geweihte Zweige an die Gräber legen.
Bild: Thorsten Jordan

Auf eine Gräbersegnung will man in der Pfarreiengemeinschaft Igling verzichten. „Es wird keine zentrale Feier am Nachmittag geben“, sagt Pfarrer Johannes Huber. Zu verschiedenen Zeiten solle auf den fünf Friedhöfen das Totengeläut erklingen und ein Geistlicher werde ein Gebet sprechen. Denn die Räume auf den Friedhöfen sind laut Pfarrer Huber zu eng, als dass sich ein Abstand von 1,5 Metern halten ließe. Der Geistliche weiß auch von mehreren Beerdigungen in diesem Jahr, die darauf schließen lassen, dass viele Familienmitglieder zu diesen Gräbern kommen.

Geltendorf bietet online einen Gebetsvorschlag

Den Hinterbliebenen soll aber trotzdem ein weihevoller Akt an die Hand gegeben werden, so Pfarrer Huber: Mithilfe der Ministranten werde neben jedes Grab ein gesegneter Zweig gelegt. Die Friedhofsbesucher könnten ihn aufs Grab legen „und selbst ein Segensgebet sprechen“. Da die Totenandacht entfalle, solle an Allerseelen ab 17 Uhr ein Requiem mit Erwähnung der Verstorbenen stattfinden, so Huber. Ähnlich gehandhabt wird das auch in anderen Pfarreien.

Abgesagt ist die traditionelle Gräbersegnung auch auf den Friedhöfen der Pfarreiengemeinschaft Geltendorf. Stattdessen werden die Gräber laut Pfarrer Thomas Simon Wagner durch die zelebrierenden Geistlichen nach den jeweiligen Allerheiligengottesdiensten am Vormittag gesegnet. „Auf der Homepage www.pfarrei-geltendorf.de finden die Angehörigen einen Gebetsvorschlag für den privaten Besuch der Gräber“, so Wagner.

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