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Dießener Keramikpreis

15.05.2015

Allgäuer und Koreaner gewinnen

Auf der Favoritenliste für die Gewinner des Keramikpreises war er schon oft: Toni Maurer, das „„Töpfermarkt-Urgestein“ aus Kempten. Dieses Jahr hat es geklappt.
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Auf der Favoritenliste für die Gewinner des Keramikpreises war er schon oft: Toni Maurer, das „„Töpfermarkt-Urgestein“ aus Kempten. Dieses Jahr hat es geklappt.
Bild: Daniel Wiesheu

Kiho Kang und Toni Maurer wurden ausgezeichnet, Wettbewerb stand heuer unter der Überschrift „Keramische Tafelfreuden“

„Keramische Tafelfreuden“ hieß heuer das Motto für den Dießener Keramikpreis und die beiden Gewinnerarbeiten könnten nicht unterschiedlicher sein: Der Koreaner Kiho Kang lernte in seiner Heimat das Keramikhandwerk. Heute lebt und studiert er in Deutschland. Seine Werkestücke sind mit der Hand frei aufgebaut und die Zeit, die er dafür aufwendet, entspricht der koreanischen Einstellung, dass gute Arbeit ihre Zeit benötigt. „Die überwiegend weißen Oberflächen stehen in angenehmer Verbindung mit den meist zarten Glasuren. Kang spielt mit klaren und geometrischen Formen, dabei führt seine minimalistische Gestaltung zu Gefäßen, die teilweise Sinnbilder von Gefäßformen darstellen und eine große Zeichenhaftigkeit beinhalten. Selbst wenige Teile davon verzaubern einen Tisch in eine keramische Landschaft“, so das Urteil der Jury.

Toni Maurer dagegen ist schon ein richtiges „Töpfermarkt-Urgestein“, wie ihn Marktleiter und Jurymitglied Wolfgang Lösche betitelte. Er hält die Technik der bemalten Irdenware aufrecht wie man sie von der bayerisch-schwäbischen verzierten Ware aus vergangenen Jahrhunderten kennt. Dabei hat der Kemptner sich einen höchst persönlichen Stil zugelegt, der deutlich zeigt, wie man Traditionen weiterentwickeln und durch Gestaltung neuer Dekore in die heutige Zeit übertragen kann. Seine Geschirre sind für den täglichen Gebrauch bestimmt. In der Kombination ganzer Service spiegelt sich seine Meisterschaft in der Form und seine Freude am Dekor.

„Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein“, bringt Lösche auf den Punkt, was jeder Betrachter sofort sehen kann. Weiter zur Jury zählten Dr. Corinna Röser von der Neuen Sammlung München, Dr. Angela Böck von der Handwerkskammer, der Münchner Keramiksammler Rudolf Strasser sowie die Preisträgerin vom letzten Jahr, Sara Dario.

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Großen Töpfermarkt-Fans wird aufgefallen sein, dass das Motto des diesjährigen Preises dem des ersten vor 15 Jahren ähnelt. Damals hieß es „Handwerkliche Services“. So werden nach Lösches Auffassung die Entwicklungen und Innovationen die die Keramik in den vergangenen Jahren erlebt hat, deutlich. „Die keramische Welt hat sich verändert: Es gibt neue Materialien, neue Techniken und neue Farben. Die Entwicklung geht immer weiter“, so der Marktleiter.

Nicht nur der Töpfermarkt an sich feiert heuer somit sein 15-jähriges Jubiläum – auch der Keramikpreis. Helmut Rohde hatte ihn ins Leben gerufen Der Preis erfreut sich weit über Dießens Grenzen hinaus europaweit großer Anerkennung. Der Sohn des Stifters, Benjamin Rohde, überreichte den Preis. Rohde versicherte, dass er trotz des wechselhaften Wetters bereits viel Freude auf dem Markt gehabt habe.

Auch Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch zeigte sich erfreut vom Marktauftakt: „Wir wissen ja: Immer wenn Töpfermarkt ist, regnet es. Trotzdem sind die Menschen schon gleich am ersten Tag nach Dießen geströmt.“ Viele, die aus dem Augsburger oder Münchner Raum kamen, wo es offensichtlich schon in der früh heiter war, hatten ein anderes Wetter erwartet, wie Verwaltungschef Erich Neugebauer dem Landsberger Tagblatt sagte. Bereits um 11.15 Uhr sei in Bierdorf der Parkplätze östlich der Staatsstraße dicht gewesen, dann sei der westlich der Straße geöffnet worden. Dadurch, das die Einfahrt verlegt worden sei, als das Entrée zu matschig war, habe man gut Aus- und Einfahren können. Ansonsten wurde laut Neugebauer im ganzen Ort kreuz und quer geparkt. „Die Autos standen bis hinaus zum SOS-Kinderdorf.“ Aber die Hauptstraße sei die ganze Zeit befahrbar gewesen. Dass sich jetzt nach dem Dauerregen am Freitag auch Pfützen auf dem Marktgelände bilden, lässt sich laut Neugebauer schwer vermeiden. Am Donnerstag sei schon eine Lkw-Ladung voller Hackschnitzel dort angeliefert worden.

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