1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Als die Polizei anrückt: Frau wirft Haschisch aus dem Fenster

Landsberg

15.07.2019

Als die Polizei anrückt: Frau wirft Haschisch aus dem Fenster

Eine 38 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Landsberg wurde jetzt wegen 200 Gramm Haschisch zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Bild: Friso Gentsch/dpa (Symbolbild)

Obwohl sich die Kripo noch telefonisch bei einer Frau aus dem Landkreis Landsberg ankündigt, will sie die Beamten abwimmeln. Denn sie hat einiges an Haschisch zu Hause.

Der Kauf von 200 Gramm Haschisch, das sie weiterverkaufen wollte, ist einer 38-jährigen Frau aus dem Landkreis zum Verhängnis geworden: Im Zuge von Ermittlungen war die Kripo aus Miesbach und Fürstenfeldbruck auf ihre Adresse gestoßen. Einen Tag nach dem Kauf der Drogen von einem Dealer in München fanden die Ermittler fast 196 Gramm Haschisch in ihrer Wohnung. Wegen unerlaubten Erwerbs und Handels mit Rauschgift musste sich die Frau jetzt vor dem Schöffengericht in Landsberg verantworten.

Nach einem Rechtsgespräch, das ihr Anwalt Sascha Schnarr angeregt hatte, zeigte sich die Angeklagte in vollem Umfang geständig. Hierfür war ihr in Aussicht gestellt worden, dass sie im Höchstfall mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren zu rechnen habe. Im Gerichtssaal sagte die Frau, dass etwa zehn Prozent der erworbenen Drogen dem Eigenkonsum gedient hätten. Es handelte sich um Haschisch mit einem Wirkstoffgehalt von zirka 1,7 Prozent und bei 200 Gramm um eine Menge, die vom Gesetzgeber als nicht mehr als „gering“ gewertet wird.

Die Frau legt ein umfassendes Geständnis ab

Im Zusammenhang mit der Durchsuchung ihrer Wohnung kamen auffallende Details zur Sprache: Bei einem Anruf der Kripo, die ihr Kommen wegen eines Verdachts gegen sie ankündigte, wimmelte die Frau den Polizisten am anderen Ende der Leitung zunächst einfach ab. Sie sagte kurzerhand, dass sie nicht zu Hause sei. Als die Beamten wenig später die Wohnungstüre der Frau aufbrechen wollten, besann sie sich offenbar eines Besseren: Sie öffnete, um einen größeren Schaden zu vermeiden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Anschließend fanden die Beamten in ihrer Wohnung nach und nach 195,9 Gramm des Rauschgiftes. Aber nicht nur dort: Einen Großteil der Drogen hatte die Frau nämlich in einen Handschuh gepackt und diesen über den Balkon auf eine Grünfläche vor dem Haus geschleudert. Den Polizisten fielen zudem 290 Euro in die Hände.

So hoch fällt die Geldstrafe aus

„Es war gut, dass Sie ein Geständnis abgelegt haben“, erkannte Alexander Kessler, der hauptamtliche Vorsitzende des Schöffengerichts, das Verhalten der Frau an. Er sprach von einer günstigen Sozialprognose. Die 38-Jährige muss nicht hinter Gitter. Kessler verhängte eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird.

In dieser Zeit wird der Frau ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Die Frau muss 3000 Euro in Raten von monatlich 150 Euro an die Drogenhilfe Schwaben bezahlen. Staatsanwalt Dominik Semsch hatte zwei Jahre auf Bewährung beantragt, Verteidiger Schnarr für seine Mandatin ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung. (eh)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren