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Asyl

18.02.2015

Alte Rezepte in der neuen Heimat

Kürzlich fand das erste afrikanische Essen in Penzing statt. Unser Bild zeigt Henry Osa Idemudia, der das Essen austeilt.
Bild: Irmengard Stengele

In Penzing haben die afrikanischen Flüchtlinge mit ihren Helfern gekocht. Aktuell sind sie auf der Suche nach Sprachpaten

„Meine Mutter hat mir das beigebracht“, antwortet Henry Osa Idemudia auf die Frage, woher er denn so gut kochen könne. Geduldig lädt der Asylbewerber aus Nigeria große Portionen Jollof Reis mit Huhn und Chicken Stew mit weißem Reis auf die Teller. Beide Gerichte kommen aus Westafrika.

Mit großem Appetit ließen es sich die Besucher des ersten afrikanischen Essens im Penzinger Pfarrheim schmecken. Eingeladen waren neben sieben weiteren Asylbewerbern aus Nigeria, Sierra Leone und Südafrika ihre deutschen Sprachlehrer und ihre zukünftigen Sprachpaten. Die acht Penzinger Afrikaner bekommen seit Anfang Dezember zweimal in der Woche ehrenamtlich Deutschunterricht von Daniela Edl. Seit Mitte Januar unterrichten Marlies und Hans-Herrmann Brambach zusätzlich ebenfalls zweimal pro Woche ehrenamtlich, sodass sie jetzt jede Woche viermal Deutsch lernen können.

Um die Aussprache noch intensiver zu üben und mehr Konversation zu ermöglichen, wünschen sich die Sprachlehrer für ihre Schüler Sprachpatenschaften. Bisher seien leider noch nicht genug Paten in Penzing gefunden worden, sagt Irmengard Stengele. Der Zeitaufwand sei aber gar nicht allzu groß: Ungefähr einmal in der Woche sollten sich die Paten mit ihrem „Patenkind“ für eine Stunde treffen, um gemeinsam Deutsch zu sprechen, ein Spiel zu spielen, vielleicht gemeinsam zu kochen oder eine andere Freizeitbeschäftigung zusammen auszuüben. Den Ideen seien keine Grenzen gesetzt, sagen die Organisatorinnen Daniela Edl und Irmengard Stengele. „Hauptsache ist, dass dabei Deutsch gesprochen wird.“ Englischkenntnisse seien dafür nicht erforderlich. Im Gegenteil: Manchmal seien sie sogar von Nachteil, da dann immer die Gefahr bestehe, in einer englischen Unterhaltung zu enden. Auch eine Familie oder ein Paar kann eine Sprachpatenschaft übernehmen.

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Nach dem gemeinsamen Essen schlug Pfarrer Martin Rudolph einige einfache Gruppenspiele vor, an denen sowohl die Deutschen als auch die Afrikaner viel Spaß hatten. Um an diesem Nachmittag auch eine heimische Tradition zu pflegen, gab es zum Abschluss Kaffee und Kuchen. Idrissa Sankoh und Lucas Adjei hatten am Tag zuvor geholfen, Guglhupf und Zitronenkuchen zu backen. Kaffee und Tee kamen wiederum aus Afrika. „Heute bin ich glücklich“, sagt Osman Jalloh aus Sierra Leone auf Deutsch, „oft geht’s mir nicht gut, aber heute bin ich sehr glücklich“. (lt)

zum Freiwilligenteam in Penzing über Irmengard Stengele, Telefonnummer 08191/8597 oder per Mail an irmengard.stengele@gmx.de.

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