Newsticker

Bundesregierung erklärt fast ganz Österreich und Italien zu Risikogebieten
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Alte Wache mit neuer Chance

Abwägung

15.05.2015

Alte Wache mit neuer Chance

Erinnerungsort oder längst abbruchreif? Der Stadtrat wird sich vor Beantwortung der Frage vor Ort nun selbst ein Bild machen.
Bild: Thorsten Jordan

Heimatpfleger sieht ehemaligen NS-Bau als Erinnerungsort, Stadt wollte das Gebäude dagegen längst abreißen

Eignet sich die alte Wache im Frauenwald als eventuelle Unterkunft für Asylbewerber oder sollte dort eventuell ein Dokumentationszentrum zu der im Frauenwald einst geplanten Zellulosefabrik entstehen? Bevor der Stadtrat sich über diese beide Fragestellungen unterhält, will er sich im Rahmen eines Ortstermins selbst ein Bild über das Abbruchobjekt machen.

Diesen Status hat nämlich das Gebäude, das in der NS-Zeit entstand, mittlerweile. Eine Beseitigung dieses Wachgebäudes sei laut Herbert Frey, Leiter der Abteilung Grundstückswirtschaft, aus Kostengründen immer wieder verschoben worden. Für das Gebäude, das in zu jener Zeit typischem Heimatstil errichtet wurde, wie er auch am Obersalzberg bei Berchtesgaden oder in Jägerkasernen noch heute zu sehen ist, habe es in der Vergangenheit immer wieder Kauf- oder Mietanfragen gegeben. Eine Weiternutzung sei jedoch von der Stadt stets abgelehnt worden.

Reinhard Skobrinsky war auf das Gebäude aufmerksam geworden, als er selbst einmal die alte Wache betrat und feststellte, dass das Gebäude seiner Meinung nach noch zu nutzen wäre – natürlich nach entsprechenden Nachbesserungen. Sein ursprünglicher Plan: „Dort könnte Wohnraum für Asylbewerber entstehen.“ Inzwischen habe er sich von Stadtheimatpfleger Werner Fees-Buchecker informieren lassen, dass die alte Wache auch als Standort für ein Dokumentationszentrum geeignet wäre. Fees-Buchecker erklärte seine Überlegungen. Er selbst gilt als Kenner der Örtlichkeiten, bietet immer wieder Führungen an. Im Flächennutzungsplan sei ein solches Dokumentationszentrum zu der damaligen Munitionsfabrik der Nationalsozialisten eingetragen. Fees-Buchecker hält die alte Wache schon allein wegen der Architektur als dafür geeignet, „auch wenn es gleichzeitig ein Täterort ist.“

Jedoch stehe das Gebäude nicht unter Denkmalschutz. Zwischenzeitlich hatte die Stadt das Wachgebäude unter anderem als Forstdienstgebäude genutzt. Heizung und Wasseranschluss, so Herbert Frey, seien seit Längerem außer Betrieb. Der Strom wurde noch nicht abgemeldet, da das Stadtarchiv dort noch Archivalien einlagert. (hön)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren