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Denklingen

09.10.2019

Altes Rathaus: Kritik an den Umbauwünschen einer Ärztin

Im früheren Denklinger Rathaus soll eine Arztpraxis öffnen. Die Gemeinde geht beim Umbau des Gebäudes finanziell in Vorleistung.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Eine Medizinerin will mit ihrer Praxis in die Räume des alten Rathauses in Denklingen einziehen. Warum ihre Wünsche im Gemeinderat auf wenig Gegenliebe stoßen und das Projekt teurer wird.

Die Gemeindeverwaltung und der Bürgermeister von Denklingen sind in den Sommerferien ins neue Rathaus – das ehemalige Gasthaus Hirsch – umgezogen. Damit ist der Weg frei für den Umbau und die Sanierung des bisherigen Rathauses. Insgesamt kostet das Projekt nach aktuellem Stand 1,6 Millionen, wovon die Gemeinde 1,25 Millionen stemmen muss. Auch die Raiffeisenbank, die das Gebäude ebenfalls nutzt, ist finanziell eingebunden.

Wärme und Feuchtigkeit im Gebäude bereiten Probleme

Die Immobilie gehört der Gemeinde. In den Räumlichkeiten möchte sich eine Allgemeinmedizinerin einmieten, die aktuell in der Frühlingstraße in Denklingen ihre Praxis hat und nach einer Alternative sucht. Die Planungen und die damit verbundenen Kosten sorgten in der vergangenen Sitzung des Gemeinderats aber für Unmut und Gesprächsbedarf. Grund waren Preissteigerungen in den verschiedenen Gewerken. Ein Plus von 172.000 Euro präsentierten die Planer den Gemeinderäten. Allein der Bereich Heizung/Sanitär schlägt mit einem Plus von 85.000 Euro zu Buche. Es sind unter anderem der Einbau einer Dusche für die Mitarbeiter und Umluftkühlgeräte zur ursprünglichen Planung hinzugekommen. Die Geräte sollen die Wärme und die Feuchtigkeit aus dem Gebäude transportieren.

Gemeinderätin klagt über "Wunschkonzert"

„Das ist doch kein Wunschkonzert“, kritisierte Gemeinderätin Regina Wölfl die Mehrkosten. Die vorgesehene Dämmung des Gebäudes und das Herunterlassen der Jalousien sollten doch im Sommer ausreichen, so Wölfl. Dem widersprach Planerin und Innenarchitektin Katharina Stadler. „Das Problem ist, dass man aus Gründen des Einbruchsschutzes die Fenster nachts nicht offen lassen darf und man deswegen die Wärme und Feuchtigkeit auch nicht aus den Räumen bekommt. In der Arztpraxis werden sich viel mehr Menschen aufhalten, als es in der Verwaltung der Fall war“.

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Gemeinderat Martin Steger äußerte sich mit Blick auf die gestiegenen Kosten kritisch. „Wir finanzieren das Projekt vor. Wie spiegeln sich die Mehrkosten in der Kalkulation wider? Schließlich soll es zu einem Zeitpunkt X abgezahlt sein“, hakte er nach. Bürgermeister Andreas Braunegger verwies darauf, dass diese Frage durch den Mietvertrag geregelt werde. Er hob zudem die Wichtigkeit der Arztpraxis für die Gemeinde hervor. Zudem plädierte der Bürgermeister dafür, das Vorhaben lieber in etwas größerem Rahmen zu betrachten, damit hinterher nicht teuer nachgerüstet werden müsse. Ähnlich wie Steger äußerte sich auch Ratskollege Markus Sporer. Er bezeichnete die präsentierten Kosten als „brutal“.

Bürgermeister hebt die Bedeutung der Praxis hervor

Bürgermeister Andreas Braunegger betonte, dass bei den Planungen bereits immer nach der günstigsten Lösung gesucht worden sei. Er bot aber an, dass beispielsweise noch einmal berechnet werden könnte, inwiefern eine einfache Garderobe und Stühle billiger seien als der von der Ärztin gewünschte Einbauschrank mit Sitzgelegenheit. In der jetzigen Entwurfsplanung wurden noch weitere Wünsche der Medizinerin berücksichtigt. So werde auf den Seminarraum verzichtet und ein weiteres Behandlungszimmer geschaffen. Auch soll es eine Umkleide für das Personal geben, mehr Sitzplätze für die Patienten, und der Empfangsbereich soll größer als zunächst angedacht werden.

Fördergelder fließen nicht, sagte Innenarchitektin Stadler auf Nachfrage des Landsberger Tagblatts. Letztlich stimmten alle anwesenden Gemeinderäte der vorgestellten Entwurfsplanung alle zu. Die barrierefrei zugängliche Arztpraxis soll spätestens Anfang 2021 in Betrieb gehen.

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