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Eching

06.06.2019

Am Ammersee droht eine große Mückenplage

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Echings Bürgermeister Siegfried Luge überprüft an einer feuchten Stelle nahe der Amper, ob es hier Mückenlarven gibt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Bei Eching schwirren schon viele Mücken herum und dort, wo das Wasser steht, sind weitere Larven zu erkennen. Was ein Experte dazu sagt, und warum außer persönlichen Schutzmaßnahmen heuer nichts passieren wird.

„Es sind schon viele geschlüpft“, sagt Echings Bürgermeister Siegfried Luge und zeigt nahe der Amper auf Larven und bereits ausgewachsene Mücken. Und es werden noch mehr werden: Dort wo in den Wiesen am Ammersee das Wasser steht, sind viele kleine schwarze Mückenlarven erkennbar. Hochwasser und danach wärmende Sonnenstrahlen, das ist die ideale Kombination, um die Mückenbrut gedeihen zu lassen und vor allem in den Ammerseegemeinden fürchtet man eine Mückenplage. Das LT hat unter anderem mit einem Stechmückenexperten gesprochen.

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Biologe rechnet mit einer hohen Belastung

Mathias Galm ist Diplom-Biologe und für den Verein Kommunale Aktionsgemeinschaft zu Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) am Oberrhein tätig. Dort wird ab einer bestimmten Belastung das Bacillus thuringiensis israelensis (BTI) gegen die Mückenlarven eingesetzt. Galm hat sich vor Kurzem die Situation am Ammersee angesehen und Wasserproben genommen. Und darin schwammen sie, die Mückenlarven. „Für ein Hochwasser ist es ein normaler Besatz“, sagt Galm, was aber nichts anderes heißt, als dass „mit einer hohen Belastung zu rechnen ist“.

Fast rund um den See, überall gebe es Überschwemmungsbereichen. Und überall dort gedeihen die kleinen Blutsauger. „Es sind ideale Brutgebiete.“ Mücken brauchen Feuchtigkeit, um sich zu entwickeln, wie Galm erläutert. Für die „Hausmücken“ also Mückenarten, die abends im Schlafzimmer an der Decke hängen und auf ihre Opfer warten, genügt zur Entwicklung laut Galm die Regentonne im Garten oder ein Eimer mit Wasser. Hausmücken fliegen nicht weit, maximal 100 Meter.

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Überschwemmung fliegen in die Siedlungen

Wenn man von einer Mückenplage spricht, handelt es sich aber zumeist um mehrere Arten, die als Überschwemmungsmücken bezeichnet werden: Erst wenn Flächen bei Hochwasser überstaut werden, schlüpfen dort laut Galm aus den Eiern die Larven. „Vom Ei über die Larve bis zum Insekt dauert es 10 bis 20 Tage.“ Das perfide an diesen Arten: Sie können mehrere Kilometer fliegen. Finden sie in Wald oder Uferbereich nicht ausreichend Opfer, machen sie sich auf in die Siedlungen.

Vor diesem Massenangriff aus den nassen Wiesen fürchten sich die Anrainer. Seit einigen Jahren engagiert sich die Aktionsgruppe - mittlerweile der Verein - „Mückenplage – Nein Danke“ zu diesem Thema. Anfangs forderten die Aktivisten, dass auch am Ammersee BTI eingesetzt wird, jetzt will man über verschiedene Lösungsmöglichkeiten diskutieren.

Lesen Sie dazu auch: Dorow will Mücken mit BTI bekämpfen

Basis für einen Einsatz dieses Mittels, der von der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung von Oberbayern genehmigt werden muss, ist eine Kartierung der Flächen, die bisher noch nicht erfolgt ist.

Spenden sollen die Kartierung finanzieren

2017 konnte sich der Verein und auch Echings Bürgermeister Siegfried Luge, der sich seit mehreren Jahren für eine konzertierte Aktion gegen Mücken einsetzt, nicht bei den anderen Ammerseegemeinden durchsetzen, um gemeinsam eine Kartierungsaktion zu finanzieren. Vonseiten der Naturschützer gibt es Bedenken gegen einen Einsatz des Mittels. Außerdem sind die Kosten für eine Ausbringung von BTI hoch..

Eine Mückenplage wurde auch 2017 befürchtet:

Jetzt sucht der Verein „Mückenplage – nein Danke“ Spender, um die Kartierung zu finanzieren. Dem Vorsitzenden, Rainer Jünger, ist es wichtig, dass eine wissenschaftliche Untersuchung vorliegt. Er sieht die Politik in der Pflicht. „Die Gemeinden müssen Verantwortung übernehmen.“ Man müsse sich Gedanken machen, wie man mit einer Mückenplage umgeht. „Wenn die Daten einer Kartierung vorliegen, dann muss man über Lösungsstrategien nachdenken und diskutieren“, sagt Rainer Jünger.

Der Landkreis hat selbst eine Studie beauftragt

Zwar sind die Brutstätten nicht flächendeckend erfasst, wissenschaftlich erforscht werden die Mücken vom Ammersee aber bereits: Ein Doktorand der Uni Oldenburg beschäftigt sich mit Mückenarten in Deutschland. In Schondorf und Inning wurden für diese wissenschaftliche Untersuchung jeweils eine und in Eching zwei Fallen aufgestellt. Der Landkreis hat sich laut Pressesprecher Wolfgang Müller vor zwei Jahren an der Studie angedockt und lässt ein eigenes Gutachten bei der Uni Oldenburg erstellen. Dabei wurden acht Fallen rund um den See aufgestellt. Allerdings habe es 2017 schon über lange Zeit einen schönen Sommer mit einer trockenen Wetterlage gegeben, sodass die Fangquote sehr gering gewesen sei. Wolfgang Müller: „Im vergangenen Jahr musste die Zählung dann gar ausfallen, weil es sich bei dem Jahrhundertsommer mit lang anhaltender Trockenheit einfach nicht gelohnt hätte.“

Heuer geht es weiter: Laut Müller seien die Fallen nun in der Ammerseeregion an verschiedenen Brutstätten der Überschwemmungsmücken aufgestellt, also in den Uferbereichen, an Ausläufern von Zuflüssen und an stehenden Gewässern. Der Erhebungszeitraum ist bis Ende Oktober angesetzt. Ergebnisse erwartet Müller also frühestens zu Beginn des kommenden Jahres.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

07.06.2019

Lasst doch bitte die Mücken leben. Denn sie gehören auch zur Artenvielfalt wie die Bienen. Gerade die Gemeinden am Ammersee haben beim Volksbegehren unterschrieben. Diese Leute die unterschrieben haben sollen doch bitte alle verstochen werden. Wenn wir Landwirte unsere Nutzpflanzen vor Schädlingen nicht mehr schützen dürfen dann brauchen am Ammersee auch die Mücken nicht bekämpfen. Hätte man besser vorher überlegt bevor man das Volksbegehren unterschrieben hat.

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