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Landkreis Landsberg

27.08.2018

Am Bahnhof in Geltendorf herrscht Funkstille

Alwin Reiter auf Netzsuche am Bahnhof in Geltendorf.
Bild: Thorsten Jordan

Auch im Landkreis Landsberg gibt es viele Bereiche ohne Handyempfang. Dieses Problem könnte aber bald der Vergangenheit angehören.

Ein Ratsch mit der Freundin oder Mutter, das lässt sich dank Freisprechanlage bei der Autofahrt über die ländlichen Straßen gut machen. Doch durchgehend quatschen ist nicht: Immer wieder katapultiert einen das fehlende Mobilfunknetz aus dem Gespräch. Auf offener Strecke fehlt es auch im Landkreis oft an Verbindung. Und so mancher hat sogar das Pech, in der eigenen Wohnung keinen rechten Empfang zu haben. Beispiel: Daheim in Dettenschwang funktioniert telefonieren mit D1 insgesamt sehr gut, der Freund mit Vodafone-Vertrag muss dagegen in den ersten Stock springen, sobald das Handy klingelt, ist die Erfahrung der LT-Redakteurin.

„Hände hoch am Bahnhof“

Doch nicht nur kleine Orte wie Dettenschwang haben solche Probleme, in Geltendorf geht in einigen Bereichen gar nichts. „Hände hoch am Bahnhof Geltendorf“, so umschreibt LT-Mitarbeiter Alwin Reiter die Situation, wenn Pendler am Bahnhof stehen und über das D1-Netz telefonieren wollen. Der gelernte Kommunikationstechniker selbst wohnt nahe dem Bahnhof und hat mit Telekom-Vertrag mal einen vollen, mal gar keinen Empfang, wie er erzählt. Vodafone funktioniere dagegen am Bahnhof.

Auch im Geltendorfer Rathaus kommt es auf den Vertrag an: Verwaltungsmitarbeiter Robert Lampl ist hier mit O2 fein raus, Kollegen mit anderen Verträgen bekommen nur die eine Anzeige: „Kein Netz“. Des Rätsels Lösung: Der O2-Antennenmast zwischen Eresing und Geltendorf sorgt für Empfang.

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Das Netz wurde 2017 erfasst

Allgemein gilt die Telekom als der Anbieter mit der größten Abdeckung, wie Andreas Graf von der Wirtschaftsförderung im Landratsamt sagt. Im Zusammenhang mit der Breitbandförderung sei auch das Mobilfunknetz im Jahr 2017 erfasst worden. Bei der groben Darstellung auf den Landkarten auf Grafs Bildschirm wirkt die Abdeckung in der UMTS-Versorgung (3G) bei der Telekom am besten, und bei LTE (4G) scheint die Menge der weißen Flecken annähernd gleich im Vodafone-Netz. Bei O2-Telefonica verbessere sich zwar die Versorgung von 3G auf 4G sehr stark laut Grafs Grafik, die Stellen ohne Netz sind dort aber um einiges größer als bei den anderen Anbietern.

Im Ranking hinter Albanien

„Es handelt sich aber um die Angaben der Netzbetreiber“, sagt Graf. Weiße Flecken gebe es auf jeden Fall in jedem der Netze. Hintergrund der Misere sei ähnlich wie beim Breitband, dass sich für Mobilfunknetzbetreiber Investitionen in Antennenanlagen auch lohnen müssen. Deutschland steht laut einer britischen Firma, die Netzabdeckungen erforscht, in Sachen Mobilfunkversorgung im Ranking zum Beispiel hinter Albanien. Die Staatsregierung will Funklöcher schließen und hat wie berichtet, ein Förderprogramm entwickelt. Es wird derzeit in Brüssel geprüft. Graf schätzt, dass es bis zur Umsetzung noch einige Monate dauern wird.

Die Gemeinden sollen Antennenmasten bauen und an die Netzbetreiber vermieten, so der Plan des Programms. Dafür gibt es dann Zuschüsse, wie Wirtschaftsförderer Andreas Graf erläutert. Er geht davon aus, dass damit auch wieder die Diskussion um die Belastung durch Mobilfunkstrahlung aufflammen wird. Spannend wird dies womöglich in Geltendorf werden, wo einerseits die Versorgung sehr schlecht ist und es auf der anderen Seite schon früh eine starke Gegenbewegung gab. Ende der 1990er-Jahre hatte sich bereits eine Bürgerinitiative gegen den Sendemasten im Ortsteil Petzenhofen gebildet.

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