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Eresing

12.10.2019

Am Eresinger Fischbach wurden einfach Feldgehölze gerodet

In einem Bereich des Fischbachs im Pflaumdorfer Moos ist von Unbekannten Gebüsch gerodet worden, das unter anderem ein wichtiger Lebensraum für Vögel wie die Goldammer ist.

Plus Der Ersesinger Gemeinderat erstattet Anzeige gegen Unbekannt. Am Fischbach im Pflaumdorfer Moos brütet auch die Goldammer.

Die Gemeinde Eresing hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Der Grund: In einem Bereich des Fischbachs im Pflaumdorfer Moos ist auf Gemeindegrund Gebüsch gerodet worden. Entdeckt hatte das Dr. Christian Ullrich, der dann auch den Antrag auf Strafanzeige durch die Gemeinde in der jüngsten Eresinger Gemeinderatssitzung gestellt hatte.

In gemischten Trupps ziehen die Vögel umher

Einer der Gründe dafür ist, dass laut Ullrich dort Goldammern gebrütet haben. Goldammern leben in der offenen Kulturlandschaft mit Feldgehölzen, Hecken und Büschen. Im Winter ziehen sie in großen gemischten Trupps umher und suchen auf Feldern nach verbliebenen Samen. Allerdings gingen die Bestände in der jüngsten Zeit stark zurück. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands von 2015 wird die Art auf der Vorwarnliste geführt. Tobias Resch (Dorfgemeinschaft) hatte bereits in der vorausgehenden Sitzung verlangt, dass zu erklären sei, wo genau die Rodung stattfand. Dem wurde zugestimmt, das Gremium sprach trotzdem über den Antrag und darüber hinaus auch die darin enthaltenen weiteren Vorschläge des Antragstellers.

Uferböschung wieder naturnah gestalten

So soll die Uferböschung des Fischbachs wieder mehr aufgeforstet beziehungsweise naturnah gestaltet werden, aber an anderer Stelle als der jetzt gerodeten. „Wir sollten zunächst herausfinden, wer das Gehölz entfernte“, meinte Dr. Peter Waas dazu. Im Übrigen müsse sich generell mit dem Fischbach beschäftigt werden, so Waas. Sträucher seien ein Problem, dies wegen der Uferbefestigungen.

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Letztere waren installiert worden, weil der Fischbach Lebensraum von Bibern sei und die Tiere Feldwege und Brückenbauten bereits unterhöhlt hatten. Diese Befestigungen müssten mittlerweile überprüft werden. Auch seien, das berichtete Waas ebenfalls, Betonplatten im Bach, um die Fließgeschwindigkeit des Wassers gering zu halten. Einige davon seien inzwischen verschoben. Vermutlich sei dies ebenfalls ein Werk des Bibers.

Weder Natur- noch Landschaftsschutzgebiet

Das Pflaumdorfer Moos ist allerdings weder Natur- noch Landschaftsschutzgebiet. Laut Unterer Naturschutzbehörde des Landratsamts sei „Pflaumdorfer Wiesen“ als Bezeichnung besser beziehungsweise richtig. Dort gebe es nämlich 300 Hektar zusammenhängende Wiesen, eine Besonderheit, die sich erst im Bereich von Wessobrunn wieder finde, hatte Werner Steinbach von der Behörde bereits vor vier Jahren bei einem Gespräch im Gemeinderat Eresing erklärt.

Grünland sei wiederum extrem gefährdet, die Wiesen müssten deshalb unbedingt erhalten werden. Seinerzeit hatte sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, den Charakter des Gebiets unbedingt zu erhalten und andere Nutzungen verhindern zu wollen. Erreicht werden sollte dies über eine Verordnung oder auf freiwilliger Basis, im Gespräch mit den Nutzern der Wiesen.

Lesen Sie dazu auch: Die Goldammer im Wintervogel-Porträt

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