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Landsberg

10.01.2019

Am Landsberger Klostereck brennt wieder Licht

Catherine Koletzko betreibt den Projektraum in Landsberg. Sie hat den Raum am Klostereck wieder geöffnet. Für Besucher gilt: „Auf eigene Gefahr.“
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Catherine Koletzko betreibt den Projektraum in Landsberg. Sie hat den Raum am Klostereck wieder geöffnet. Für Besucher gilt: „Auf eigene Gefahr.“
Bild: Julian Leitenstorfer

Vor einigen Wochen hat Catherine Koletzko ihren Projektraum aufgrund der Gefahr herabfallender Deckenteile geschlossen. Warum die Künstlerin jetzt doch weitermacht.

„Auf eigene Gefahr.“ Die roten Banderolen am Fenster und an der Eingangstür machen dem Besucher schnell klar, in welche Lage er sich in der ehemaligen Leonhardikapelle am Landsberger Klostereck bringen kann oder könnte. Droht das Herabfallen von Deckenteilen der sanierungsbedürftigen Fresken? Catherine Koletzko macht sich über diese Frage nur wenig Gedanken. Dafür umso mehr um das Projekt, das hinter ihr liegt. Seit April 2018 hat sie – mit einer mehrwöchigen Unterbrechung – im ehemaligen Blumenladen in ihrem „projekt ...raum“ mit Künstlern Lesungen, Ausstellungen, Workshops und andere Veranstaltungen realisiert. Jetzt arbeitet sie an einer Doku des Projektraums und hat wieder geöffnet.

Lesen Sie dazu auch: Klostereck: Der Projektraum ist ab sofort zu

Es gab eine lange Diskussion um das Klostereck

Blick zurück: Ende November war es im Stadtrat und im Finanzausschuss um die Sanierung des Klosterecks gegangen. Zuerst wurde sie verschoben, dann doch wieder genehmigt. Gegenüber unserer Zeitung hatte Oberbürgermeister Mathias Neuner damals von einer „latenten Gefahr“ gesprochen, was die Tragfähigkeit der Deckenkonstruktion anbelangt. Catherine Koletzko hatte daraufhin den Projektraum sofort geschlossen, obwohl ihr Vertrag noch bis 31. März geht.

Bei einer Veranstaltung mit etwas mehr als 30 Kulturschaffenden – die meisten von ihnen hatten die Aktionen im Projektraum durchgeführt – und Entscheidungsträgern der Stadt wurde kürzlich am Klostereck ein Fazit über die vergangenen Monate gezogen und man ging der Frage nach: „Braucht Landsberg einen Projektraum?“ Die Teilnehmer des Abends beantworteten diese Frage eindeutig mit „Ja“. Gemeinsam wurden Pro- und Kontra-Argumente abgewägt. Als positiv bewertet wurden unter anderem folgende Punkte: „(bezahlbare) Kultur für Jedermann“, „Ideenreichtum“, „niederschwelliges Angebot“, gute Lage, „Mut, anders zu denken“ und vieles mehr. Negative Punkte waren: die ehemalige Kapelle könnte entweiht werden, zu viel Kultur in Landsberg, mangelnde Transparenz. Denn Catherine Koletzko hat den Raum Klostereck für ein Jahr (bis 31. März) von der Stadt gemietet und betreibt ihn seitdem ehrenamtlich.

Mehr zum Thema erfahren Sie hier: Klostereck: Die nächste Kehrtwende

Catherine Koletzko steht hinter ihrer Entscheidung

Nach der sofortigen Schließung Ende November hat die Betreiberin „ein hohes Maß an Betroffenheit“ in Landsberg festgestellt. „Es ist mir auch nicht leichtgefallen, und ich habe viele Gespräche geführt“, so Koletzko. Durch das abrupte Ende hätten viele gemerkt, dass etwas fehle. „Aber ich stehe noch immer hinter meiner Entscheidung. Aber ich bin auch unglücklich, wie der Oberbürgermeister zitiert wurde.“ Nun sieht sie die Themen „Verantwortung“, „Sicherheit“ und „Risiko“ von der künstlerischen Seite her. „Ich sitze zu den üblichen Öffnungszeiten hier und bin offen für Ideen, wie man mit diesem Thema spielen kann“, so die Projektraum-Begründerin. Sie verweist auf die 52 Veranstaltungen, die bislang am Klostereck stattgefunden haben. Gemeinsam mit dem alten Standort im Hinteranger seien es in drei Jahren mehr als 100 gewesen.

Gibt es sogar ein Buch über den Projektraum?

Und die Events und Aktionen, die am Kostereck stattgefunden haben, sollen in eine Dokumentation fließen, an der Koletzko aktuell arbeitet. Die Poster und Flyer von diesen hängen bereits an Leinen. „Ich kann mir eine Ausstellung vorstellen, und es soll ein Buch werden. Ich freue mich auch auf Beiträge von außerhalb.“ Idealerweise soll die Doku über den Projektraum bis 31. März fertig sein. Dann endet der Mietvertrag mit der Stadt.

Und wie geht’s dann weiter? Das muss Catherine Koletzko noch offenlassen. Sie verweist dabei auf ihr ehrenamtliches Engagement. Ob, wie und wo es weitergeht, ist unklar. „Es braucht auf jeden Fall eine zentrale Lage, große Schaufenster und einen einladenden Charakter.“ Ob es dafür eine entsprechende Location in der Altstadt gibt? Viele andere Kulturschaffende haben Catherine Koletzko jedenfalls Mut gemacht. Und vielleicht findet sich bald eine Antwort auf die Frage: „Gibt es wieder einen Projektraum?“

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