Newsticker

München überschreitet Corona-Grenzwert
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Am See sollen sich alle wohlfühlen

Dießen

02.04.2017

Am See sollen sich alle wohlfühlen

Möglichst alle sollen sich in den zukünftigen Seeanlagen wohlfühlen.  Damit ein größtmöglicher Konsens über die Gestaltung zustande kommt, konnten sich die Bürger jetzt bei einem Informationstag informieren und diskutieren.
5 Bilder
Möglichst alle sollen sich in den zukünftigen Seeanlagen wohlfühlen.  Damit ein größtmöglicher Konsens über die Gestaltung zustande kommt, konnten sich die Bürger jetzt bei einem Informationstag informieren und diskutieren.
Bild: Thorsten Jordan

Viele Dießener interessieren sich beim Bürgerinformationstag für die Zukunft der Anlagen

Im Unterbräu in Dießen haben sich Bürger am Samstag über die anstehende Entwicklung in den Seeanlagen informieren können: Neun Informationstafeln, ein Modell und mehrere Planerinnen sowie Vertreter der Bürgergruppe standen als Material und Ansprechpartner zur Verfügung. „Nutzen Sie die Gelegenheit, löchern Sie uns“, forderte Barbara Hummel von Schober Architekten die Anwesenden auf. Denn je mehr miteinander gesprochen werde, „desto mehr löst sich auf einfachem Weg“, so Hummels Erfahrung aus 20-jähriger Tätigkeit in dem Bereich.

Und die Bürger ließen sich nach einer kurzen Einführung nicht zweimal bitten, an den Tafeln bildeten sich bald Trauben rege diskutierender Gruppen, und die Wände füllten sich schnell mit gelben Zetteln, auf denen Bürger ihre Wünsche, Anregungen und auch Kritik formulierten: Nicht modern, sondern einladend solle die Gestaltung sein, ein öffentlicher Badeplatz wäre schön, und vor allem wurde auch gewünscht, dass die Seeanlagen mehr „Leben“ bekommen,  mittels Cafés oder auch einer festen Grillstelle. Attraktiver gestaltet werden sollte das Wassertretbecken, so eine weitere Anregung. Ob die Unterführung abgesenkt werden sollte oder nicht, darüber gab es unterschiedliche Meinungen.

Bei einer Begehung gegen Mittag wurde vor Ort informiert und am Nachmittag fand auch noch ein zusammenfassender Gedankenaustausch statt. Wie schon lange bekannt, muss bei der Neugestaltung der Seeanlagen der denkmalgeschützte ADK-Pavillon und eine Pflanze, der streng geschützte kriechende Sellerie, der auf der Grünfläche südlich des Pavillons wächst, beachtet werden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Inhaltlich sind es drei große Themenkomplexe, die Planer wie Bürger beschäftigen: Kiosk, Brücke und Ufermauer. Beim Kiosk ist keine Bürgerbeteiligung mehr gefragt, es gibt einen Architektenwettbewerb. Laut Ursula Hochrein vom Büro Lohrer Hochrein haben 140 Planer das Modell angefordert, sie rechnet mit einem Rücklauf von 100 Entwürfen. Mehr oder weniger Konsens herrscht bei der Sanierung der Ufermauern. Hier sind Stufen zum Wasser hin angedacht. Im Bereich der Boxler-Anlage, dem südlichen Teil der Seeanlagen, sollen diese Stufen auch teilweise begrünt werden, um laut Hochrein ein naturnaheres Ufer zu schaffen. Dazu gab es Anmerkungen, dass Gänse die Stufen verunreinigen könnten. Laut Bürgermeister Herbert Kirsch wird hier zwischendurch der Bauhof mit dem Dampfstrahler Abhilfe schaffen.

Sanierungsbedürftig sind sowohl die schmale, gewölbte sogenannte Rialtobrücke als auch die Brücke, die neben der Bahnlinie verläuft.  Die Entscheidung, welcher Weg hier gegangen werden soll, ist schwierig: Es gibt verschiedene Anforderungen und auch verschiedene Gestaltungswünsche. Zum einen muss der Bauhof mit schweren Fahrzeugen von Nord nach Süd und umgekehrt gelangen. Zum anderen gilt es einen möglichen Konflikt zwischen Radlern und Fußgängern zu entschärfen. Derzeit führt der ausgewiesene Radweg noch über die Rialtobrücke. Für eine ältere Dame ein Unding: Sie berichtete, wie sie einmal beinahe umgefahren worden wäre. Diskutiert werden zwei Varianten: Entweder anstelle der Rialtobrücke eine neue, breitere Brücke bauen, auf der Radfahrer und Fußgänger nebeneinander Platz haben. Vier Meter Breite oder 6,5 Meter Breite sind in Diskussion. Beispiele von Brückenkonstruktionen in Metall oder in Holz verdeutlichten, wie der künftige Übergang über den Mühlbach aussehen könnte. Eine so starke Wölbung wie bisher wird nicht möglich sein, da ein Neubau barrierefrei angelegt werden muss.

Wird die neue Rialtobrücke breit angelegt, könnte die Brücke neben der Bahnlinie rückgebaut werden, die dunkle, niedrige Unterführung wäre dann kürzer. Als Gegenentwurf könnte aber auch die Rialtobrücke schmal gehalten und Rampe und Brücke an der Bahn so ertüchtigt werden, das sie für Radler attraktiv ist. In der Diskussion wurden auch Stimmen laut, die forderten, die alte Rialtobrücke zu erhalten. Bürgermeister Herbert Kirsch geht davon aus, dass dies sehr teuer wäre und er verwies darauf, dass für Menschen mit Handicap die jetzige Brücke nicht zu bewältigen ist. Zuerst werde jetzt der Kiosk gebaut, machte Kirsch deutlich, dass die Brücke erst in einem nächsten Schritt ansteht. Für ihn haben dann auch die Ufermauern, die sanierungsbedürftig sind, Priorität.

Die Anregungen der Bürger werden jetzt in der Bürgergruppe und dann im Gemeinderat behandelt, bevor das Gremium die Planer beauftragt, Entwürfe auszuarbeiten. Dann wird erst über die Umsetzung entschieden. Einen Auftrag nahm Kirsch schon mal mit: Prüfen zu lassen, wie eine neue Rampe neben der Bahnlinie ausschauen könnte und was das kosten würde.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren