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Penzing

17.05.2020

An der Alten Post in Penzing steigen keine Schüler mehr ein

Die Bushaltestelle vor der Alten Post in der Fritz-Börner-Straße in Penzing wurde entfernt. Bürger haben Unterschriften gesammelt, weil sie wollen, dass die Haltestelle wieder in Betrieb genommen wird.
Bild:  Thorsten Jordan

Plus In Penzing wurde eine Bushaltestelle aufgegeben. Es gibt eine Unterschriftenliste, die die Reaktivierung fordert. Busunternehmer Rudolf Meier ist darüber verwundert.

Die Bushaltestelle an der Alten Post in Penzing wird seit einigen Monaten nicht mehr von der LVG-Linie 50 angefahren. Seit Jahresbeginn hatte der Gemeinderat das Thema wiederholt diskutiert und es wurden Unterschriften gesammelt. Ein erstes Gespräch zwischen Gemeinde, Busunternehmen und Landratsamt hat es dazu bereits gegeben, ein geplanter Ortstermin wegen der mit Corona zusammenhängenden Beschränkungen bislang aber noch nicht stattgefunden.

Der Impuls zur Aufgabe des Haltepunktes sei vom Busunternehmer Rudolf Meier – er besitzt die Konzession für die Linie 50 – ausgegangen, der sich zunächst an das Landratsamt gewandt hatte, sagt Dominic Erhardt von der Gemeindeverwaltung. Dieses wiederum habe die Gemeinde informiert. Die Schüler nutzten zuletzt, bevor die Schulen aufgrund der Corona-Krise schlossen, die Haltestelle am Kreisverkehr – „ein Umweg von 250 Metern“, wie der Busunternehmer sagt.

Die Verkehrssituation ist problematisch

Zu der Änderung im Streckenplan sagt Wolfgang Müller, Pressesprecher im Landratsamt, die Situation sei für das Busunternehmen über die Jahre problematischer geworden, „da die Straßen zunehmend verändert wurden und dies für den Bus immer schwieriger wurde“. Probleme verursachen laut Busunternehmer Meier Falschparker und abgestellte Wohnmobile, hauptsächlich jedoch die Ausfahrt von der Fritz-Börner-Straße in den Bereich des Kreisverkehrs und die Einfahrt beim Gasthaus Frank in die Pfettenstraße.

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Für die Aufgabe der Bushaltestelle sprechen Meier zufolge mehrere Gründe. Knifflig seien aus technischen Gründen die zwei Abbiegesituationen, die auch Müller ausführte. „Es fängt schon damit an, dass man am St.-Martins-Platz links abbiegen muss“, sagt Meier. Mit seinen 15 Meter langen Bussen, die drei Meter länger seien als früher, sei das nicht einfach.

Ein zweites Problem, das die Gemeinde mittels Halteverboten mittlerweile ausgeräumt hat, ist die Situation in der nach Westen ansteigenden Fritz-Börner-Straße selbst. „Dort ist es oft spiegelglatt, und der Bus kann nicht wieder anfahren, wenn er wegen parkender Autos anhalten muss“, erklärt der Busunternehmer. Auch habe es seit Jahren Beschwerden von Anwohnern über den Busverkehr gegeben.

Am ersten Treffen mit Vertretern der Gemeinde und Dietmar Winkler, im Landratsamt für den öffentlichen Nahverkehr zuständig, hat auch die Gemeinderätin Ute Funk teilgenommen. Sie frage sich immer noch, ob es an der geringen Nutzung der Bushaltestelle liege oder ob deren Schließung doch „verkehrstechnische Gründe“ hat, sagte Funk gegenüber dem LT. Vor Monaten bereits war sie von Schülern und deren Eltern angesprochen worden, warum die Kinder, die ins Schulzentrum nach Landsberg fahren, nicht mehr wie gewohnt in der Fritz-Börner-Straße ein- und aussteigen können. Im Gemeinderat brachte sie das Thema wiederholt ins Gespräch. Sie ist sich sicher: „Es wird weiter Thema bleiben.“

Mittags nutzen die Schüler eine andere Haltestelle

Ein anfängliches Missverständnis sorgte dafür, dass der frühere Bürgermeister Johannes Erhard – der im März bei der Wahl nicht mehr antrat – und Gemeinderäte annahmen, bei der Linie 50 handle es sich um eine reine Schulbuslinie. Dem ist jedoch nicht so, wie Busunternehmer Rudolf Meier gegenüber dem LT erklärte. Es handle sich dabei um „eine normale Linie des öffentlichen Nahverkehrs, bei der früh und mittags ein paar Kinder ein- und aussteigen“. Die Linie verkehrt zwischen Landsberg und Ramsach.

An der aufgegebenen Haltestelle stiegen um 7.30 Uhr acht Schüler ein, berichtet der Unternehmer. „Es ist ja nicht so, dass jeden Tag dort 20 Senioren stehen“. Mittags stiegen die Schüler seit Jahren oben am Kreisverkehr aus, hat er beobachtet. Meier fügt hinzu: „Darum bin ich verwundert, dass das auf einmal so hohe Wellen schlägt.“

Der Gemeinde liegt eine Unterschriftenliste zum Erhalt der Bushaltestelle vor. Auf dieser hätten sich jedoch auch „Nicht-Penzinger“ eingetragen, sagt Dominic Erhardt. Sie sei daher „mit Vorsicht zu genießen“. Beschwerden über die veränderte Zustiegsstelle seien ihm nicht bekannt. Die Auflösung der Haltestelle sieht er durch die geringen Personenzahlen, die schwierige Fahrsituation und „die Nicht-Wirtschaftlichkeit hinsichtlich des Fahrweges“ begründet.

Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landkreises Landsberg, ergänzt hierzu noch: „Auch wenn man die Haltestelle Post wieder in die Bedienung aufnimmt, benötigt man zusätzlich auch wieder die Haltestelle kurz vor dem Kreisverkehr – Einzugsbereich von circa 23 Schülern –, da man die neu eingerichtete Haltestelle vor dem Cap-Markt bei dieser Linienführung nicht anfahren kann.“

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