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Landwirtschaft

09.02.2016

An der Grenze der Belastbarkeit

Die Bauernbruderschaft Landsberg wird heuer von Karl Matheis angeführt. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Luise Schmid gewählt. Foto: Ludwig Herold

Beim Jahrtag der Bauernbruderschaft ging es um bäuerliche Familienbetriebe

Die bereits 1452 urkundlich erwähnte und damit 564 Jahre alte Bauernbruderschaft Landsberg wird heuer von Karl Matheis angeführt. Zu seiner Stellvertreterin wählte die Bruderschaft auf ihrem Jahrtag im Gasthof Süßbräu einstimmig Luise Schmid.

Stadtrat Michael Siller überbrachte als Vertreter der Stadt die Grüße von Oberbürgermeister Mathias Neuner. „Ich bin beeindruckt von der Pflege der Tradition und den christlichen Werten ihrer Mitglieder“, versicherte er den Anwesenden. „Sie unterstützen mit Ihrer Arbeit und Ihren Spenden das kulturelle Leben in Landsberg. Ich hoffe deshalb, dass es die Bruderschaft noch lange gibt.“

Im Jahresbericht listete Gertraud Bramböck die 2015 von der Bauernbruderschaft organisierten Veranstaltungen auf. Darunter finden sich die Sebastiansprozession, die Wallfahrt auf den „heiligen Berg“ Andechs, der Flurumgang und die Fronleichnamsprozession sowie die Einweihung des großen Feldkreuzes an der Ummendorfer Straße. Nach dem Kassenbericht der scheidenden Bruderschaftsvorsitzenden Bramböck erteilte ihr die Versammlung auf Empfehlung der Kassenprüfer Karl Nusser und Herbert Freischle einstimmig die Entlastungen.

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Beim Thema „Verwendung der Spenden“ verständigte sich die Versammlung nach einer Reihe von Vorschlägen – so von Franz Xaver Rößle, Herbert Freischle, Herbert Langen, Anton Lichtenstern, Karl Nusser, Dr. Gerhard Strobl und Karl Matheis – mehrheitlich darauf, der Stadt Landsberg 1200 Euro für die Restaurierung von Grabmälern in dem denkmalgeschützten Teil des Dreifaltigkeitsfriedhofes an der Augsburger Straße zur Verfügung zu stellen.

Nach der einstimmigen Wahl von Luise Schmid zur 2. Vorsitzenden meldete sich Josef Arnold vom Verband Landwirtschaftlicher Fachbildungsabsolventen zum Thema „Ist der landwirtschaftliche Familienbetrieb ein Auslaufmodell?“ zu Wort: „Die landwirtschaftlichen Betriebe stoßen nicht nur psychisch, sondern vor allem körperlich an ihre Grenzen“, sagte er. Burnout sei auch in der Landwirtschaft kein Fremdwort mehr. Die steigende Zahl von Todesfällen sei neben dem „Rund-um-die-Uhr-Einsatz“ auf Hof, Feld und Wald besonders den gefährlichen Unfällen beim Umgang mit modernen Geräten und Maschinen geschuldet.

Ursache sei aber letztendlich der Druck fortschreitender Vergrößerung der landwirtschaftlichen Betriebe, „die nicht nur den Leiter, sondern auch seine Familie an die Grenzen der Belastbarkeit bringt“, so Josef Arnold. Die Überzeugung „wer nicht expandiert, bleibt auf der Strecke!“ sei deshalb „keine gesunde Entwicklung. Denn viele mittelständische Betriebe sind für die Landwirtschaft gesünder als ein großes Unternehmen.“ Seine Empfehlung daher: „Eine Auszeit zu nehmen ist unverzichtbar.“

Dem Jahrtag im „Süßbräu“ vorausgegangen war ein Gottesdienst am Altar der Bruderschaft in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Die von Stadtpfarrer Michael Zeitler zelebrierte Heilige Messe wurde vom Landfrauenchor umrahmt.

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