Newsticker
Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise schon am Dienstag
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. An diesem Landsberger Kindergarten rückt die Abrissbirne an

Landsberg

12.08.2020

An diesem Landsberger Kindergarten rückt die Abrissbirne an

Der evangelische Kindergarten an der Von-Kühlmann-Straße in Landsberg ist in die Jahre gekommen. Eine Sanierung steht nicht mehr zur Debatte.
Bild: Christian Rudnik

Plus Der evangelische Kindergarten in Landsberg steht seit über 50 Jahren. Eine Sanierung des Gebäudes kommt nicht infrage. Doch wo kommen die Kinder unter, wenn gebaut wird?

Seit 1966 gibt es den evangelischen Kindergarten neben der Christuskirche in der Von-Kühlmann-Straße in Landsberg. Seither ist viel Zeit vergangen und das Gebäude entsprechend gealtert. Seit Jahren ist bekannt, dass eine Sanierung wirtschaftlich keinen Sinn mehr macht. Und so soll der Kindergarten abgerissen werden und an gleicher Stelle ein Neubau entstehen. Rund 4,8 Millionen Euro soll das kosten. Und den Großteil der Kosten wird die Stadt übernehmen.

Anfang Juni hat die evangelische Kirchengemeinde als Träger der Kindertagesstätte in einem Schreiben an die Stadt die finanzielle Situation hinsichtlich des Neubaus dargestellt und um Unterstützung durch die Stadt gebeten, die dafür sorgen muss, dass ausreichend Betreuungsplätze vorhanden sind. Seitens der Kirchengemeinde können die Planung und der Bau des Neubaus übernommen werden, heißt es in dem Schreiben. Auch das Grundstück werde von der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt. Der Neubau entstehe an der Stelle des bestehenden Kindergartens und in Teilen des Pfarrgartens.

Es soll im neuen Gebäude 36 Krippenplätze geben

Für die neue Kindertageseinrichtung mit aktuell zwei bestehenden Kindergartengruppen (50 Kinder ab dem dritten Lebensjahr bis hin zur Einschulung) soll der Bedarf um drei Krippengruppen mit je zwölf Kindern erweitert werden. Insgesamt werden mit der Umwandlung des Kindergartens in ein Haus für Kinder 86 Kinder die Einrichtung besuchen.

Infolgedessen sei es möglich, dass jedes Krippenkind ab dem dritten Lebensjahr einen Kindergartenplatz innerhalb der Einrichtung erhalte und eine Kontinuität in der Betreuung gesichert sei. Im neuen Gebäude entstehen 36 neue Krippenplätze, die dringend in Landsberg benötigt werden. Darauf machte Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) in der Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses des Stadtrats aufmerksam.

So entwickelt sich der Bedarf von Kindergartenplätzen in Landsberg

Bis ins Jahr 2025 steige der Bedarf an Krippenplätzen von derzeit 210 auf 365, bei den Kindergartenplätzen von 937 auf 1153. Zusätzliche Plätze würden in den nächsten Jahren durch die Erweiterung des Heilig-Kreuz-Kindergartens sowie die Neubauten am Wiesenring, am Reischer Talweg, im neuen Stadtviertel „Urbanes Leben am Papierbach“ und am Wiesengrund geschaffen.

Von den Kosten für den Neubau des evangelischen Kindergartens wird die Stadt den Großteil übernehmen. Darunter einen Baukostenzuschuss in Höhe von rund 2,36 Millionen Euro. Davon können aber rund 40 Prozent Zuschuss vom Freistaat aus Mitteln des Finanzausgleichs (946.000 Euro) abgezogen werden, wie es in der Sitzung weiter hieß. Zudem will sich die Stadt laut Baumgartl dafür einsetzen, dass der Bund weitere 35 Prozent übernimmt. Diese Zusatzförderung zum Ausbau der Tagesbetreuung wurde bis vor einem Jahr noch gewährt, unter anderem für die neuen Kindertagesstätten am Wiesenring und am Reischer Talweg. Zudem gewährt die Stadt einen freien Zuschuss in Höhe von 2,19 Millionen Euro, der Anteil der evangelischen Kirche an den Kosten beträgt fünf Prozent (240.000 Euro).

Es gibt Kritik am Vorgehen der Kirchengemeinde

Stadträtin Petra Ruffing (CSU) fand es „extra ärgerlich“, dass der Antrag der Kirchengemeinde so spät gestellt wurde und damit möglicherweise die Zusatzförderung nicht mehr abgerufen werden kann. „Wir reden seit Jahren über den Umbau“, sagte sie. So bleibe ein ungutes Gefühl. Stadträtin Alexa Dorow (CSU) ist Mitglied des Kirchenvorstands und erklärte die Verzögerung. Der verantwortliche Architekt sei tödlich verunglückt, daher habe das Projekt lange Zeit auf Eis gelegen.

Zweifel am Bedarf der Sanierung und der Erweiterung des Kindergartens hatte keiner der Stadträte. Nur mit dem Vorschlag der Kirchengemeinde, die Kinder während der Umbauphase im Gemeindehaus zu betreuen und für die notwendigen Veränderungen der Stadt 500.000 Euro in Rechnung zu stellen, konnte sich nicht jeder anfreunden. „Wir suchen nach einer anderen Lösung“, meinte Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl. Einen Containerbau schloss sie dabei aber ausdrücklich aus.

Der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss stimmte der Finanzierung zu. Der Beschluss geht als Empfehlung an den Stadtrat, der die endgültige Entscheidung trifft. Gibt es auch dort eine Zustimmung, kann die Planung beginnen. Gebaut werden soll dann 2023 und 2024.

Lesen Sie dazu auch:So wird die neue Kita in Landsberg gebaut

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren