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Ellinor Holland Kunstpreis

12.09.2014

Angelika Böhm-Silberhorn und ihr glücklicher Junge

Angelika Böhm-Silberhorn beim Malen am Ammersee.
Bild: Thorsten Jordan

Die für den Ellinor Holland Kunstpreis nominierte Uttinger Künstlerin Angelika Böhm-Silberhorn hat sich auf der Suche nach der Person Hubert von Herkomer dessen Malerei genähert.

Entstanden ist ein großformatiges Bild mit dem Titel „Der glückliche Junge aus Amerika“, für das Böhm-Silberhorns Bruder mit seinem Kind und dessen dunkelhäutige Frau aus der Dominikanischen Republik Modell standen.

Als Grundlage diente der Malerin das Herkomer-Werk „The Naughty Boy – Der ungezogene Junge“, das sie, zumindest in Bezug auf den Garten und das dahinterliegende Haus – eine Liegenschaft, die sie bei einer Freundin genau so vorfand – dem Original nachempfand. Inhaltlich gehe es ihr vordergründig darum, die Unterschiede in den gesellschaftlichen Gepflogenheiten von damals und heute offenzulegen. „Zur Zeit Herkomers hätten Sie vermutlich nie einen Vater gesehen, der sich, wie auf meinem Bild, so liebevoll um sein Kind kümmert und das auch offen zeigt.“ Damals seien, wie auf der Herkomer-Vorlage zu sehen, die Rollen klar verteilt gewesen. Auch dass sich Menschen unterschiedlicher Hautfarbe zusammentun, hätte wohl zu dieser Zeit noch kaum jemand in der Öffentlichkeit gezeigt.

Anders als Herkomer, der Wut, Zorn und Bockigkeit in den Gesichtern der Personen sah, wollte Angelika Böhm-Silberhorn die Freude malen – die des Vaters an seinem kleinen Jungen und die des Buben am Leben überhaupt. „Der kleine Junge strahlt so viel Vitalität aus“, sagt sie, was auch auf dem Bild noch gut erkennbar sei.

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Kontraste sind belebend

Auch der Vater freue sich an seinem Kind, und doch sei in seinen Gesichtszügen, weil sie immer das Leben unmittelbar male, auch etwas Zweifelndes entstanden. Der Blick mache deutlich, dass beim Thema „Andersartigkeit“ auch heute noch viele Schwierigkeiten zu meistern seien. Dabei empfinde sie gerade den Kontrast als sehr belebend. Eine „Ästhetik der Vielfalt“ sehe sie in dem blonden Vater und dem schwarzen Kind. „Diese verschiedenartige Haut, die des Kleinen und die des Mannes, habe ich sehr gern gemalt.“ „Beziehung ist mein Thema.“ Angelika Böhm-Silberhorn hat von 1979 bis 1984 bei Horst Sauerbruch und Rudi Tröger an der Akademie der Bildenden Künste in München studiert und war anschließend Meisterschülerin bei Tröger.

Veranstaltung Eine Jury wird die Preise im Rahmen eines Benefizabends des Landsberger Tagblatts in der Langen Kunstnacht am Samstag, 20. September, ab 19 Uhr im Stadttheater vergeben. Jurymitglieder sind: Oberbürgermeister Mathias Neuner, Jürgen Marks, stellvertretender Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen, Filmforumschef Kurt Tykwer, Galerist Michael Gausling, Kulturredakteurin Alexandra Lutzenberger und Hans-Jürgen Rehberger von der VR-Bank Landsberg-Ammersee.

Karten für die Veranstaltung (mit Benefizgala) gibt es im Stadttheater Landsberg 08191/128-333 und im Reisebüro Vivell 08191/917412.

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