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Neugreifenberg

24.10.2019

Anwohner klagen: Bei Regen ist die Straße ein schmutziger Bach

Eduard Schück ist Sprecher der Anlieger an der Neugreifenberger Kreitstraße. Deren schleppender Ausbau sorgt für einigen Ärger.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die Kreitstraße in Neugreifenberg wird derzeit ausgebaut. Weil sich die Arbeiten hinziehen entstehen Mehrkosten. Doch nicht nur das ärgert die Anlieger. Was sie von der Gemeinde fordern.

Die Kreitstraße, ein 650 Meter langer Weg in einem Wohngebiet in Neugreifenberg, wird ausgebaut. Eigentlich eine Straßenbaumaßnahme wie jede andere - ganz so einfach allerdings ist es hier nicht. Unter anderem war schon bei der Planung festgestellt worden, dass Oberflächenwasser unkontrolliert abläuft. Der Bau des fehlenden Schmutzwasserkanals – Bauherr dafür wie auch für die Straßenentwässerung sind die Ammerseewerke – begann verzögert. Das brachte den zeitlichen Ablauf beim Straßenausbau, für den die Gemeinde verantwortlich ist, durcheinander.

Die Arbeiten verlaufen schleppend

Der Fortgang der Arbeiten verlief schleppend und nach Ansicht der Anlieger teilweise unkoordiniert. Ärger staute sich auf. Auch über die entstandenen Mehrkosten. Gründe dafür sind der während der Maßnahme festgestellte, teilweise schlechte und deshalb auszutauschende Straßenunterbau, der von der zuständigen Behörde geforderter Einbau von Schlammreinigern in den Sinkkästen und die wegen der Verzögerung notwendige Wintersicherung. In der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es um genau diese Kostenmehrung.

Ein Festpreis war vereinbart worden

Nach Meinung einiger Räte war ein Festpreis vereinbart worden, dieser müsse eingehalten werden. Er hätte früher informiert werden wollen, erklärte Rasso Pittrich und forderte, dass der zuständige Architekt Thomas Glatz in der nächsten Gemeinderatssitzung das von ihm zu führende Bautagebuch vorlegt. Dem schloss sich der Gemeinderat per Beschluss an. Wie Bürgermeister Johann Albrecht berichtete, waren zum Zeitpunkt der Sitzung noch fünf Anlieger an die Wasserleitung anzuschließen. Der Bodenaustausch sei in vollem Gang. Ab dieser Woche sollen Strom, Telekom und Glasfaser verlegt werden. Die Baustelle, so Albrecht, werde mit etwas Verzug fertiggestellt werden können. In der Sitzung waren sehr viele der betroffenen Anwohner an der Kreitstraße anwesend. Sie forderten, dass ihrem Sprecher Eduard Schück das Wort erteilt werden soll. Das wurde vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt.

Anwohner klagen: Bei Regen ist die Straße ein schmutziger Bach

Kein Bürger durfte etwas sagen

Die Anmerkungen eines weiteren Bürgers waren per Abstimmung ebenfalls nicht erwünscht. Eine aktuelle Informationsveranstaltung wie von Anliegern gewünscht, wurde bei der Sitzung auch nicht geplant. Mittlerweile ist ein Schreiben, in dem etliche Punkte aufgelistet sind, von 31 Anliegern unterschrieben und wurde an Bürgermeister Johann Albrecht übergeben. Eine Reaktion darauf hat es bisher laut Schück weder seitens der Verwaltung noch vom Bürgermeister gegeben. In dem Punktekatalog gefordert sind detaillierte Informationen zum zeitlichen und technischen Ablauf. Insbesondere möchten die Anlieger genau darüber unterrichtet werden, wann Wasser- und Abwasserleitungen, Telefon, Glasfaser und weitere Versorgungsleitungen verlegt und wie ausführende Firmen koordiniert werden. Von besonderem Interesse ist die Organisation der Müllentsorgung. Hier hatte es wegen des Straßenbaus bei der Abholung bereits Probleme gegeben. Unklar ist laut Eduard Schück auch, an wen sich Betroffene bei Problemen wenden können.

Gewünscht wird ein „zentraler und fachlich qualifizierter sowie bevollmächtigter Ansprechpartner“. Schück war bisher wahlweise an die Verwaltung in Schondorf oder den Architekten verwiesen worden. Bei keiner der Stellen habe er informative Auskunft erhalten. Die nach Meinung der Anlieger schlecht geplanten und ausgeführten Arbeiten an der Kreitstraße – der Baukörper wurde zum Verlegen der verschiedenen Leitungen mehrfach geöffnet und wieder verschlossen – sind teilweise fotografisch dokumentiert.

Eine Winterpause

So seien beispielsweise schwere metallene Montageteile unbeleuchtet und ungesichert abgestellt worden. Nach Regengüssen präsentiere sich die Kreitstraße als Schmutzwasser führender Bach. In puncto die Mehrkosten ist Schück der Auffassung, diese seien zum Teil nicht gerechtfertigt. „In unserer Straße wurden vor Baubeginn mehrere Probebohrungen durchgeführt, danach müsste doch alles über den Untergrund bekannt gewesen sein.“ Und auch die Wintersicherung sei kein Grund für einen Nachtrag. „Im Bauzeitenplan der für Straßenbau und Wasserleitung zuständigen Firma ist eine Winterpause vorgesehen.“

Der Ausbau der Kreitstraße wurde vor mehr als drei Jahren geplant. Wie Eduard Schück in seinen Unterlagen festgehalten hat, gab es am 5. Oktober 2016 eine Informationsveranstaltung für die Anlieger. Im Dezember 2018 kündigten die Ammerseewerke den Bau von Abwasserkanal und Straßenentwässerung an. Dieses Jahr im April seien Mitarbeiter des Kommunalunternehmens vor Ort gewesen, am 26. Mai war Baubeginn. Diese Arbeiten seien zügig durchgeführt worden, so Schück. Ende August begann eine andere Firma mit dem Straßenbau. Wie Schück beobachtete, habe es dabei immer wieder Verzögerungen gegeben, die Arbeiter seien teilweise sich selbst überlassen worden.

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