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Landsberg

25.06.2017

Arbeiten für und mit Lebensqualität

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Andreas Dirr und Maren Müller-Gernroth (Ott Architekten Augsburg) erklärten den Teilnehmern der Architektouren die Hintergründe und Zusammenhänge, die zu der neuen Heimat des S.I.P. Scootershops im Frauenwald geführt hatten.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die neue Heimat der Vespa-Teilehändler im Frauenwald gewährte Einblicke bei den Architektouren. Verbindende Lebensqualität

Was verbindet man spontan mit dem Begriff Lebensqualität, zumal, wenn diese italienisch angehaucht ist. Alex Barth und Ralf Jodl, zusammen ergeben sie das Unternehmen S.I.P. Scootershop, war das nicht genug. Sie wollen Lebensqualität in ihrem Arbeitsalltag transportieren, mit ihrem Team leben und erleben. Schließlich verbringt man 60 Prozent seines Alltags mit Arbeit. Und dazu, gehört auch eine entsprechende Umgebung, eingebunden in ein Konzept, das auch der Besucher als „cool“ erlebt. Wie das funktioniert und ob das Kalkül aufgeht, berichteten sie jetzt im Rahmen der Architektouren, die am Wochenende unter dem Motto „Lebensqualität“ auch im Landkreis stattfanden.

Am Anfang standen die Arbeitsprozesse, um die herum wurde dann ein schönes Gebäude geplant. Auf diesen einfachen Nenner brachte Alex Barth die Ausgangslage, vor der die Jungunternehmer im Jahr 2015 und damit auch das von ihnen beauftragte Büro „Ott Architekten“ aus Augsburg standen. Ihre Firma – Handel mit Vespa-Motorroller-Ersatzteilen – war längst der Ur-Garage entwachsen, inzwischen auf vier Hallen verteilt und – fühlte sich nicht so richtig stimmig an. Zu viele Kompromisse mussten im Workflow für die täglich 700 bis 900 Aufträge untergebracht werden. Und dennoch florierte das kleine Unternehmen, das heute in Spitzenzeiten über 100 Mitarbeiter zählt.

Philosophie baulich unterstreichen

So kam es zu dem Entschluss, im Frauenwald zu zentralisieren, alles in einem Gebäude unterzubringen und die eigene Philosophie auch baulich zu unterstreichen. Projektleiterin Maren Müller-Gernroth: „Das Grundstück für das Gebäude liegt an exponierter Stelle im Frauenwald.“ Also sollte das Gebäude auch optisch dieser Lage entsprechen. Die weiteren Vorgaben der Bauherren: Hochwertiges Bauen mit möglichst natürlichen Materialien. Was sie keinesfalls wollten: ein repräsentatives Äußeres und Entrée, um dann im Produktions- und Verwaltungsbereich qualitativ stark abzufallen.

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So entstand ein hochmodern anmutendes Logistikgebäude – mit einem italienischen Ristorante und einem Zubehör-Shop im Erdgeschoss. Italiener passt irgendwie zu einem Vespa-Scootershop. Aber wozu braucht ein Ersatzteil-Versandhandel einen Shop? Ralf Jodl schmunzelt: „Das kapiert man nicht gleich“, wohl aber, wenn man die Philosophie der beiden Eigentümer kennt. Zum Einen sind sie ihrer Heimat Landsberg eng verbunden und ermöglichen so, Mitbürgern den Scootershop kurzfristig und auf kurzem Weg persönlich aufzusuchen. Zum anderen pflegen Jodl und Barth internationale Kontakte. „Da ist es gut, den Leuten einen angenehmen Mehrwert zu bieten, wenn sie nach Landsberg kommen“ – und italienisches Lebensgefühl, das den Vespa-Fans ohnehin zu eigen ist. Daher funktioniert auch die Kooperation mit dem italienischen Gastronom Salvatore Mennonna hervorragend: „Ich bin sehr zufrieden“, versichert „Salve“, wie er von jedem gerufen wird. Und er ist natürlich Vespa-Fans durch und durch, besitzt selbst einen „Roller“.

Neben der durchdachten Lager-Logistik unterliegt auch die Verwaltung im ersten Obergeschoss dem Konzept, ohne aufgesetzt und zwanghaft zu wirken. Im Gegenteil: Man betritt aus der industriellen Welt der Lagerlogistik Büroräume, in denen bis ins letzte Detail hinein eine Wohlfühlatmosphäre geschaffen wird – für die im Übrigen viele Mitarbeiter selbst sorgten, indem sie einschließlich Umzug selbst mit Hand anlegten. Andreas Dirr (Ott Architekten): „Die Lebens- und Arbeitsqualität erreichen wir auch durch viele Kleinigkeiten wie stark nach unten gezogene Fenster, die den entspannenden Blick nach draußen erlauben oder die Haptik der naturbelassenen Fensterrahmen.“

Wobei die Räume in dem expandierenden Unternehmen schon bald wieder an ihre Grenzen zu stoßen scheinen. Vorsichtshalber bemühen sich Ralf Jodl und Alex Barth bereits jetzt um ein Nachbargrundstück.

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