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17.06.2009

Architekt kann nach Baustopp weitermachen

Schondorf (ger) - Der Bau eines Büro- und Wohngebäudes auf dem Prix-Areal an der Bergstraße in Schondorf kann weitergehen: Nach einer Umplanung hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auch eine Befreiung von einer Festsetzung des Bebauungsplanes die traufseitige Wandhöhe betreffend erteilt.

Das Bauvorhaben - geplant von dem Architekten Wolf-Eckart Lüps, Bauherrin ist seine Ehefrau - hatte den Schondorfer Gemeinderat in der Vergangenheit bereits mehrfach beschäftigt. Im Kern ging es um die Höhenentwicklung, die im Bebauungsplan durch First- und traufseitige Wandhöhe geregelt ist. Der Architekt plante ein dreigeschossiges Gebäude, wobei die oberste Etage ein flach geneigtes Pultdach erhalten und nur zwei Drittel der Grundfläche umfassen sollte. Auf dem dritten Drittel war eine Dachterrasse geplant. Die Festsetzungen zur maximalen Gebäudehöhe interpretierte Lüps dabei so, dass er für die hohe nördliche Gebäudeseite die maximale Firsthöhe in Anspruch nahm, für die südliche Terrassenseite die niedrigere traufseitige Wandhöhe - wie es in den Systemskizzen zum Bebauungsplan festgelegt wurde, wie Lüps betont.

Im Landratsamt wurde - auch nachdem Andreas Dhom (Freie Wähler-Gemeinderat und Kommentator der Bayerischen Bauordnung) nachgehakt hatte - der Bebauungsplan jedoch anders ausgelegt. Die Baugenehmigungsbehörde berechnete für die Höhe der südlichen Gebäudeseite nicht nur die ersten beiden Stockwerke, sondern auch noch die als Vollgeschoss bewertete dritte Etage. Das bedeutete, dass nach dieser Rechnung die zulässige traufseitige Wandhöhe überschritten wurde. Der Planer versuchte das Problem daraufhin zu lösen, indem er die Terrasse mit einem geknickten Glasdach bedeckte. Damit liegt die Traufe jetzt auf der Höhe des Terrassenniveaus und entsprechend tiefer - ohne dass sich freilich am Volumen des Hauses etwas ändert.

Trotzdem übersteigt die Höhe der Wand die im Bebauungsplan festgesetzte maximale Höhe von sieben Metern (vom Fußboden) um 36 Zentimeter, berichtete Bürgermeister Peter Wittmaack (SPD) dem Gemeinderat. Dies sei von außen jedoch nicht sichtbar. Deshalb, so Wittmaack, habe der Bauausschuss auch empfohlen, eine Befreiung vom Bebauungsplan zu erteilen. Mit 9:3 Stimmen folgte der Gemeinderat. Das Anfang Mai vom Landratsamt eingestellte Bauvorhaben kann damit jetzt fortgeführt werden.

Die Baueinstellung bezeichnete Lüps als "drakonische Maßnahme", denn am Volumen des Gebäudes habe sich am Ende nichts geändert. Die sechswöchige Bauunterbre-chnung habe ihm insgesamt Kosten von 20 000 Euro verursacht, rechnet Lüps vor. In das Gebäude soll im August das Architekturbüro einziehen. Lüps hatte ursprünglich in Utting nach einem neuen Standort gesucht. Als das an drei Stellen (Dyckerhoff, Bahnhof und Sulzfeld) scheiterte, kehrte er Utting den Rücken und baute in Schondorf.

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