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Asyl

06.11.2019

Asylbewerber ziehen in den ehemaligen Fliegerhorst

Im ehemaligen Fliegerhorst in Penzing werden bald Geflüchtete eine Unterkunft finden. Unser Foto zeigt ein Verwaltungsgebäude.

Es kommen wieder mehr Geflüchtete: Warum das Landratsamt auf die Penzinger Wohnungen angewiesen ist

Der Landkreis hinkt bei der Unterbringung von Geflüchteten hinterher, jetzt kommen auf einen Schlag aber elf neue Wohnungen für Asylbewerber hinzu. Der Landkreis hat die Wohnungen auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Penzing angemietet. Ab Mitte November sollen dort Geflüchtete untergebracht werden.

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„Es werden vor allem Familien und Alleinerziehende aus Schwarzafrika sein“, berichtet der Pressesprecher des Landratsamtes, Wolfgang Müller. Derzeit werden dem Landkreis wieder vermehrt Asylbewerber zugewiesen, laut Müller sind es 30 bis 40 pro Monat. Der Landkreis ist zur Aufnahme verpflichtet. Wie Müller sagt, erfüllt Landsberg sein Soll im Vergleich zu anderen Landkreisen in Oberbayern noch nicht: „Der sogenannte Erfüllungsgrad liegt nach einer aktuellen Auswertung bei 75 Prozent.“ Das heißt: Eigentlich müssten 200 und mehr Flüchtlinge zusätzlich im Landkreis leben. Der Freistaat zahlt die Unterkünfte, der Landkreis muss sie jedoch akquirieren und verwalten.

Wie viele Personen genau die elf Wohnungen auf dem Fliegerhorst belegen werden, und ob und wie viele Kinderbetreuungsplätze in Folge nötig sein werden, kann Müller nicht sagen. „Wir wissen nicht genau, wer kommt und wie viele Kinder es pro Familie sind. Wir rechnen mit 40 bis 50 Personen.“ Die Gemeinde Penzing sei auch seit Längerem informiert, so Müller.

Asylbewerber ziehen in den ehemaligen Fliegerhorst

Im Augenblick seien rund 650 Asylbewerber in staatlichen Unterkünften im Landkreis untergebracht. Für einzelne Männer lässt sich laut Müller immer wieder ein Platz in einer der größeren Unterkünfte, wie beispielsweise dem ehemaligen Spielwarengeschäft in Landsberg, der Containeranlage in Geltendorf oder dem Seefelder Hof in Utting und in einzelnen Wohnungen finden. Eine Bleibe für Familien anzumieten, die eine abgeschlossene Wohneinheit bräuchten, sei viel schwieriger.

Darum habe der Landkreis die Gelegenheit wahrgenommen, von der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten die elf Wohnungen auf dem ehemaligen Fliegerhorst anzumieten. „Die Container in der Iglinger Straße wären natürlich auch geeignet für Familien.“

Doch ob diese Möglichkeit weiter besteht, ist offen: Der Landsberger Stadtrat hatte – wie berichtet – in der jüngsten Sitzung die Verlängerung der auf Ende 2019 befristeten Baugenehmigung für die Container abgelehnt. Die Sache soll jedoch noch von der Rechtsaufsicht geprüft werden.

Soweit die demnächst ankommenden Asylbewerber erwerbstätig sind beziehungsweise eine Erwerbstätigkeit aufnehmen möchten, erteilt das Landratsamt eine Beschäftigungserlaubnis. Voraussetzung ist laut Pressemitteilung des Landratsamtes natürlich, dass alle gesetzlichen Voraussetzungen dafür vorliegen: „Beispielsweise muss die Identität geklärt sein“, so Müller.

Die Familien würden sowohl vom Landratsamt als auch durch die Integrations- und Flüchtlingsberatung betreut. Das Landratsamt weist daraufhin, dass keine Kleider-, Möbel- oder Fahrradspenden benötigt werden. Wer sich ehrenamtlich engagieren will, kann sich bei der Integrationslotsin, Stefanie von Valta melden (Telefon: 08191/129-1398). (smi)

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