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Konzert II

03.01.2013

Atmosphärisch dichte Fantasie

Unter der Leitung von Fabian Schmidt gab das Collegium musicum sein traditionelles, viel beklatschtes Weihnachtskonzert.
Bild: Julian Leitenstorfer

Das Collegium musicum spielte in der Aula der Waldorfschule

Landsberg 55 Jahre lang hatte Alfons Schmidt das Collegium musicum geleitet. Über ein halbes Jahrhundert hat diese Institution das musikalische Gesicht der Stadt Landsberg geprägt. Zahlreiche Musiker sind in diesem Laienorchester groß geworden, manche, wie zum Beispiel der Oboist Christoph Hartmann und der Cellist Franz Lichtenstern, haben hier ihre ersten Orchestererfahrungen gemacht. Viele haben die Lust am gemeinsamen Musizieren im Collegium kennengelernt.

Am Freitagabend hat nun dieser Klangkörper unter der Leitung von Schmidts Sohn, Fabian Schmidt, sein traditionelles, viel beklatschtes Weihnachtskonzert in der fast vollständig gefüllten Aula der Waldorfschule in Landsberg gegeben. Mit Johann Sebastian Bachs Ouvertüre in C-Dur, Bachwerkeverzeichnis 1066, begann der Abend, mit Franz Schuberts früher Sinfonie Nr. 5 in B-Dur endete er. Dazwischen standen noch eine reizvolle Fantasie von Ralph Vaughan Williams und das wunderbare Concerto für zwei Hörner und Orchester in D-Dur von Georg Philipp Telemann auf dem Programm.

Bachs Ouvertüre nahm Fabian Schmidt im ersten Satz etwas zu langsam, der volle orchestrale Klang entwickelte sich erst in der Courante und dem Menuett. Gut das Fagott, das im ersten Satz die Bläser zusammenhielt und den Rhythmus vorgab. Die Komplexität dieses Werks zeigte sich aber erst im zweiten und dritten Satz. Atmosphärisch gelungen war die Fantasia über das irische Volkslied „Greensleeves“ von Williams. Insbesondere die Querflöte und das anmutige Harfenspiel machten diese schöne, schlichte Lied mit der einfachen Melodie zu einem hoch gefälligen Werk.

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Zwei erstaunliche junge Damen

Ganz erstaunlich sicher waren die beiden jungen Damen mit dem Horn bei ihrem ersten Soloauftritt überhaupt. Karina Schönberger und Lisa Ruf überzeugten mit sauberem Ansatz und gutem rhythmischen Spiel bei Telemann. Denn das ist der besondere Reiz von Telemanns Concerto, dass darin die beiden Soloinstrumente durchaus unterschiedliche Rhythmen haben und sich doch wieder zusammenfinden. Viele Bravorufe und begeisterten Applaus erhielten sie für diese Leistung zu Recht.

In den hohen Lagen etwas unsicher

Schuberts Sinfonie Nr. 5 hatten die Musiker gekonnt präpariert. Es gab viele gute Momente, wo sich der sinfonische Klang entwickelt hatte. Das war insbesondere in den mittleren Lagen der Violinen. Leider sind diese in den hohen und ganz hohen Lagen etwas zu unsicher, was sich auf den Gesamtklang eher negativ auswirkt. Hier wünscht man sich eine größere Präsenz. Dagegen hatten die Bläser bei den Forte-Stellen im Allegro bestens gearbeitet. Reizvoll das Menuett, das die Instrumentalisten kräftig intonierten. So muss es klingen.

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