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Elektrifizierung

15.12.2012

Auch Brücken müssen neu gebaut werden

Deutsche Bahn informierte über den Ausbau der Strecke München-Lindau

Kaufering „Wir sind jetzt am Ende der Vorplanung und wollen zeigen, was unser Kenntnisstand ist.“ Und es gibt noch einiges zu tun bei dem für die Strecke München-Lindau vorgesehenen Ausbau des Schienenverkehrs mit Elektrifizierung, wie bei einer Infoveranstaltung der Deutschen Bahn deutlich wurde.

In Kaufering stellten am Projekt Beteiligte das Vorhaben vor, genau genommen den 17 Kilometer langen Abschnitt 1 zwischen Geltendorf und Buchloe; insgesamt ist die Strecke 170 Kilometer lang. Die Vertreter von Landratsamt und Anliegerkommunen konnten sich einen Überblick verschaffen, welche Maßnahmen in den nächsten Jahren auf sie zurollen. Ziel der Maßnahme sei, wie Dr. Volker Hentschel, Produktionsleiter im Regionalbereich Süd der DB Netz AG ausführte, die Strecke von München bis zur Grenze nach Österreich in einer Stunde und 50 Minuten zu bewältigen. Dafür müsse auf einigen Streckenbereichen die Geschwindigkeit erhöht werden, Kurven neigefähig ausgebaut werden.

Torsten Gruber, Leiter der DB Projektbau, erläuterte die Vorgehensweise. Zunächst müssten Anlagen Dritter wie Wasser- oder Gasleitungen festgestellt und die elektromagnetische Verträglichkeit der künftigen Oberleitungen geprüft werden. Rund um die Masten aus Beton oder Stahl sei wegen möglicher Unfallereignisse ausreichend Platz nötig, Signale müssten auf höhere Geschwindigkeiten angepasst werden. Dass auf dem 17 Kilometer langen Streckenabschnitt 1 von Geltendorf bis Buchloe einige Brücken neu gebaut werden, sorgte für Unmut unter den anwesenden Kommunalpolitikern. „Mir schwillt der Kamm“, polterte beispielsweise Kreisrat Josef Schmelcher, „wenn ich höre, dass die Überführung der LL7 bei Machelberg abgerissen und neu errichtet werden soll.“ Die Brücke sei erst 2003 gebaut worden, bei entsprechenden Nachfragen bezüglich der Höhe habe es damals seitens der Bahn geheißen, es bestehe kein Anspruch. Dazu erklärte Dr. Hentschel, zu dem Zeitpunkt sei der Ausbau der Strecke München-Lindau noch nicht im Bundesverkehrswegeplan verankert gewesen.

Auch Brücken müssen neu gebaut werden

Weiteres Thema war die Lärmentwicklung. Landrat Walter Eichner sprach das Lärmschutzproblem an der Kauferinger Bahnüberführung an. Wenn die Strecke für insgesamt 300 Millionen Euro modernisiert werde, so Eichner, dann sollte an den Lärmschutz gedacht werden. „Allerdings“ so der Landrat, „möchte ich betonen, dass wir in der Region für die Elektrifizierung sind. Der Schallschutz ist eine andere Sache.“ Zum Lärm sagte Dr. Hentschel, die Brücke könne mit elastischer Lagerung der Gleise entdröhnt werden, dies sei aber in der Finanzierung nicht vorgesehen. Auch werde an der Brücke im Zuge der Modernisierung kein Eingriff unternommen, „wir stellen in diesem Bereich lediglich einen Strommasten auf“.

Güterzüge mit neuen, leiseren Bremsen ausstatten

Durch die Elektrifizierung finde im Übrigen keine Lärmerhöhung statt. Schallschutzmaßnahmen sind laut Gruber derzeit in Schwabhausen und in Buchloe vorgesehen. Zum Güterzugverkehr, der laut Josef Schmelcher in den letzten Jahren vor allem in der Nacht zugenommen habe und ziemlich laut sei, erklärte Dr. Hentschel, die Bundesregierung habe ein Bonussystem eingeführt, um zu erreichen, dass die Güterzüge mit neuen Bremsen ausgestattet werden. „Damit können wir acht bis zehn Dezibel Lärmminderung erreichen.“

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