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Geltendorf

27.01.2020

Auch Geltendorf bekommt eine Sicherheitswacht

Seit Ende 2018 gibt es in Landsberg eine Sicherheitswacht. Auch in Geltendorf sollen die Ehrenamtlichen patrouillieren.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Seit über einem Jahr gehen Ehrenamtliche für die Sicherheitswacht in Landsberg auf Streife. Welches Fazit die Polizei und die Stadt ziehen und warum noch Helfer für einen weiteren Ort gesucht werden.

Nach der Stadt Landsberg soll die Gemeinde Geltendorf als zweite Landkreiskommune eine Sicherheitswacht bekommen. In einer Pressekonferenz hat die Polizei Landsberg die Pläne für den Verbund vorgestellt. Vier Personen sollen zusätzlich in diesem Ehrenamt tätig sein. Die bisherigen Erfahrungen in Landsberg, wo die Sicherheitswacht zum Christkindlmarkt 2018 gestartet war, sind aus der Sicht von Polizei und Stadt positiv.

Was macht die Sicherheitswacht? Sie patrouilliert, wie bei der Pressekonferenz zu erfahren war, paarweise durch die Stadt, meldet Ordnungswidrigkeiten und Straftaten an die Polizei sowie an die Stadt und macht Bürger darauf aufmerksam, wenn sie gegen Gesetze verstoßen. Und vor allem sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter Ansprechpartner für den Bürger.

Unser Foto zeigt von links: Erster Polizeihauptkommissar Michael Strohmeier, Stefan Mang (Polizei Landsberg), Andreas Halscheidt, Geltendorfs Bürgermeister Wilhelm Lehmann, Wolfgang Langer (Ordnungsamt Stadt Landsberg), Andreas Engel (Polizei Landsberg), Christian Leitl und Ernst Müller (Leiter Ordnungsamt Landsberg).
Bild: Julian Leitenstorfer

Denn Polizeibeamte fahren mit dem Einsatzwagen auf Streife, was eine größere Distanz zum Bürger bedeutet, als beispielsweise die Kontaktbeamten, die in Großstädten zu Fuß unterwegs sind. Darauf machte Geltendorfs Bürgermeister Wilhelm Lehmann aufmerksam, der früher selbst Polizist war. Und wie sieht ein Einsatz der Sicherheitswacht in der Praxis aus? Da wird dann beispielsweise einem Motorradfahrer geholfen, der seinen Helm diebstahlsicher an sein Bike angeschlossen und den Schlüssel verloren hatte. Mit Feuerwehr und Polizei und entsprechendem Gerät sei es gelungen, den Helm zu lösen, und der Mann habe losfahren können, erzählt Christian Leitl. Er ist seit Dezember 2018 bei der Sicherheitswacht.

Auch Geltendorf bekommt eine Sicherheitswacht

Mittlerweile ist die Sicherheitswacht mit E-Bikes unterwegs

Er und seine Kollegen müssen aber auch Leute darauf aufmerksam machen, dass die Baustelle für den Lechsteg nicht betreten oder auf einer Wiese kein Feuer angezündet werden darf. Leitls Kollege Andreas Halscheidt ist froh darüber, dass die Stadt E-Bikes zur Verfügung gestellt hat, und so größere Distanzen bewältigt werden können. „Zu Fuß sind wir bei einer Streife acht bis zehn Kilometer unterwegs, mit dem E-Bike 30.“

Gewalttätig angegangen wurden die beiden noch nie. Beleidigungen haben sie vereinzelt erlebt, aber zumeist seien die Bürger sehr freundlich. „Beleidigungen werden rigoros verfolgt“, sagt der kommissarische Leiter der Polizeiinspektion Landsberg, Michael Strohmeier. „Wir wollen unsere Leute vor Unflätigkeiten schützen.“

Pro Monat darf jeder bis zu 25 Stunden im Einsatz sein

Dort, wo Sicherheitswachten Streife gehen, hält das vielleicht den ein oder anderen Kriminellen von einer Tat ab. Strohmeier spricht vom Verdrängungseffekt. Die Mitarbeiter der Sicherheitswacht seien wie zusätzliche Augen und Ohren der Polizei. „Wir wollen vor allem auch das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger stärken“, erklärt Michael Strohmeier. Objektiv ist für ihn beispielsweise die Zahl der Einbrüche zurückgegangen und bei Delikten wie Körperverletzung bleibe die Zahl gleich. Bemerkbar mache sich aber, ob es ein schöner Sommer war, mit mehr Gelegenheiten für Auseinandersetzungen, oder ein verregneter..

In Landsberg wurden 2018 sieben Stellen für die Sicherheitswacht geschaffen. Fünf seien besetzt, erzählt Stefan Mang, der bei der Polizei Landsberg für die Koordination und Ausbildung der Sicherheitswachtmitglieder zuständig ist. Träger der Sicherheitswacht sei der Freistaat. Es sei ein Ehrenamt, es gebe jedoch eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde. Beschäftigt sein dürften die Sicherheitswachtmitglider fünf bis 25 Stunden im Monat.

Noch werden weitere Leute für die Sicherheitswacht gesucht

Sowohl Polizei als auch die Stadt Landsberg ziehen nach etwas mehr als einem Jahr ein positives Fazit. Der Chef des Ordnungsamtes, Ernst Müller, berichtet bei der Pressekonferenz, dass die Ehrenamtlichen auch für die Stadt „Augen“ seien. Denn sie teilten mit, wo eine Hecke in die Straße hineinwachse, wo ein Verkehrsschild verblichen sei oder Vandalismus vorkomme. Beispielsweise entdeckten sie auf ihrer Tour ein kaputtes Auto, das schon lange hinter einem Schnellimbiss in Landsberg stand.

Vergangenen Herbst entstand die Idee, die Sicherheitswacht auszuweiten. In Geltendorf stimmte der Gemeinderat zu und nun soll die Sicherheitswacht um vier Personen für Geltendorf aufgestockt werden. Derzeit sucht die Polizei Bewerber. Ihren Dienst antreten werden alle Mitglieder der Sicherheitswacht von Landsberg aus. Eingesetzt werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter je nach Bedarf in Landsberg oder Geltendorf, wie Michael Strohmeier erläutert. Die Entscheidung liegt bei der Polizei Landsberg. Einsatzort wird in Geltendorf der Bahnhof sein, wenn es aber beispielsweise Berichte von organisierten Bettlerbanden oder Einbrüchen gibt, könnte die Sicherheitswacht laut Bürgermeister Wilhelm Lehmann auch in den Ortsteilen eingesetzt werden. Einen Rund-um-Einsatz kann die Sicherheitswacht nicht bieten. Bis Mitternacht sind die Ehrenamtlichen laut Christian Leitl bisher bei Bedarf maximal unterwegs.

Bewerbung per E-Mail an: pp-obn.landsberg.pi@polizei.bayern.de

Lesen Sie dazu den Kommentar: Sicherheitswacht: Sie sorgen für ein gutes Gefühl

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