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S-Bahn-Unglück

22.02.2013

Auch am Freitag noch Verspätungen

Ausgefallene Züge und Verspätungen, sind auch in Geltendorf die Folgen eines tragischen Unfalls.
Bild: Thorsten Jordan

Ein 62-jähriger Lkw-Fahrer stirbt nach Zusammenstoß mit S-Bahn in Emmering. Tausende Pendler im Kreis Landsberg waren betroffen.

Ein tödlicher Unfall an einem Bahnübergang bei Fürstenfeldbruck hat am Donnerstag im Großraum München für Engpässe im Schienenverkehr gesorgt. Betroffen waren tausende S-Bahn-Pendler und auch Fernreisende. Bereits am Mittwochabend war eine S-Bahn an einem halbseitig beschrankten Bahnübergang in Emmering mit einem Sattelzug kollidiert, der laut Polizei aus bislang unbekannter Ursache auf den Schienen stand. Obwohl der Lenker des Autotransporters das Führerhaus noch verlassen hatte, wurde der 62-Jährige im hinteren Bereich des Sattelaufliegers eingeklemmt und dabei tödlich verletzt. Auch am Freitag wird es noch Behinderungen im S-Bahn-Verkehr geben, teilte die Deutsche Bahn mit. Wie lange es dauert, bis beide Gleise wieder frei befahrbar sind, ist noch unklar. Mit einer Lösung rechnet die Deutsche Bahn aber im Laufe des heutigen Freitags.

In der S-Bahn, die in Richtung München fuhr, befanden sich zur Unfallzeit gegen 22.30 Uhr 18 Passagiere. Ein 61-jähriger Fahrgast wurde beim Aufprall leicht verletzt. Der Zugführer blieb unverletzt. Die Staatsanwaltschaft veranlasste ein Gutachten. Die Schadenshöhe war zunächst nicht bekannt.

Nach dem Unfall wurde der Streckenabschnitt zwischen Fürstenfeldbruck und Puchheim für den kompletten Bahnverkehr gesperrt. Das hatte nicht nur Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr, sondern auch auf die Strecke München-Geltendorf-Allgäu. Die Fernzüge aus dem Allgäu fuhren bis Geltendorf oder wurden ab Buchloe über Augsburg nach München geleitet. Für S-Bahn-Pendler, die in Richtung Landeshauptstadt wollten, ging es gestern nur bis Fürstenfeldbruck, und von dort mit Bussen oder Taxen weiter nach Puchheim, wo die S-Bahnen weiter in Richtung München fuhren. Viele Pendler kamen früh morgens zu spät in die Arbeit. Einer von ihnen war Philipp Brauner aus Dießen. „Am Bahnhof in Türkenfeld gab es nur eine einzige Durchsage und es hieß nur, dass die S-Bahn Verspätung hat. Kurz vor Fürstenfeldbruck hieß es dann, dass dort alle aussteigen müssen. Die S-Bahn war brechend voll“, berichtet der 22-Jährige, „In Bruck musste man dann warten, weitere Infos gab es keine.“ Gelegentlich sei ein Taxi vorgefahren und habe Fahrgäste aufgenommen, um diese zur in Puchheim wartenden S-Bahn zu bringen.

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Ein Gleis in den Abendstunden wieder befahrbar

Nach rund 40 Minuten ergatterte Brauner dann ein Taxi. Mit mehr als einer Stunde Verspätung erreichte er schließlich gegen 9 Uhr seinen Arbeitsplatz. Der Bahn wirft er mangelnde Kommunikation vor. „Hätte es in Türkenfeld konkrete Informationen gegeben, dann wären viele gleich wieder ins Auto gestiegen und direkt in die Arbeit gefahren, ohne auf die S-Bahn zu warten.“ Ähnlich erging es den Reisenden in Geltendorf. „Durchsagen wurden gemacht, doch leider zu leise, dass man sie nicht verstand. Besonders schlimm ist es, wenn eine Diesellok im Bahnhof steht und der Motor läuft“, kritisiert ein Pendler.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn betonte auf Nachfrage, dass es an allen Bahnsteigen laufend Lautsprecherdurchsagen gegeben habe. In Spitzenzeiten seien im Schienenersatzverkehr 70 Taxen zwischen Fürstenfeldbruck und Puchheim unterwegs gewesen und nach dem morgendlichen Schulverkehr auch Busse. Unterdessen zog sich die Bergung der verunglückten S-Bahn in Emmering bis Donnerstagnachmittag hin. Da die Oberleitung beschädigt worden war, konnte eines der beiden Gleise erst in den Abendstunden wieder für den Fernverkehr freigegeben werden. Mit einem fahrplanmäßigen S-Bahnverkehr rechnet die Bahn ab Freitagvormittag.

Kontakt Die S-Bahn München bietet allen von den Ausfällen Betroffenen Gutschriften bzw. Reisegutscheine an. Telefon: 089/20355000.

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