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Penzing

13.12.2018

Auch die Flugschüler nehmen Abschied vom Fliegerhorst

Ideale Bedingungen herrschten zuletzt für die Mitglieder der Flugsportgruppe Landsberg. Vom Fliegerhorst in Penzing aus starteten auch etliche Flugschüler.
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Ideale Bedingungen herrschten zuletzt für die Mitglieder der Flugsportgruppe Landsberg. Vom Fliegerhorst in Penzing aus starteten auch etliche Flugschüler.
Bild: Christian Rauchmann

Nach 60 Jahren auf dem Fliegerhorst steht die Flugsportgruppe Landsberg vor dem Aus. Bei dem Verein haben viele das Fliegen gelernt und den Grundstein für ihre berufliche Karriere gelegt.

Es sind beeindruckende Fotos, die Christian Rauchmann dem Landsberger Tagblatt geschickt hat. Er selbst schreibt von unvergesslichen Flügen bei bester Fernsicht. Flüge, die auch die Flugschüler der Flugsportgruppe Landsberg sicher nicht vergessen werden. In den vergangenen Wochen haben sie ihre Ausbildung bei teilweise idealen äußeren Bedingungen machen dürfen. Aber sie werden wohl die letzten Schüler sein, die am Fliegerhorst in Penzing das Fliegen lernen. Wie berichtet, muss die Flugsportgruppe bis Ende Juni nächsten Jahres das Gelände räumen.

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Lesen Sie dazu auch: Müssen die Flugsportler Penzing verlassen?

Thomas Schneider, der Vorsitzende der Flugsportgruppe, hat mittlerweile auch eine Online-Petition gestartet. Er und seine Vereinskollegen versuchen derzeit alles, um eine Verlängerung des Nutzungsvertrags mit der Bundeswehr zu erreichen. Laut aktuellem Stand darf noch bis Ende des Jahres geflogen werden. Denn die Bundeswehr hat den Vertrag gekündigt. Bis Ende Juni 2019 muss der Verein das Gelände räumen. Die Maschinen des Vereins - zwei Motorflieger, zwei Ultraleichtflieger und vier Segelflugzeuge -, die zurzeit in Halle 1 stehen, müssen dann woanders untergebracht werden.

Auch die Flugschüler nehmen Abschied vom Fliegerhorst

Die Flugsportgruppe befindet sich seit 60 Jahren auf dem Fliegerhorst

Die Flugsportgruppe Landsberg existiert in ihrer jetzigen Form seit 1958 am Flugplatz in Penzing. „Schon immer steht der Verein dafür, jedem das Fliegen zu ermöglichen“, sagt Thomas Schneider. Insbesondere die Jugendförderung sei eins der obersten Ziele. „Bei uns können Jugendliche ab 13 bis 14 Jahren mit der Segelflugausbildung anfangen“, sagt der 43-Jährige. Um dies möglichst günstig und kalkulierbar zu halten, sei eine Ausbildungspauschale für Jugendliche Schüler, Auszubildende und Studenten eingeführt worden. Somit könne man für 50 Euro im Monat die komplette Segelflugausbildung absolvieren und die Lizenz erwerben. Dabei seien natürlich sämtliche Fluglehrer ehrenamtlich tätig.

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„Neben der fliegerischen Ausbildung wird den Jugendlichen aber ein hohes Maß an Verantwortung, Teamgeist, Eigeninitiative und technisches Verständnis vermittelt“, sagt der Vereinsvorsitzende. Das Fliegen als Hobby könne von Jung bis Alt ausgeführt werden. „Es ist somit eines von wenigen Hobbys, welches von allen Generationen gemeinsam ausgeübt werden kann. Dabei können die jungen Flugschülern vom Wissen der alten Hasen viel lernen. Umgekehrt sind die jungen Flugschüler oft diejenigen, welche durch ihre Begeisterung die Alten motivieren“, sagt Schneider.

Nicht zu unterschätzen sei die Tatsache, dass in den 60 Jahren viele über den Verein in ihren Beruf gefunden haben. „Wir haben in sämtlichen Bereichen der Luftfahrt tätige Mitglieder: Mechaniker, Piloten, Lotsen, Luftfahrtingenieure.“ Thomas Schneider, der in Schondorf lebt, ist das beste Beispiel dafür. Das Fliegen hat er im Alter von 15 Jahren in Penzing gelernt, mittlerweile ist er Kapitän bei der Lufthansa. Aber auch jährliche Schnupperflugveranstaltungen für interessierte Bürger oder das „Fliegen für Menschen mit Behinderung“ würden die Ausrichtung der Flugsportgruppe Landsberg verdeutlichen.

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