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Landsberg

30.06.2017

Auch diese Arche entstand in Handarbeit

„Noahs Flut“ von Benjamin Britten wird am heutigen Freitag um 16.30 und 19.30 Uhr unter der Gesamtleitung von Marianne Lösch aufgeführt. Es singen und musizieren rund 100 Laien- und Profisänger und -instrumentalisten aus verschiedenen Chören und Ensembles.

Profis und Laien präsentieren am heutigen Freitag Benjamin Brittens „Noahs Flut“. Was Autopolierwatte und ein zotteliges Schaffell mit dem Stück zu tun haben.

Ein Mirakelspiel, eine Kinderoper oder vielleicht doch eine Kirchenoper? „Noahs Flut“ von Benjamin Britten wurde mit unterschiedlichen Attributen versehen. Das Stück wird vielfach aufgeführt, selbst Sir Simon Rattle hat das harmonische Werk schon dirigiert – das jetzt auch in Landsberg am heutigen Freitag im Rahmen der Europa-Tage der Musik aufgeführt wird.

Seit mehr als einem halben Jahr proben Marianne Lösch und Helfer mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, üben mit Kindersolisten und kümmern sich um Bühnenbild und Requisite. Die beiden Aufführungen in der Heilig-Kreuz-Kirche am morgigen Freitag sollen schließlich nicht nur gelingen, sondern Zuhörern wie Ausführenden auch Freude bereiten. „Die vielen Proben sind schon anstrengend“, meinen Amelie, Anne und Marie. „Wir müssen alles auswendig singen, das war am Anfang schon ein wenig schwierig.“

Ratschkathln auf der Bühne

Die Musik gefalle ihnen aber sehr gut und sei gar nicht schwer zu singen, sagen die drei Zwölfjährigen, die bei der Aufführung „Tratschen“ sind. „Wir sind die Freundinnen von Noahs Frau und reden immer über das, was gerade passiert.“ Bei der Aufführung werden sie wie richtige Ratschkathln, in leicht altmodischen Kleidern singen und tratschen.

Nicht ganz so einfach ist die Verkleidung der Tiere, die Noah mit auf seine Arche nimmt. Zunächst sollte eine Maskenbildnerin Gipsabdrücke von den Gesichtern machen, die Idee hat sich zerschlagen. Gut, dass auch Künstler Kinder haben, die obendrein gern und gut singen: Katharina Schellenberger – sie wird ebenfalls singen – erklärte sich bereit, Masken zu basteln.

Dass sie das großteils gemeinsam mit den Kindern machte, ist ein besonderer Aspekt des Projekts, in dem Sänger aller Landsberger und weiterer Chöre gemeinsam singen. „Wir haben 60 Masken gebaut und fast täglich kommen neue Aufträge dazu“, erzählt die Landsberger Künstlerin. Aktuell seien das zwei Paradiesvögel, die wie Hirsch und Marienkäfer und alle anderen Tiere vor der Flut gerettet werden wollen.

Verrückte Materialien

Lustig findet die Malerin auch, dass etliche verrückten Materialien verwendet wurden. „Ein Stück zotteliges Schaffell als Haarpracht, schon war das Lama erkennbar.“ Selbst alte, längst nicht mehr verwendete Autopolierwatte habe gute Dienste getan. Derart verschönt und möglichst originalgetreu bemalt werden die Geschwister Mara und Samuel als Leopard und Tiger sowie Johanna und Elias als Pferd und Schaf die Arche entern.

Das Boot ist dank etlicher Fachleute im Chor natürlich auch Eigenbau. Wie überhaupt vieles selbst gemacht ist. Die zur Verfügung stehenden, schmalen finanziellen Mittel reichten halt bei Weitem nicht für alles aus.

Noahs Flut wird am Freitag, 30. Juni, 16.30 und 19.30 Uhr, in der Heilig-Kreuz-Kirche. gezeigt Rund 100 Laien- und Profisänger sowie -instrumentalisten aus verschiedenen Chören und Ensembles treten auf.

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