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Stadtmuseum Landsberg

10.10.2017

Auch eine Musicbox ist Sinnbild für Landsberg

Zwei von zehn Sinnbildern für die Landsberger Stadtgeschichte: Beate Scharrnagl, Regina Kaiser und Fritz Weigner schieben eine Musicbox in die Sonderausstellung, dahinter ist ein Gemälde der Künstlervereinigung „Scholle“ zu sehen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die neue Sonderschau mit zehn Objekten aus der Stadtgeschichte versteht sich als „Demoversion“ für die künftige Dauerausstellung. Wie diese aussehen soll, dazu sind jetzt auch die Landsberger gefragt.

Mit seiner nächsten Sonderausstellung macht sich das Landsberger Stadtmuseum gleichsam selbst zum Ausstellungsgegenstand: Am Freitag, 13. Oktober, wird um 18 Uhr eine „Demoversion“ der zukünftigen Dauerausstellung zur Stadtgeschichte eröffnet. Bis 31. Januar sind dann auch die Besucher aufgefordert, ihre Meinung kundzutun.

Der Begriff „Demo“ ist somit zweideutig zu verstehen. Er spielt, wie Museumsleiterin Sonia Fischer erläutert, nicht nur auf den Testlauf an, sondern auch auf das altgriechische Wort „demos“ für Volk, also auf die Bürgermeinung, die in den weiteren Planungsprozess einfließen soll. Denn das Museum wird in den kommenden Jahren saniert und die Abteilung Stadtgeschichte neu präsentiert. Der Bayerische Kulturfonds, die Landesstelle für die nicht staatlichen Museen in Bayern und der Bezirk Oberbayern gestehen der Idee, die Themen der Dauerausstellung zuvor durch die Besucher testen zu lassen, Pilotcharakter zu und fördern sie deshalb.

Die Ausstellung stellt zehn Leitobjekte vor, die Stellvertreter für zehn Kernthemen Landsberger Stadt- und Regionalgeschichte sind und Eingang in die neue Dauerausstellung finden könnten. Der Raum ist beschränkt: Nachdem die oberen Stockwerke wegen Brandschutzdefiziten vor drei Jahren geschlossen wurden, stehen Museumsleiterin Sonia Fischer lediglich 140 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Das ist nur ein Fünftel der geplanten künftigen Fläche für die Dauerausstellung.

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Die zehn Leitobjekte spannen den Bogen von der Stadtgründung bis zur Zeitgeschichte. Los geht der Rundgang mit einem Gemälde eines Seitenaltars aus der früheren Spitalkirche. Das Gemälde aus dem Jahr 1628 zeigt die älteste Ansicht der Stadt Landsberg, für die die Gottesmutter und ein Engel den Segen Christi erbitten. Audioguides erklären den Besuchern die einzelnen Objekte und verweisen auf Medienstationen, in denen das Thema vertieft werden kann. Jene Stadtansicht etwa bildet ja nicht nur den Gebäudebestand von damals ab, sondern verweist in ihren Details auch auf Themen wie den Salzhandel, die Flößerei oder den Charakter Landsbergs als frühere Grenzstadt.

An Station acht darf das Exponat auch berührt werden

Gegen Ende des Rundgangs gelangt man zur jüngsten Geschichte Landsbergs. An Station acht darf das Exponat auch berührt werden: Eine Musicbox stellt das Sinnbild für die Amerikanisierung des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg dar – und sie ist voll funktionsfähig. Während der Blick noch auf der alten Landsberger Stadtansicht haftet, wird einen Raum weiter „I Got You Babe“ von Sonny and Cher gespielt. Andere Stationen wenden sich speziell an Kinder: Wenn es um den süddeutschen Barock geht, sollen die jungen Museumsbesucher barocke Formen nachzeichnen können – wobei die Museumsleiterin auch gespannt ist, ob das nicht Erwachsene genauso gern tun.

Die zehn Themen sind Vorschläge ohne Gewichtung und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Im Gegenteil: Um historische Zusammenhänge zu veranschaulichen, ist die Kontextbildung mit mehreren Objekten und ergänzenden Informationen wie Texten, Fotos oder Filmen notwendig. Eine „Demoversion“ könne das Format einer Dauerausstellung hinsichtlich Wissenstiefe und räumlicher Inszenierung nicht andeuten, geschweige denn ersetzen, verdeutlicht Fischer.

Aber sie könne die Diskussion anregen und allgemein die Erwartungen der Bürger an ihr Museum abfragen. Welche Themen der Stadtgeschichte finden sie besonders wichtig? Welche Geschichten möchten sie im Museum hören? Welche Formen der Vermittlung bevorzugen sie: das individuelle Erkunden von Objekten, das Hören von Audioguide-Geschichten, interaktive Mediennutzung, Kinderstationen oder Führungen und Vorträge? All dies gilt es in der Ausstellung zu testen und zu erkunden.

Darüber hinaus können sich die Besucher nicht nur an Mitmachstationen aktiv beteiligen, sondern ihre Meinung ganz konkret einbringen. Das Büro „Kulturevaluation Wegner“ hat für die Ausstellung eine Besucherbefragung entwickelt. Das Stadtmuseum bietet zudem Workshops an, um die Bedürfnisse unterschiedlicher Besuchergruppen wie Schulklassen, Senioren oder Kulturförderer gezielt abzufragen.

Nach dem Motto „Gestalten Sie die Zukunft Ihres Museums aktiv mit! Landsberg plant sein Museum. Und Sie entscheiden mit!“ hofft das Museumsteam auf eine rege Beteiligung. Einen Vorgeschmack auf die Ausstellung bietet der Film „Demoversion Stadtmuseum“. Ab heute ist er auf der Homepage des Museums (www.museum-landsberg.de) zu sehen.

Und wie geht es nach dem Ende der Ausstellung weiter? Sonia Fischer hofft, dass Anfang 2018 die vom Stadtrat beschlossenen Planungen für eine Sanierung des Museums auf den Tisch gelegt werden – und aus der Demoversion und den Ideen der Besucher die neue Dauerausstellung werden kann.

Ausstellung Die Sonderschau „Demoversion Stadtmuseum. Landsberg plant sein Museum“ wird am Freitag, 13. Oktober, um 18 Uhr eröffnet. Sie ist bis 31. Januar zu sehen, und zwar dienstags bis freitags von 14 bis 17 und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.

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