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Raisting

28.10.2015

Auf Birke und Buche durch die Natur

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Andreas Pospiech (links) und Axel Weber haben ein Fahrrad mit Holzrahmen entwickelt. Rund zwei Jahre arbeiteten die Freunde an ihrer Idee und sind nun soweit, mit dem Verkauf zu starten.
Bild: Phillip Plesch

Freizeit In Raisting wurde das erste E-Bike aus Holz gefertigt. Für die Erfinder spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle

Der Geruch nach Schmieröl steigt einem in die Nase, das Radio knattert vor sich hin und spielt ein paar Klassiker aus den Achtzigern. An den Wänden hängen Poster und alte Lenkräder und ein Großteil des Raumes ist voll mit alten Vespas und Rollern. Doch dann sticht einem etwas ganz anderes ins Auge, was so gar nicht dem übrigen Flair entspricht. Ein Fahrrad, doch kein gewöhnliches, denn sein Rahmen ist aus Holz gefertigt.

Die Rialto-Garage in Raisting bietet für Vespa-Freunde ein wahres Paradies. Viel gibt es hier zu staunen und zu bewundern. Doch das eigentliche Schmuckstück von Andreas Pospiech und Axel Weber ist noch nicht so alt wie der Rest der abgestellten Karosserien. Seit wenigen Wochen ist der erste Prototyp ihres Fahrrades mit Holzrahmen fertig. Rund zwei Jahre arbeiten die beiden Freunde schon an ihrer Idee und haben sie nun so weit entwickelt, um den Verkauf zu starten.

Der Schreinereibesitzer Weber hatte die Idee für den Holzrahmen und erzählt davon, wie er beim Betrachten der Bäume und gefertigter Balken darauf kam, als er sah, wie schön das sein könnte. Infolgedessen starteten erste Versuche, die im heutigen „Woodpecker Field Motion One“ ihre Vollendung gefunden haben. So lautet der offizielle Name des Fahrrads, das unter der Woodpecker-Marke, die von Pospiech und Weber ins Leben gerufen wurde, vertrieben wird. Der aus europäischen Hölzern, vor allem Buche und Birke, gefertigte Rahmen wird mit moderner CNC-Technologie in Form gebracht und anschließend von Hand zusammengefügt. Laut Hersteller werden dabei nur Hilfsstoffe in Bioqualität verwendet.

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Denn Nachhaltigkeit spielt für die Erfinder eine große Rolle. Darin sehen sie auch einen Vorteil ihres Woodpecker-Bikes gegenüber den klassischen Rädern aus Aluminium und Karbon, die bereits in ihrer Produktion Energie verschwenden würden, so Weber. „Außerdem hat das Rad geile Fahreigenschaften“, sagt Pospiech. Durch den Holzrahmen sei es weicher und elastischer und die erhöhten Pedale ermöglichen ein Beschleunigen auch in Kurven. Dennoch bietet es eine hohe Stabilität und Steifigkeit. Einen weiteren Anreiz sehen die beiden Freunde, die sich seit rund 35 Jahren aus gemeinsamen Mofazeiten kennen, darin, dass das Produkt „made in Bavaria“ sei und außerdem etwas, das nicht jeder besitze.

Über zehn Rahmen wurden mittlerweile produziert, und Vorbestellungen gibt es auch schon. „Wenn wir zwei bis drei im Monat schaffen, ist das gut“, sagt Pospiech. Zum Holzrahmen kann man sich die gängigen Zukaufteile bestellen. Lenker, Sattel und Co. entsprechen somit dem Wunsch des Kunden. „Bisher sind vor allem die Radlfreaks interessiert“, erzählt Pospiech. Zurzeit gibt es nur eine standardisierte Rahmengröße, doch geplant ist auch eine kleinere Version für Frauen. Vor allem im Gelände ist das Woodpecker-Bike gut zu gebrauchen und wurde bereits von mehreren Personen getestet. Auch von Weber. Bis auf 2500 Meter Höhe ist er damit im Gebirge geradelt. „Und bergab ging es dann über einen Pfad. Gesprungen bin ich da auch. Das Fahrrad hält also schon was aus.“

Das Elektrofahrrad Field Motion E-One hat einen Cleanmobile-Antrieb von TQ Systems, der einen Großteil des Einkaufspreises von rund 7000 Euro ausmacht, je nachdem, welche weiteren Komponenten gewählt werden. Lange hat sich Axel Weber mit der Suche nach dem geeigneten Elektromotor beschäftigt und im Modell von TQ Systems aus Seefeld bei Weßling die für ihn perfekte Lösung gefunden. Der Cleanmobile-Antrieb ist in fünf Stufen einstellbar und bietet ein Drehmoment von 120 Newtonmetern. Die Kabel verlaufen im Rahmen, der innen hohl ist. Der Akku ist am Unterrohr befestigt. Ab Weihnachten sollen alle Komponenten des Mittelmotors endgültig entwickelt sein und somit auch der Verkauf der E-Bikes möglich. Eine Massenproduktion ihrer Erfindung in Asien haben Pospiech und Weber nicht geplant, denn sie wollen weiter ein heimisches Produkt anbieten.

Im Internet

www.woodpecker-bike.de

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