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Großaitingen

02.02.2017

Auf dem Land leben, auf dem Land sterben

Auf dem ehemaligen Bauernhof, das zum Hospiz umgebaut werden soll, erwarten Sonja Meitinger (links) und Gudrun Krist die Gäste zum Infotag. 

Ein menschenwürdiges Sterben für schwerstkranke Patienten ist das Ziel des Fördervereins Hospiz Großaitingen.

Wer voll im Leben steht, verdrängt das Thema Sterben und Tod gerne. Nicht so der neue Förderverein Hospiz Großaitingen. Um schwerstkranken Menschen eine würdige Sterbebegleitung unter professioneller Führung zu ermöglichen, haben sich sieben Bürger zusammengeschlossen, die ein für die Region einmaliges Hospizprojekt realisieren wollen.

„Die Menschen hier leben auf dem Land, und sie wollen auch hier sterben. Damit lag es nahe, hier in der ländlichen Region ein Hospiz zu errichten,“ erläutert die Vorsitzende Gudrun Krist. Ein anderer Grund für ein Hospiz auf dem Land sei, dass es für Angehörige und Freunde oft schwer ist, Einrichtungen in den Städten zu erreichen. Das Hospiz in Augsburg-Hochzoll zum Beispiel sei vom Lechfeld 30 Kilometer entfernt, die nächste Einrichtung Richtung Süden in Kempten, 90 Kilometer weg. Der Förderverein wurde daher gegründet, um die Voraussetzungen für Bau und den Betrieb eines Hospizes in der Region zu schaffen. Ziel ist eine Eröffnung Anfang 2020.

Max Reisch aus Schwabmünchen ist der Kassier. Er berichtet, dass schon ungefähr zwei Drittel der Kosten durch Spender aus der Wirtschaft abgedeckt sind. Ungefähr eine Million Euro müsse allerdings noch aus Spenden und Mitgliedsbeiträge erwirtschaftet werden. Für den laufenden Betrieb seien noch einmal 200000 Euro zu den Zahlungen der Krankenkassen, die immerhin 95 Prozent Kosten abdecken, beizusteuern, rechnet der Finanzexperte vor.

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Dabei handle es sich um Kosten für beispielsweise Wunschgerichte, Streicheltiere oder Therapiehunde. Auch Gästezimmer für Angehörige oder Freunde des Patienten sollen bereitgehalten werden. „Aus diesem Grunde benötigen wir zur Realisierung noch weitere Mitglieder und Aktive“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Sonja Meitinger. Der Jahresbeitrag sei mit 25 Euro bewusst niedrig gehalten worden, damit viele Menschen an dem Projekt mitwirken können. „Wir würden uns freuen, wenn wir viele Mitbürger und Interessenten am Sonntag zu unserem Informationstag über das Projekt und den Verein im zukünftigen Hospizgebäude ,Licht am Horizont’ in Großaitingen begrüßen können“, sagt sie.

Großaitingens Bürgermeister Erwin Goßner, als Beisitzer im Vereinsvorstand tätig, ist von dem Projekt überzeugt: „Ich unterstütze es voll.“ Deshalb sei er nicht nur passiv als Lokalpolitiker Mitglied, sondern möchte kreativ mitgestalten. „Daher werde ich mich in Gremien wie dem Gemeinderat, der landkreisweiten Bürgermeisterversammlung wie auch beim Begegnungsland LechWertach für dieses Hospiz einsetzen und versuchen, weitere Förderer zu gewinnen“.

Ziel sei es, die Planungsphase mit einem im Hospizbau erfahrenen Architekten abzuschließen, die notwendigen Genehmigungsverfahren zu durchlaufen, die Verträge mit den Krankenkassen abzuschließen, um ab 2020 für schwerstkranke und in der letzten Sterbephase befindlichen Menschen, die nicht zu Hause oder in Kliniken gepflegt und begleitet werden können, insgesamt acht bis zehn Hospizbetten bereit zu stellen. „Die Aufnahme im Haus vollkommen unabhängig von Glaubensrichtungen und Herkunft“, betont Gudrun Krist.

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