1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Auf den alten Edeka kommt kein Funkmast

Leeder

18.06.2018

Auf den alten Edeka kommt kein Funkmast

Mit knapper Mehrheit hat der Fuchstaler Gemeinderat die Errichtung eines Mobilfunkmastes auf dem ehemaligen Edeka in Leeder abgelehnt.
Bild: Andreas Hoehne

Nach dem Veto des Gemeinderats Fuchstal sucht die Telekom weiter. In Asch hatte sie schon Erfolg.

Mit 8:7 Stimmen hat es der Gemeinderat Fuchstal abgelehnt, der Telekom den Bau eines Mobilfunkmastes auf dem Dach des alten Edeka in Leeder zu ermöglichen, den die Gemeinde zum 1. Januar 2019 erwirbt. Die Entscheidung, die nach einer Stunde Debatte vor zahlreichen Zuhörern getroffen wurde, hat jedoch unter Umständen nur symbolischen Charakter. Denn in seinen Ausführungen hatte der Kommunalbeauftragte der Telekom, Erwin Walch, versichert, man benötige die Anlage für Leeder auf jeden Fall. So wird man sich wohl vermutlich auf die Suche nach einem geeigneten privaten Gebäude für die Aufstellung machen. Die Kunden seien letztlich mit ihrem Verhalten die Designer des Netzes, meinte Walch dazu. Ein eigener Funkmast sei auch für Asch erforderlich, hier hat die Telekom bereits einen Aufstellort gefunden, ohne dass sich Walch näher dazu äußerte.

Der Sender bei Hirschvogel reicht nicht mehr aus

Bislang wird das Telekom-Netz durch einen Funkmast auf dem Werksgebäude des Unternehmens Hirschvogel außerhalb von Denklingen abgedeckt. Angesichts von Zuwachsraten von jährlich 60 Prozent bei der Nutzung von Mobilfunkangeboten werde es in absehbarer Zeit zu einer Überlastung kommen, erläuterte Walch. Ausführlich setzte er sich dann mit der Frage einer möglichen gesundheitlichen Belastung durch Mobilfunkmasten auseinander. Wenn dies der Fall wäre, sagte er, müsste München schon ausgestorben sein, wo es fast an jeder Straßenecke einen gebe.

Die Strahlenbelastung für den Handynutzer steige, erklärte der Telekom-Mitarbeiter weiter, mit der Entfernung zum Mobilfunkmast, da sich die Sendeleistung entsprechend erhöhen müsse. Strahlung gebe es ebenso durch WLAN und schnurlose Telefone. „Was wir machen, ist Pillepalle im Vergleich zu dem, was Sie daheim haben“, sagte Walch dazu. Weiter verwies er auf eine Messung der Bundesnetzagentur der elektromagnetischen Felder in Asch im Jahr 2012. Demnach wurde der Grenzwert bezüglich der Wärmewirkung der Strahlung lediglich mit 0,00045 Prozent ausgeschöpft, in der Landsberger Lechstraße liegt der Wert bei 0,0425 Prozent.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Im Gemeinderat ist von einer gefühlten Bedrohung die Rede

Insbesondere Josef Weber sprach von dem Unbehagen in der Bevölkerung, wenn die Anlage im Ortsbereich stehe, und schlug eine Reihe von Alternativen vor. Ein Mast an der Almhütte müsste mindestens 40 Meter hoch sein, antwortete Walch, und die Standorte auf der Weiche der Fernwärmeversorgung und im Wertstoffhof seien zu weit von Leeder entfernt. Technisch nicht realisierbar sei auch der Vorschlag, im Norden und Süden außerhalb des Ortes Masten zu bauen, denn dann lägen die Zellübergänge, in denen es zu Störungen komme, in dicht bewohnten Gebieten.

Dr. Walter Reitler bestätigte die technische Richtigkeit von Walchs Ausführungen, sprach allerdings von einer gefühlten Bedrohung. „Wir entscheiden nicht über die Aufstellung in Leeder selbst, sondern nur über den Standort auf dem Gemeindegebäude“, stellte Bürgermeister Erwin Karg vor der Abstimmung nochmals klar. Er persönlich, der nach eigener Aussage weder dienstlich noch privat ein Handy besitze, gehörte zu den acht Gegnern der Verpachtung des Daches. Den Beschluss selbst quittierten einzelne Zuhörer mit Beifall.

Irritationen hat bei einzelnen Ascher Bürgern die Feststellung von Erwin Walch ausgelöst, dass man in ihrem Ort bereits über einen Standort verfüge. Bereits im Jahr 2006 hatte der gleiche Netzbetreiber, damals noch „T-Mobile“, nach Standorten für Funkmasten in Leeder und Asch gesucht. Daraufhin bildete sich eine örtliche Initiative, die insbesondere den Standort gegenüber der Ascher Grundschule anprangerte.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren