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Dießen

06.07.2017

Auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen

Die Virtuelle Kompagnie in der Klostermühle in Windach.
Bild: Romi Löbhard

Virtuelle Compagnie spielt an ungewöhnlichem Ort und auf drei Ebenen. Heimat und Asyl sind Thema.

Der Spielort zumindest ungewöhnlich, der Titel ein Satzfragment: Wer die Virtuelle Companie von früheren Aufführungen kennt, wundert sich kaum darüber. Das in Dießen beheimatete Theaterensemble um Regisseurin Katalin Fischer ist stets auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen.

Für die Kreiskulturtage 2017 entwickelte die Companie ein Stück, das sich einerseits dem Thema der Veranstaltungsreihe „Schnittstelle Heimat“ stellt. Gleichzeitig werden aktuelle, politische Themen aufgegriffen und letztendlich, auch das ist nicht neu, ist das Publikum gefordert, der Titel „Heimat – wer den Anderen...“ ist bereits ein zarter Hinweis. Gespielt wurde in einem Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Klostermühle in Windach, das wie geschaffen schien für die drei Stockwerke hohe Bühne. Nach einem musikalischen Intermezzo mit Willi Fischer (Violine) und Refat Ibrahim (Oud/Laute) fällt der Vorhang und drei Schauspielerpaare sind zu sehen. Schnell wird klar, was hier passiert. Auf jeder der drei Ebenen agieren ein Flüchtling und ein Einheimischer. Mit einfachen

Stilmitteln wird die Frage bearbeitet, was „Heimat“ eigentlich ist.

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Was ist nun eigentlich Heimat?

Die Asylsuchenden erzählen in ihrer jeweiligen Landessprache, die zugeordneten deutschen Schauspieler „übersetzen“ quasi die Erzählungen. Was ist nun Heimat? An oberster Stelle steht die Familie, Vater, Mutter, die Geschwister - auch wenn gelegentlich gestritten wird. Es sind die täglichen Abläufe, die Rituale beim Aufstehen, Frühstücken, Essen. Es sind das Dorf oder die Stadt der Kindheit - soweit weg und doch im Kopf so allgegenwärtig. Heimat sind in der Familie zubereitete Lieblingsgerichte wie Schokoladenkuchen, Hummus, Shish Barak.

Es sind die Feste, die viele Male erzählten Märchen des Landes und ganz wichtig, die Musik, oft gesungene oder immer wieder angehörte Lieblingslieder. In solche schönen Erinnerungen an die Heimat mischt sich bei der Virtuellen Companie aber noch etwas anderes. Es ist die Angst. „Ein Freund war im Gefängnis. Als er heraus kam, war er kein Mensch mehr. Da machte ich mich auf den Weg.“

Aufführungen des Stücks der Virtuellen Companie „Heimat - wer den Anderen...“ sind am Donnerstag 6. und Freitag 7. Juli jeweils um 20 Uhr in der ehemaligen Klostermühle in Windach, Schützenstraße 12.

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