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09.06.2009

Auf der Suche nach der langen Liebe

Schwabhausen (hewa) - Am Premierenabend präsentierte das Theaterlabor "Unser Theater" unter der Leitung von Otto Novoa vor kleinem Publikum in "zuFrida" die ungewöhnliche Lebensgeschichte der mexikanischen Surrealistin Frida Kahlo. Schon der äußere Rahmen im Scheunentheater sowie die einzige Requisite, ein karges Baugerüst, verbreiteten eine gewisse Authentizität. Die in Landsberg nicht unbekannte Künstlerin Magda Agudelo beeindruckte in der Rolle Kahlos mit szenischer und körperlicher Ausdrucksstärke und ließ wesentliche Lebensstationen der Mexikanerin wieder lebendig werden.

Die Rezeptur ihres bisweilen tragischen Lebens war von Kind an geprägt von Krankheiten und schweren körperlichen Leiden infolge eines Unfalls, durch die politischen Umstände der mexikanischen Revolution sowie eines exzessiven, aber nicht immer glücklichen Liebeslebens sowie schicksalhafter Fehlgeburten. Trotz allem hat sie zwar ihre Lebenslust nicht verloren, nicht verwunderlich aber, dass sie immer wieder Trost suchend im Alkohol und in Drogen, tragisch endete. In der Malerei, zu der sie ans Bett gefesselt fand, entwickelte Kahlo eine bedingungslose Aufrichtigkeit gegenüber ihren Qualen und der persönlichen Zerrissenheit, aber auch für den Kampf um politische Freiheitsideale und der immerwährenden Suche nach der wahren Liebe.

Agudelo und Novoa, die gemeinsam das Konzept dieser Theateraufführung entwickelten, verstanden es mit einer Mischung aus spanischen und deutschen Textpassagen, gepaart mit gleichsam logischer und lebendiger Szenenabfolge, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. In einer Nebenrolle war es Rudolf R. Jirka vorbehalten, den Bogen des tragischen Elements nicht zu überspannen, sondern anhand der banalen Verbindung der Lebensrezeptur Fridas zum Nationalgericht (Tortilla) mit einem feinen Schuss Ironie für die Normalität des Daseins zu sorgen.

Unbekanntes Skelett wirkt mit

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Die Dramaturgie wurde durch traditionelle südamerikanische Lieder, stimmungsvoll gespielt und gesungen von Sara Klein-Schild, verstärkt und mit dem Einsatz des unbekannten Skeletts, über das auch der Beobachter direkt in die Handlung einbezogen wurde, zu einem stimmigen Lebensbild Frida Kahlos verquickt. Die Reaktion der sachkundigen Besucher war entsprechend intensiv und anhaltend.

Aufführungen Weitere Aufführungen von "zuFrida" sind am 26. und 27. Juni sowie am 2. und 3. Juli in Unser Theater in Schwabhausen zu sehen. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr.

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