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Herkomerpark

06.02.2015

Auf der Suche nach einer anderen Heimat

Die Sanierung und Umbau des Herkomermuseums ist vorangeschritten.
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Die Sanierung und Umbau des Herkomermuseums ist vorangeschritten.
Bild: Thorsten Jordan

Zukunft des Töpfermarkts auf dem denkmalgeschützten Areal wird diskutiert. Sanierung des Grünareals

Wieviel Öffentlichkeit verträgt ein schützenwertes Denkmal? Diese Frage diskutierte in dieser Woche der Bauausschuss des Stadtrates, der in diesem Zusammenhang entscheiden sollte, ob der süddeutsche Töpfermarkt in den Parkanlagen des Herkomer-Anwesens seine Heimat behält oder künftig einen neuen Standort suchen muss. Einig ist man sich, dass der Park nach historischem Vorbild saniert wird. Die Entscheidung zum Töpfermarkt wurde erst einmal vertagt.

Die Überlegungen, die Töpferveranstaltung, die jedes Jahr rund 10000 Menschen nach Landsberg zieht, vom Herkomer-Anwesen wegzuverlegen, sind nicht neu, doch wurden sie aktuell angesichts der momentan laufenden Sanierung des Herkomer-Museums wieder ganz nach oben auf die Agenda gehievt. Petra Becker, die in Landsberg für das Stadtgrün zuständig ist, plant, die Anlagen rund um das Gebäudeensemble auf Grundlage von Originalplänen und Unterlagen soweit wie heute möglich originalgetreu wieder herzustellen (LT berichtete). Unterstützung erhält sie dabei von der Oberkonservatorin am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege Dr. Susanne Fischer. Die lobt die Planungen Beckers als „besonders kenntnisreich recherchiert und sorgfältig vorbereitet“.

Dabei schlug Petra Becker einige augenfällige Änderungen auf Basis historischer Archivalien vor. So soll der Fußweg, der sich von der Karolinenbrücke aus dem Süden auf das Herkomer-Anwesen zuschlängelt, begradigt werden und damit an die historische Allee erinnern. Zielpunkt wäre dann die Herkomerbüste, die am Ende des Weges im Park aufgestellt werden soll. Derzeit steht das Geschenk des Deutschen Automobil-Veteranen-Clubs seitlich des Weges am Lechufer.

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Durch den Umbau würde aber der Parkplatz am Papierfleck (2230 m2) um rund 140 Quadratmeter verkleinert. Petra Becker: „Wir werden die Pkw-Stellplätze neu ordnen, jeweils auf 2,50 Meter verbreitern und die Fahrgassen vergrößern.“ Die Tatsache, dass es dennoch keinen Pkw-Stellplatz weniger geben soll, begründet sie mit der Verringerung der Busstellflächen von bisher drei auf zwei.

Das historische Wegesystem des Parks soll saniert, die Flächen unter den Bäumen als Beetflächen wieder aufgelockert und bepflanzt werden sowie die historischen Ausstattungen wie Blumensockel, Tuffbank oder der Altar der Treue werden ebenfalls saniert. Das Atelier, wo einst Hubert von Herkomer arbeitete und heute nicht mehr existiert, soll zumindest von den Umrissen und der Grundfläche her wieder sichtbar gemacht werden. Die Eckfundamente waren im vergangenen Jahr von Becker zufällig entdeckt und gesichert worden. Die Musikterrasse schließlich im Bushey-Rondell aus dem Jahr 1972 soll zurückgebaut und die Rasenfläche wieder geschlossen werden.

Ein Aufwand – im Haushalt sind dafür 126000 Euro eingestellt – dessen Ergebnis Petra Becker nachhaltig bewahrt wissen möchte. Deshalb schlug sie den Bauausschussmitgliedern vor, den Töpfermarkt zwar heuer noch einmal im Herkomerpark durchzuführen, nach der Sanierung aber ein neues Veranstaltungsareal zu suchen. „Wir können nicht die Anlage sorgsam rekonstruieren und uns dann einmal im Jahr wieder alles beschädigen lassen.“

Ein Ansinnen, das Berthold Lesch (CSU) zu unterstützen wusste: „Für einen Töpfermarkt einmal im Jahr ist mit der sanierte historische Park viel zu schade.“ Dieser stelle aber auch für das erst jüngst verkaufte und genau gegenüberliegende Areal der Pflugfabrik eine zusätzliche Aufwertung dar. Was ihm Sorgen machten, seien die zu erwartend hohen Folgekosten für die Pflege der Beete. Petra Becker verwies darauf, dass lediglich in den ersten drei bis fünf Jahren der Bepflanzung die Kosten für eine Entwicklungspflege höher wären, die anschließend bei der Unterhaltspflege auf einen Wert zurückgingen, der deutlich unter den Kosten für einen normalen Rasenschnitt liege.

Teuer würden jedoch bei einem Verbleib des Marktes die Kosten für die Strom- und Wasseranschlüsse (15000 Euro) sowie die jährlichen Ersatzpflanzungen, die teilweise nach der Veranstaltung vorgenommen werden müssten. Reinhard Skobrinsky (BAL) jedoch befürchtet ebenso wie OB Mathias Neuner, den Markt ganz zu verlieren, sollte ein Ortswechsel angeordnet werden. Dennoch wurden mehrere Möglichkeiten, vom Gelände nördlich des Herkomeranwesens bis hin zu dem Areal entlang der Von-Kühlmann-Straße im Süden diskutiert. Medardus Wallner (UBV) wollte den Markt gar in die Innenstadt holen: „Wir haben doch ein wunderschönes Ambiente auf dem Hellmairplatz.“

Berthold Lesch schlug vor, die Entscheidung bezüglich des Standortes zu vertagen und bat, die Verwaltung damit zu beauftragen, mit den Marktbeschickern das Thema zu besprechen und alternative Standorte auszuloten.

Begonnen werden sollen die historische Allee und die Umgestaltung des Parkplatzes bereits im Juni, damit dieser Teil bis zum Ruethenfest (Juli) bereits fertiggestellt wäre.

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