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s’Maximilianeum

28.02.2018

Aus den tiefen Kellern der Psyche

Verlangten dem Publikum doch einiges ab: (von links) Sebi Tramontana, Heinz Josef Braun, Johanna Bittenbinder und Andreas Koll. Foto: Thorsten Jordan

Schwarzer, tiefgründiger Humor gefällt nicht allen Besuchern im Stadttheater

Nicht allen Besuchern hat offenbar gefallen, was „Um a Fün-ferl a Durchanand“ auf die Bühne des Landsberger Stadttheaters zimmerten: Nach der Pause blieben bei der jüngsten Veranstaltung der Landsberger Kleinkunstbühne s’Maximilianeum einige Theatersessel leer.

War es der zuweilen sehr derbe bairisch-österreichische tiefschwarze Humor? Oder war es etwa das krachern Altbairische? „Ich habe überhaupt nichts verstanden“, klagte beispielsweise eine junge Dame während der Pause.

Das Quartett um das Ehepaar Johanna Bittenbinder und Heinz Josef Braun hatte vor allem im ersten Teil schon sehr tief hineingegriffen in die düsteren Gedankengänge heimlicher Mordlüsterner und aus diesen Tiefen Tiraden an Dialektwörtern herausgeschaufelt. Am Anfang des für die erste „Oide Wiesn“ entwickelten Programms mit dem allumfassenden Titel „Lieder Dramen Blasmusik“ stand Publikumsbeschimpfung. Schon da wurde es für den einen oder anderen schwierig. Es folgten, abwechselnd mit schaurig-schräger Blasmusik, Lieder im Stil und teilweise auch aus der Zeit der Bänkel- und Volkssänger.

Scheinbarer, jedoch tiefgründiger Nonsens, wie ihn Karl Valentin gepflegt hat, leicht veränderte und an die heutige Zeit beziehungsweise an die ausführende Person angepasste Geschichten, und immer wieder im Keller der Psyche lagernde Leichen servierten die vier Protagonisten. Mal wurde dramatisch vorgelesen, mal ein Sketch übertrieben gespielt, mal war es albern und mal berührend – ein richtiges „Durchanand“ halt, das Tubist Andreas Koll jeweils anmoderierte.

Australische Zehennägel und Pfeiferl vom Vogeljakob, die Münchnerin im Himmel mit ganz neuen göttlichen Aufträgen, Bally Prells aufpolierte Schönheitskönigin, Juckreiz an den unmöglichsten Stellen: Dem Programm haftete ganz eindeutig der Duft von gebratenen Hendln, Steckerlfisch und gebrannten Mandeln an. Damit passte es gut in die Fasten- und damit Starkbierzeit. Jeder der vier Akteure hatte besondere Stärken. Johanna Bittenbinder agierte als Dramaqueen mit stark eingefärbtem Dialekt, Heinz Josef Braun und Andreas Koll schlüpften, wenn sie nicht gerade Blasmusik machten, in die unsinnigsten Rollen.

Kaschperl vom Dienst, und diese Rolle passte wie die Faust aufs Auge, war Sebi Tramontana, ein Italiener, der alle Vorurteile über italienische Männer bedient. Seine Aktionen waren stets Angriff auf die Lachmuskeln der Besucher. (löbh)

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