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Landsberg

20.03.2020

Ausgangsbeschränkung: So reagieren Polizei und Geschäftsleute

In Bayern gibt es ab Mitternacht Ausgangsbeschränkungen. Auch die Polizei Landsberg wird mit mehr Präsenz darauf reagieren und kontrollieren, ob Bürger, die unterwegs sind, auch einen "triftigen Grund" haben.
Bild: Sven Hoppe/dpa (Symbolbild)

Plus Auf die Menschen in Bayern kommen weitere Einschränkungen zu. Wie die Polizei im Landkreis Landsberg die neuen Regeln kontrolliert und welche wichtige Rolle das Wetter dabei spielen könnte.

Wer am morgigen Samstag Semmeln kaufen will, hat kein Problem. Wer sich im Baumarkt mit Primeln für den Garten eindecken will, steht vor verschlossenen Türen. Ab Mitternacht gibt es wegen der Corona-Pandemie „grundlegende Ausgangsbeschränkungen“, wie Ministerpräsident Markus Söder bekannt gab. Michael Strohmeier von der Polizei in Landsberg erwartet durchaus Konfliktsituationen.

„Bleiben Sie zu Hause und machen Sie keine Ferienpartys.“ Das hatte Söder den Bürgern in seiner Ansprache mitgegeben. Damit dies auch eingehalten wird, wird die Bewegungsfreiheit des Einzelnen beschränkt. Wer aus dem Haus geht, muss eine „triftigen Grund“ haben. Dazu gehört der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen und zum Arzt oder Tierarzt, wenn es nötig ist. Auch Banken dürfen noch aufgesucht werden und für Sport darf man weiterhin das Haus verlassen – aber nur, wenn es sich um Sportarten draußen handelt, die man alleine oder maximal mit Personen des eigenen Hausstands ausübt – also Spazierengehen, Joggen oder Fahrradfahren. Schließen müssen jetzt auch Friseure, Baumärkte und die Gastronomie. „To Go“, „Drive-In“ und Lieferdienste sind weiterhin möglich. Überwachen sollen dies die Polizei und die Ordnungsdienste.

Die Polizei fährt verstärkt Streife

Für die Polizei in Landsberg heißt dies „erhöhte Präsenz an mehreren Stellen gleichzeitig“, wie der stellvertretende Dienststellenleiter Michael Strohmeier sagt. Über Personalstärken gibt die Polizei grundsätzlich keine Auskunft, Strohmeier verweist aber darauf, dass die Arbeit der Beamten auf manchen Feldern weniger geworden ist: Da das öffentliche Leben bereits jetzt sehr stark zurückgefahren sei, gebe es weniger Konfliktsituationen und auch weniger Unfälle. Und da Spazierengehen erlaubt ist, können die Bürger so auch dem „Lagerkoller“ entgegenwirken, sagt Strohmeier.

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Krankenhäuser, Altenheime und Pflegeeinrichtungen dürfen nur noch in Ausnahmefällen betreten werden. Die Kontrollen regeln die Einrichtungen für sich selbst. Sollte es aber zu Problemen kommen, weil sich jemand nicht daran halten will, wird die Polizei laut Strohmeier schnell und vorrangig vor Ort sein.

Wer unterwegs ist, wird von der Polizei befragt

Unterstützt wird die Polizei auch vom Sicherheitsdienst. Und je nachdem, wie sich die Situation entwickelt, kann laut Strohmeier auch Bereitschaftspolizei angefordert werden. Wer von einer Streife auf der Straße angetroffen wird, wird befragt, wie Strohmeier erläutert. Wer keinen triftigen Grund angeben kann, dem droht eine Geldbuße.

Der Polizeihauptkommissar setzt auch darauf, dass sich die Situation am Wochenende entspannt, da schlechtes Wetter angesagt ist. Strohmeier kann sich vorstellen, dass sich nach einigen Tagen in einzelnen Haushalten eine emotional angespannte Situation einstellen kann, wie man es auch von Weihnachten her kennt. Und dann müssen die Beamten auch da für Recht und Ordnung sorgen. Kontrolliert werden muss auch, ob Geschäfte und die Gastronomie sich an die Regeln halten. Fertiges Essen abzuholen ist möglich. Strohmeier würde der eigenen Einschätzung nach – konkrete Ausformulierungen gibt es noch nicht – „To Go“ so interpretieren, dass sich maximal drei Kunden im Wartebereich befinden dürfen.

Die Geschäftsleute haben Verständnis für die Ausgangsbeschränkungen

Geschäftsleute sind zwar von einer derartigen Anordnung existenziell betroffen. Oft gibt es aber Verständnis für diesen Schritt der Staatsregierung, etwa bei Christian Sailer vom gleichnamigen Baumarkt in Landsberg. „Ich war schwer am Überlegen, aus eigener Entscheidung ab Montag zu schließen – aus Verantwortung für die Mitarbeiter“, sagte Sailer dem LT. An der Kasse habe er Schutzwände montieren lassen. Sailer ist froh, dass der Freistaat nun diese Entscheidung getroffen hat. Der Baumarkt hat laut Sailer keinen Onlinehandel. Er fragt sich aber, wie lange überhaupt der Onlinehandel noch laufen wird und Paketdienste Ware zustellen dürfen. Da Baumärkte die vergangenen Tage noch öffnen durften, war dies auch in Landsberg zu spüren: „Die Kunden haben uns nicht gestürmt, es gab aber einen regen Andrang.“

Auch Friseure müssen jetzt zumachen. Laura Sauter vom Haarstudio Wieser in Landsberg ist darüber auch erleichtert. „Wir haben schon versucht, Abstand zu halten und mit Handschuhen gearbeitet“, berichtet sie über die vergangenen Tage. Eine Kollegin habe auch einen Mundschutz getragen. Während viele jüngere Kunden eher Termine abgesagt hätten, seien aber noch viele ältere Kunden da gewesen.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Corona: Es ist noch keine Ausgangssperre

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