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Ellinor Holland Kunstpreis

14.09.2018

Außerirdische Klaviermusik

Markus Philipper aus Penzing ist einer der Nominierten. <b>Foto: Julian Leitenstorfer</b>
Bild: Julian Leitenstorfer

Pianist Markus Philipper kam über Youtube zur Klassik

Landsberg Lange hat Markus Philipper darüber nachgedacht, welche ungewöhnliche Musik er dem Landsberger Publikum präsentieren kann. Wenn man „gewöhnlich“ mit „gefällig“ und „Mainstream“ gleichsetzt, sollte es wohl das Gegenteil sein. Am Ende hat Debussy das Rennen gemacht. Der Franzose Claude Debussy, dessen Tod sich dieses Jahr zum 100. Mal jährt, der „Grenzgänger der Harmonien“, der „Zauberer der Klangfarben“ oder wie Philipper es ausdrückt: „der Rebell gegen die konventionelle Harmonielehre“.

Denn: „Ungewöhnlich in allen Formaten“, so heißt der Wettbewerb um den diesjährigen Ellinor Holland Kunstpreis am Samstag, 15. September, ab 19 Uhr im Stadttheater. Nominiert im Bereich Musik ist mit dem erst 19-jährigen Penzinger Markus Philipper ein junger Klaviervirtuose, der bereits die Jury des Bundeswettbewerbs von „Jugend musiziert“ von sich überzeugen konnte (mit der Höchstpunktzahl). Der letztjährige Kulturförderpreisträger des Landkreises hat das ausgesprochene Ziel, Solo-Konzertpianist zu werden.

In der ehemaligen Gastwirtschaft Philipper in Penzing steht in einem Nebenraum, der früher nur für große Feiern geöffnet wurde, ein Flügel der Marke Boston. Darauf unzählige Klaviernoten, kleine Musik-Boxen und CDs auf der Fensterbank, der Tisch ist eine Ablagefläche für alles Mögliche. Dort sitzt der junge Mann jeden Tag stundenlang und übt oder hört Klassik. Jahrelang fuhr er jedes Wochenende nach Hannover zu der Pianistin Vassilia Efstathiadou. 2015 bestand er dort die Aufnahmeprüfung am IFF, dem Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter. Nächstes Jahr steht die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule an, aus bis zu 400 Bewerbern werden 15 bis 20 ausgewählt. Sein einziges Ziel, dem er alles andere unterordnet.

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Die Musik ist ihm nicht in die Wiege gelegt, seine Eltern betrieben jahrelang die Gastwirtschaft, der Bruder studiert Bauingenieurwesen. Erst mit zehn Jahren entdeckte der Junge klassische Musik über Youtube, lernte im Schnelldurchlauf Klavierspielen und gilt vielen als „Senkrechtstarter“. Auch der Komponist Claude Debussy kam aus einem Elternhaus, in dem Musik keine besondere Rolle spielte, und sein Talent wurde erst relativ spät entdeckt und gefördert.

Markus Philipper greift immer wieder in die Tasten, um das Ungewöhnliche an Debussys Kompositionen zu erläutern. Es ist die Rede vom „fehlenden Grundton“, vom „Orgelpunkt als roter Faden“, von „übermäßigen Akkorden aus zwei großen Terzen“ und von einer „Spannung, die nicht aufgelöst wird“. Zwischen 1909 und 1913 komponierte Debussy seine beiden Hefte der „Préludes pour piano“. Drei Stücke daraus wird Philipper spielen: „Danseuses de Delphes“ (die Tänzerinnen von Delphi), „Voiles“ (Schleier) sowie „la Cathedrale engloutie“ (die versunkene Kathedrale). Wenn er über die Stimmung des ersten Stückes spricht, fällt der Begriff „mystisch“, das zweite Stück ist „außerirdisch und ein Paradebeispiel von Debussys innovativem Kompositionsstil“ und das letzte Stück ist für Philipper „eines der schönsten Stücke, das ich kenne“. Am Samstag, 15. September, zur Langen Kunstnacht, wird Philipper auf der Benefizgala im Landsberger Stadttheater seine Interpretation von Debussys Werken vortragen. (felt)

Kunstnacht Die nominierten Künstler werden in Porträts im Landsberger Tagblatt vorgestellt. Karten für die Ellinor-Holland-Kunstpreisgala gibt es im Stadttheater Landsberg im Theaterbüro und im Reisebüro Vivell. (Ticketservice des LT unter Telefon 08191/917412).

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