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Ausweisung: Abstruser geht’s nicht

Kommentar Von Dominic Wimmer
13.11.2018

Der Fall eines abgelehnten Asylbewerbers aus dem Senegal ist sinnbildlich. Ein Kommentar über die Folgen der Flüchtlingskrise für den Landkreis Landsberg.

Das Jahr 2015 hat Deutschland verändert. Und heute, mehr als drei Jahre später, überstrahlt die Flüchtlingskrise nach wie vor die meisten anderen Themen in unserem Land. Kaum ein anderes Thema wird so heiß und emotional diskutiert wie dieses. Es gibt in der Gesellschaft nur noch ein Schwarz-Weiß-Denken – entweder gilt man als Gutmensch oder als Ausländerfeind. Unbestritten ist, dass die Folgen des Flüchtlingsansturms von damals bis heute nachwirken.

Von guter Integration bis zu Straftaten

Im Landkreis Landsberg gibt es nach wie vor sehr aktive Helferkreise, die sich vorbildlich um Geflüchtete kümmern und ihnen das Ankommen in ihrer neuen Heimat erleichtern. Zwar werden Notunterkünfte wie die Lechturnhalle längst nicht mehr gebraucht, aber der Ansturm auf normalen Wohnraum durch anerkannte Flüchtlinge spitzt die Lage auf dem Mietmarkt weiter zu. Viele Menschen, die vor Hunger, Not und Krieg geflohen sind, haben im Landkreis eine neue Heimat, Arbeit und Anschluss in Vereinen oder anderswo gefunden. Aber man darf auch nicht vergessen: Unter den Neubürgern sind auch Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Genau das ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die den Flüchtlingen nicht so wohlgesonnen sind.

Die Einreise ist leichter als die Ausreise

Besonders abstrus wird es bei Fällen wie dem des Senegalesen, der in Kaufering lebt. (Der Artikel zum Thema: Abgelehnter Asylbewerber tickt aus)
Er bekommt in Deutschland kein Asyl und bedroht auch noch Behördenmitarbeiter, weil er mit seiner Situation unzufrieden ist. Letzteres ist menschlich nachvollziehbar, sein Verhalten aber nicht. Abgeschoben werden kann der Mann nicht, weil er keine gültigen Papiere hat. Hier haben die Kritiker Recht: In Deutschland kann man leichter ein- als ausreisen. Das Schicksal des Mannes aus dem Senegal ist eines von vielen. Aber es ist sinnbildlich dafür, dass unser Staat in der Flüchtlingskrise oft ohnmächtig ist.

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