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Landsberg

11.05.2020

Autofahrer ärgern sich in Landsberg über teurere Knöllchen

Seit Ende April gilt der neue Bußgeldkatalog, der höhere Strafen bei diversen Vergehen – auch bei Parkverstößen – vorsieht. Seit Kurzem kontrollieren die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung in Landsberg wieder.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Seit Kurzem kosten Verkehrsverstöße mehr Geld. Was Betroffene in Landsberg dazu sagen. Ein Streifzug mit den Verkehrsüberwachern der Stadt.

Wäre Claudia Schlich aus Kaufbeuren fünf Minuten früher an ihrem Auto gewesen, das sie mit Parkschein auf dem Infanterieparkplatz abgestellt hatte, hätte sie sich 20 Euro erspart. Denn ihr Parkschein war eine Viertelstunde zuvor abgelaufen. Birgit Wörishofer und ihre Kollegen von der städtischen Verkehrsüberwachung rechnen ohnehin auf das Ende der Parkzeit immer eine Kulanz von zehn Minuten drauf. „Eine Viertelstunde ist aber dann doch zu viel“, erklärt Wörishofer, die am Samstagvormittag in der Landsberger Innenstadt ihren Dienst versieht.

Seit Ende April gilt der neue Bußgeldkatalog, der höhere Strafen bei diversen Vergehen – auch bei Parkverstößen – vorsieht. Seit Kurzem kontrollieren die Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung in Landsberg wieder.
Bild: Julian Leitenstorfer

„Wir haben uns wirklich bemüht, pünktlich wieder am Auto zu sein“, betont Schlich. Allerdings sei das derzeit aufgrund der langen Wartezeiten in und vor allem vor den Geschäften fast nicht möglich. Beim Blick auf das Knöllchen, das Birgit Wörishofer nur wenige Augenblicke zuvor an die Windschutzscheibe des Fahrzeugs mit Kaufbeurer Kennzeichen gesteckt hat, wird deutlich: Bei Überschreitung der Parkdauer wird es empfindlich teurer. Seit dem 28. April gilt der neue Bußgeldkatalog. Bislang waren Autofahrer mit zehn Euro dabei, wenn der Parkschein bis zu einer halben Stunde abgelaufen war. „Ich wusste gar nicht, dass die Bußgelder erhöht wurden“, sagt Schlich. Überhaupt findet sie es nicht gut, dass „wegen einer Viertelstunde eine Strafe fällig wird. Wie soll denn die Innenstadt belebt werden, wenn es den Autofahrern so schwer gemacht wird, in Ruhe Einkäufe zu erledigen?“, fragt sie sich.

Ein Parker hat einen Vorschlag

Günter Volk aus Untermeitingen zieht gerade einen Parkschein. Auch er hat sein Auto am Infanterieplatz abgestellt. „Es ist doch nichts einfacher, als die Autofahrer abzuzocken“, ärgert er sich über die gestiegenen Bußgelder. Gefallen lassen will er sich das aber nicht einfach so.

Wie Volk im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt sagt, will er eine Aktion starten, in der er die Autofahrer der Nation auffordert, sich beispielsweise akribisch an Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. „Wenn Millionen mitmachen und in 30er-Zonen nur 20 Stundenkilometer schnell fahren, oder da, wo 100 erlaubt ist, nur mit 80 unterwegs sind, wird das den Staat etliche Millionen Euro kosten.“ Das wäre in seinen Augen ein Signal, dass mit Autofahrern nicht willkürlich umgegangen werden kann. Er werde auf jeden Fall bemüht sein, überpünktlich wieder an seinem Auto anzukommen und weiterzufahren.

"Die Autofahrer zeigen doch ihren guten Willen"

Sabine Wiesheu aus Greifenberg parkt öfter in der Landsberger Innenstadt. An diesem Tag steht sie mit ihrem Auto auf dem Parkplatz am Holzmarkt. Auch sie findet es „unmöglich, dass schon nach fünf Minuten aufgeschrieben wird“. So zumindest hat sie es selbst schon erlebt. „Die Autofahrer lösen ja einen Parkschein und zeigen damit ihren guten Willen.“ Aber es könne halt mal vorkommen, dass der Einkauf in der Stadt nicht ganz so schnell erledigt werden kann, wie es die Parkzeit vorgibt.

Seit Ende April gilt der neue Bußgeldkatalog, der höhere Strafen bei diversen Vergehen – auch bei Parkverstößen – vorsieht. Günter Volk aus Untermeitingen (links) parkte am Samstag auf dem Infanterieparkplatz und spricht von Abzocke.
Bild: Julian Leitenstorfer

Diskussionen darüber, ob die Überschreitung der Parkzeit zu lange war oder nicht, ob man „nur ganz kurz was abgeben musste“ und deshalb im absoluten Halteverbot steht oder ähnliche Erklärungen kennt Birgit Wörishofer von der Verkehrsüberwachung nur wenige. „In der Regel läuft das hier in Landsberg sehr ruhig ab“, weiß sie aus langjähriger Erfahrung. Seit etwa acht Jahren kontrolliert sie in Landsberg den ruhenden Verkehr. Von Kollegen aus Augsburg oder München habe sie da schon andere Geschichten gehört.

Die Stadt hat die Kontrollen einige Zeit ruhen lassen

„Seit 27. April wird in Landsberg wieder aufgeschrieben“, erläutert Petra Filser, die Referatsleiterin der städtischen Verkehrsüberwachung. Eine Woche zuvor hätten die Mitarbeiter entsprechende Hinweise an die Autofahrer verteilt. Davor war Corona-bedingt zwar kontrolliert worden, aber es wurden eben nur in Ausnahmefällen Bußgeldbescheide verteilt. „Wenn zum Beispiel jemand in einer Feuerwehrzufahrt geparkt hat, dann mussten wir handeln“, so Filser. Auffällig sei allerdings, dass in der jüngsten Zeit deutlich konsequenter Parkscheine gelöst werden. „Ob das etwas mit den höheren Bußgeldern zu tun hat, können wir aber so nicht sagen.“ Beschwerden über die erhöhten Bußgelder seien in der Stadtverwaltung bislang noch nicht eingegangen, vermutlich auch deshalb, weil der eine oder andere noch gar nicht realisiert hat, dass sich seit Ende April einiges verändert hat. (vaf)

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